Fußball

Entsetzen, Tränen und Randale beim HSV-Abstieg in Hamburg

Den HSV hat's erwischt. Das Bundesliga-Gründungsmitglied muss den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Zum Abschied gab's Randale.
dpa
Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach: Feuerwerkskörper explodieren vor dem Abpfiff auf der Tribüne.
Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach: Feuerwerkskörper explodieren vor dem Abpfiff auf der Tribüne. Axel Heimken
Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach: Feuerwerkskörper explodieren vor dem Abpfiff auf der Tribüne.
Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach: Feuerwerkskörper explodieren vor dem Abpfiff auf der Tribüne. Daniel Reinhardt
Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach: Feuerwerkskörper explodieren vor dem Abpfiff auf der Tribüne.
Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach: Feuerwerkskörper explodieren vor dem Abpfiff auf der Tribüne. Daniel Bockwoldt
Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach: Feuerwerkskörper explodieren vor dem Abpfiff auf der Tribüne.
Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach: Feuerwerkskörper explodieren vor dem Abpfiff auf der Tribüne. Axel Heimken
Die Polizei verhinderte mit einem Großaufgebot einen Platzsturm der Fans.
Die Polizei verhinderte mit einem Großaufgebot einen Platzsturm der Fans. Axel Heimken
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Hamburg.

Der Hamburger SV hat das Fußball-Wunder verpasst und steigt erstmals in seiner 55-jährigen Bundesliga-Geschichte in die Zweitklassigkeit ab. Zwar gewannen die Hanseaten ihr Heimspiel am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 (1:1), aber der ebenfalls vom Direktabstieg bedrohte VfL Wolfsburg rettete sich mit einem 4:1 (1:1) gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln und verteidigte damit den Relegationsplatz.

Polizei verhindert Platzsturm

Kurz vor dem Ende ließen einige Anhänger Pyrotechnik zünden und steckten Pappen an. Hundertschaften der Polizei kamen auf das Feld, auch um einen möglichen Platzsturm zu verhindern. Die überwiegende Mehrheit der Fans rief: „Wir sind Hamburger, und ihr nicht.” und „Holt sie raus!”. Die Spieler beider Teams standen gemeinsam auf dem Platz. Nach einer Unterbrechung von einer guten Viertelstunde beendete Schiedsrichter Felix Brych dann auch offiziell.

Der HSV blieb trotz des Sieges Vorletzter und ist damit der zweite Direktabsteiger. Die Tore für die Gastgeber erzielten Aaron Hunt per Elfmeter (11. Minute) und Lewis Holtby (63.). Für die Gäste traf Josip Drmic (18.). HSV-Stürmer Bobby Wood musste mit Gelb-Rot in der 71. Minute vom Platz. Die Gladbacher wurden Tabellenneunter und verpassten die Qualifikation für die Europa League. Ihre Trauer hielt sich im Vergleich zu der der Gastgebern aber in Grenzen.

HSV-Endspurt kam zu spät

Bis zu den Ausschreitungen hatte die meisten HSV-Fans ihre Mannschaft für eine erneut starke Leistung gefeiert. Doch der Saisonendspurt unter Trainer Christian Titz mit nun 13 Punkten in acht Spielen kam zu spät.

Schon vor der Partie gegen Gladbach hatten tausende Anhänger das Team mit Jubel am Stadion empfangen. Mit einem Spalier erwarteten sie den Mannschaftsbus, um den Profis ihre Unterstützung zu signalisieren und ihnen Mut zuzusprechen. „Niemals 2. Liga”, schallte es.

Das Spiel hatte noch nicht begonnen, da tauchten die 57.000 Zuschauer die ausverkaufte Arena mit Sprechchören und Gesängen in eine Endspielreife Atmosphäre. Eine Choreographie mit zuvor ausgelegten 50.000 blau-weißen Raute-Pappen sorgte für Gänsehaut. Alles war gerichtet für die Rettung in die Relegation.

Frühe Führung der Wolfsburger

Doch die Party-Stimmung ebbte plötzlich ab. Grund: Langsam sprach sich auf den Rängen die Kunde von der 1:0-Führung der Wolfsburger nach nur 45 Sekunden herum. Für Stimmung sorgte fortan nur die Nordtribüne mit den Hardcore-Fans. Mehr Leben kam auf durch einen Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Brych nach Videobeweis. Dem Gladbacher Denis Zakara war ein Handspiel unterlaufen. Den Strafstoß verwandelte Hunt sicher (11. Minute) und löste damit einen Jubelsturm aus.

