Motorsport

Einheimische mischen den Bergring auf

Knapp 9000 Zuschauer sahen spektakuläre und spannende Wettkämpfe beim 99. Teterower Bergringrennen. Am Ende gab es einen überglücklichen Rückkehrer und einen Überraschungssieger.
Peter Krüger Peter Krüger
Bereits zum 99. Mal wurde am Pfingstwochenende das Teterower Bergringrennen ausgefahren. Am Ende gab es einen Überraschungssieger.
Bereits zum 99. Mal wurde am Pfingstwochenende das Teterower Bergringrennen ausgefahren. Am Ende gab es einen Überraschungssieger. Peter Krüger
Der Demminer Robert Baumann gewann überraschend die Königsklasse.
Der Demminer Robert Baumann gewann überraschend die Königsklasse. Peter Krüger
Große Freude beim Lokalmatadoren Daniel Rath über den dritten Platz.
Große Freude beim Lokalmatadoren Daniel Rath über den dritten Platz. Peter Krüger
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Teterow.

Der Tag war lang. Und er war anstrengend. Sehr sogar. So anstrengend, dass Daniel Rath am frühen Abend einfach nur noch ins Bett fiel. Ohne groß zu feiern, wofür es den einen oder anderen Grund ganz sicher gegeben hätte.

Denn Rath gab nach einer Auszeit von fünf Jahren sein Bergring-Comeback. Und zwar auf der Sitzbank seiner 500er-Maschine mit der Startnummer acht.

Am Ende stand der dritte Platz im Finale des immerhin schon 99. Teterower Bergringrennens. „Ich bin wahnsinnig happy“, sagte Rath direkt nach dem Rennen, „aber auch genauso fertig.“ Der Tag habe extrem geschlaucht. „Es war ein riesiger Unterschied zu damals, als sich selbst schon Routine bei den ganzen Abläufen hatte.“

Vierzehn Versuche für den Sieg

Doch der 40-Jährige wollte unbedingt zurück auf die grüne Grasbahn. Nicht des Sieges wegen, sondern vielmehr um dafür zu sorgen, dass die Königsklasse beim traditionsreichen Bergringrennen nicht ausstirbt. Dafür die Werbetrommel zu rühren, dürfte dem Bergringpokalsieger von 2011 durchaus gelungen sein.

„Doch nicht nur mir“, so Rath fast bescheiden, „viele andere Fahrer aus unserer Region haben an diesem Wochenende auch Fantastisches geleistet“. Und damit meint der gebürtige Teterower keinen Geringeren als den Überraschungssieger des diesjährigen Bergringspektakels.

Ganze 14 Versuche hat er gebraucht, nun ist er endlich der König des Bergrings: Robert Baumann aus Demmin. „Damit habe ich nie im Leben gerechnet, ich bin echt baff“, so Baumann, der wie Rath für den gastgebenden MC Bergring an das Startband rollte.

„Ich bin richtig gut gestartet und habe dann alles reingehauen“, beschreibt Baumann seinen Start-Ziel-Sieg vor knapp 9000 Zuschauern. „In der vorletzten Runde wusste ich, dass ich das Ding gewinnen kann.“ Und auch mit dem Ducherower Simon Schmidt gewann am Ende ein Starter des MC Bergring den „Speed-Cross-Pokal“ inklusive Rundenrekord.

Zum Jubiläum im nächsten Jahr gibt es einen Coup

„Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs“, resümierte Veranstaltungsleiter Adi Schlaak nach dem Rennwochenende. Doch das war er nicht ausschließlich auf seine einheimischen Fahrer, sondern auf jeden, der das 99. Teterower Bergringrennen zu dem gemacht hatte, was es am Ende wurde.

„Eine perfekte Veranstaltung, alles hat funktioniert von A bis Z. Mehr geht einfach nicht“, schwärmte Schlaak. Mehr geht dann tatsächlich erst im nächsten Jahr, wenn die Jubiläumsveranstaltung des Bergringrennens, die Nummer 100, mit einem ganz großen Coup aufwartet.

Dann wird das Bergringrennen zusammen mit dem WM-Grand-Prix im Speedway an einem Wochenende stattfinden. „Das wird eine ganz große Hausnummer“, weiß Schlaak schon jetzt. Darauf freut sich auch Daniel Rath und hofft nebenbei darauf, im kommenden Jahr neue Fahrer an der Startlinie begrüßen zu dürfen.

„Wir müssen eben alles dafür tun, dass unsere Rennen erhalten bleiben.“ Er selbst wird natürlich auch wieder auf seiner Maschine sitzen. Und hofft natürlich darauf, dass dann seine altbekannte Routine wieder mit an Bord ist. Und vielleicht ein bisschen weniger Respekt.

Ein Sturz mit schweren Verletzungen

„Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass der damalige Unfall keine Spuren hinterlassen hat“, gibt Rath offen zu. Im Jahr 2014 war er in der Nordkurve schwer gestürzt und hatte sich etliche Verletzungen zugezogen. „Dort habe ich heute ganz sicher einiges an Zeit liegen lassen“, weiß Rath, „da waren die anderen dann schneller.“

Doch das war ihm am Ende des Tages dann auch egal. „Ich bin einfach nur froh darüber, wie heute alles gelaufen ist“, sagte er und ging wenig später todmüde ins Bett. Vermutlich so wie etliche weitere Mitstreiter, etwa Dino Skoppek, Gewinner der Youngsters (Speed-Cross), Quad-Sieger Klaus Fleckinger (mit Rundenrekord), Manfred Knappe (Sieger „Grünes Band“ und „Lauf der Nationen“) und Jessica Elsinga (Siegerin der Amazonen).