Martin Hornung (rechts) regte an, dass Rainer Walter (2. von rechts) zum 70. Geburtstag die Gold-Ehrennadel des Landesfu&szlig
Martin Hornung (rechts) regte an, dass Rainer Walter (2. von rechts) zum 70. Geburtstag die Gold-Ehrennadel des Landesfußballverbandes bekam. Überbringer waren vom Kreisverband Peter Kiefer und Dieter Bock (links). Foto: ZVG ZVG
Fußball-Knabenturnier

Erfinder des Supertors gestorben

Martin Hornung war ein großer Fan des Knabenturniers und hat sich als Ideen-Geber und Sponsor einer Einzel-Ehrung verdient gemacht. Nun ist der Münsteraner verstorben.
Neubrandenburg

Die Klein-Kicker und vielen Freunde vom Fußball-Knabenturnier der Nordkurier Mediengruppe haben ihm eine schöne Tradition zu verdanken. Wenn am Ende der Mammut-Veranstaltung im knackevollen Neubrandenburger Jahnsportforum neben den Mannschaften jedes Mal ebenso die besten Einzelkönner – vom Torhüter über den Techniker bis zum Torjäger – gewürdigt werden, gibt es seit einigen Jahrzehnten auch einen Preis für das „Supertor“. Den hat ein Mann aus Münster, Martin Hornung, einst erfunden und seither gesponsert.

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Einer seiner besten Kumpel, Nachwuchstrainer Rainer Walter, musste nun eine traurige Nachricht überbringen. „Leider ist Martin in der vergangenen Woche im Alter von 68 Jahren an einer Krebserkrankung verstorben. Wir sind alle sehr betroffen“, so Walter. „Martin war ein ganz wunderbarer Mensch.“ Der habe seine Todesanzeige noch selbst formuliert, beginnend mit den Worten: „Und tschüss.“

Er brachte den Borowski-Entdecker mit

Im Jahr 1990 hatte Rainer Walter, der als Coach aus Neubrandenburg in unserer Fußball-Gegend bestens bekannt und vernetzt ist, im norddeutschen Städtchen Heide den Münsteraner Hornung kennengelernt. „Ich war damals als Trainer mit der C-Jugend von Dynamo Neustrelitz bei einem Turnier dort. Es war die Wendezeit, und Martin, der als Unternehmensberater arbeitete und sich privat immer viel im Fußballsport engagierte, suchte das Gespräch mit mir. Er, der Wessi, wollte wissen, wie ich Ossi dachte und fühlte“, erinnert sich der 73-Jährige. Der Beginn einer Freundschaft.

Walter weiter: „Ich erzählte Martin auch vom Knabenturnier, das seinerzeit ja noch in der Stadthalle stattfand. Schon im Januar 1991 kam er, um es sich selbst anzusehen, und weil er gute Beziehungen zum SV Werder Bremen hatte, brachte er gleich dessen Chefscout Rolf Behrens mit.“ So wurde der Neubrandenburger Knabenturnier-Kicker Tim Borowski entdeckt. Einige Jahre darauf an die Weser geholt, startete der eine große Karriere in Bundesliga und Nationalmannschaft.

Knabenturnier-Comeback im Januar 2023

Martin Hornung – der ein Jahrzehnt mit der von der Insel Rügen stammenden Ausnahme-Volleyballerin Ariane Radfan verheiratet war, die wegen ihres attraktiven Äußeren bisweilen „Miss Volleyball“ genannt wurde –, war gleich vom Knabenturnier angefixt. Mit der „Supertor“-Idee kam er gut an, den „Supertor“-Pokal zu stiften – für ihn eine Ehrensache. Bei der 2020er-Auflage erhielt Emil Zühlke vom 1. FC Neubrandenburg 04 den Cup, der Junge ist mittlerweile für den 1. FC Union Berlin am Ball.

Dass übrigens Rainer Walter zu seinem 70. Geburtstag mit der höchsten Ehrung des Landesfußballverbandes, der Ehrennadel in Gold, ausgezeichnet wurde, ist seinem Freund zu verdanken. Nicht die hiesigen Fußballer und Funktionäre seines Vereins hätten sich dafür eingesetzt, sondern Martin Hornung, sagt Walter.

Der langjährige Knabenturnier-Leiter Ulrich Krüger: „Wir sind sehr dankbar dafür, dass Martin Hornung den Supertor-Einfall hatte und den Pokal Jahr für Jahr spendierte. Das ist eine echte Bereicherung für die Veranstaltung, nicht mehr wegzudenken. Diese Ehrung würden wir gern beibehalten.“ Vielleicht finde sich ja ein Nachfolge-Sponsor. Nach zwei coronabedingten Absagen soll das 55. Fußball-Knabenturnier der Nordkurier-Mediengruppe im Januar 2023 ein großes Comeback haben.

 

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