Mit dem Ausgleich der Gladbacher per Konter durch den Ex-HSV-Spieler Drmic sieben Minuten später schwand jedoch wieder die Zuversicht. Die Zuschauer mussten zwei Geschehen gleichzeitig im Blick behalten: das auf dem Rasen vor ihnen und jenes auf ihren Smartphones, das Auskunft über den Spielstand in der 185 Kilometer entfernten Wolfsburger Volkswagen-Arena gab. Denn die Videowand zeigte nichts.

HSV warf alles nach vorn

Die Stimmung kehrte erst wieder zurück, als die Kölner in Wolfsburg den Ausgleich (32.) erzielten. Frenetisch trieben die Fans ihr Team nach vorn. Die Gastgeber waren die spielbestimmende Mannschaft, vergaben aber einige Möglichkeiten überhastet. Die konterstarken und schnellen Gladbacher blieben stets gefährlich. Sie hatten zuvor drei Partien nicht verloren und traten entsprechend selbstbewusst auf.

Der HSV warf alles nach vorn. Tatsuya Ito wuchtete den Ball kurz nach Wiederanpfiff aus 16 Metern aufs Tor, Yann Sommer im Gladbacher Kasten musste sich strecken. Dann vergaben Matti Steinmann (56.) und Filip Kostic (58., 62.) die Führung. Mittlerweile führte Wolfsburg mit 2:1. Langsam wurde es wieder ruhiger in der Arena. Dann haute Holtby (63.) den Ball ins Gladbacher Tor zum verdienten 2:1 und der Lärmpegel schnellte blitzartig in die Höhe. Doch als Minuten später das 3:1 für Wolfsburg fiel, war die Hoffnung dahin.

Wenigstens ein Mutmacher bleibt dem HSV: Der Neuaufbau in der 2. Liga erfolgt unter dem Kommando von Trainer Titz. Der 47-Jährige soll demnächst einen über zwei Jahre laufenden Anschlussvertrag unterschreiben und sein Team schnell in die Eliteliga zurückführen. Doch erst einmal muss sich der HSV auf eine empfindliche Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) einstellen.

Fußball-Trainer Peter Stöger und Borussia Dortmund trennen sich

Der vor dem letzten Spieltag noch gefährdete SC Freiburg schlug den FC Augsburg 2:0 (0:0) und bleibt erstklassig. 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund zogen nach Meister Bayern München und dem FC Schalke 04 in die Champions League ein. Peter Stöger wird den Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund in der neuen Saison nicht mehr trainieren. Das sagte der Österreicher am Samstag nach dem letzten Saisonspiel des BVB bei der TSG Hoffenheim.

Für die Europa League qualifizierten sich Bayer Leverkusen und RB Leipzig. Auch der VfB Stuttgart darf sich als Siebter auf internationale Spiele freuen, wenn der FC Bayern München das DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt gewinnt. Bayern-Trainer Jupp Heynckes verabschiedete sich mit einer 1:4 (1:2)-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart aus der Bundesliga.

Hoffenheim blieb auch gegen Dortmund heimstark und gewann 3:1 (1:0). Andrej Kramaric (26.), Adam Szalai (63.) sowie Pavel Kadeřábek (73.) erzielten die Treffer für die Kraichgauer, Marco Reus war für den BVB erfolgreich (58.). Leverkusen siegte zum Karriereende von Torjäger Stefan Kießling 3:2 (2:0) gegen Hannover 96.

Viele Tore in Berlin

In der Hauptstadt bekamen die Zuschauer ein sehr torreiches Spiel geboten. Nach 22 Minuten waren bereits vier Treffer gefallen. Leipzig siegte letztendlich 6:2 (3:1) gegen Hertha BSC.

Frankfurt muss für Europa-Reisen in der kommenden Spielzeit nun das DFB-Pokalfinale gegen die Bayern gewinnen. Die Hessen unterlagen dem FC Schalke 04 mit 0:1 (0:1).

Vor der Übergabe der Meisterschale ließen sich die Bayern ein wenig gehen. Daniel Ginczek (5./55), Anastasios Donis (42.) und Chadrac Akolo (52.) nutzten das und schossen einen klaren Sieg für den VfB heraus. FCB-Stürmer Robert Lewandowski blieb ohne Treffer, wurde aber dennoch mit 29 Toren und großem Vorsprung Torschützenkönig. Werder Bremen besiegte zum Saisonabschluss den FSV Mainz 05 mit 2:1 (1:1).

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Kommentare (1)

... hat der HSV um Platz 16 der Bundesliga gekämpft. Irgendwann reisst die Serie.