FUßBALL

Ex-TSG-Trainer wieder auf Job-Suche

Bei seinem Heimatverein Blekitni Stargard wollte Tomasz Grzegorczyk den nächsten Schritt seiner Trainerlaufbahn vollziehen. Es kam anders.
Tomasz Grzegorczyk, hier als Trainer in Neustrelitz, wurde beim polnischen Zweitligisten Stargard entlassen.
Tomasz Grzegorczyk, hier als Trainer in Neustrelitz, wurde beim polnischen Zweitligisten Stargard entlassen. Peter Krüger
Stargard ·

Die Feier zum runden Geburtstag an diesem Samstag wird ohnehin bescheiden ausfallen – ein Essen mit der Familie, mehr ist wegen der Coronasituation nicht drin in diesen Wochen. Die Super-Stimmung dürfte bei Tomasz Grzegorczyk an seinem 40. Geburtstag aber auch aus einem anderen Grund nicht aufkommen.

Seit dieser Woche ist er seinen Job als Trainer bei Blekitni Stargard los. Einen Tag nach der 0:4-Heimniederlage gegen KKS Kalisz teilte ihm der Vorstand des polnischen Fußball-Zweitligisten mit, dass man jetzt neue Impulse setzen wolle und sich deshalb trennen werde. „Wir haben ganz schlecht gespielt, keine Frage. Für mich kam die Trennung aber trotzdem völlig überraschend und auch zu schnell, weil es das erste Rückrundenspiel gewesen ist”, sagte der ehemalige Trainer der Oberligisten Torgelower FC Greif und der TSG Neustrelitz.

Der Wechsel sorgte für viel Wirbel

Blekitni kämpft in der 2. Liga um den Klassenerhalt, steht derzeit aber noch knapp über dem Strich. „In der Stadt und im Umfeld wussten alle, dass es eine schwierige Saison werden wird”, sagte Grzegorczyk. In der Winterpause hatte sich der Chefcoach einige Verstärkungen gewünscht, sie aber nicht bekommen. „Trotzdem hatten wir eine sehr gute Vorbereitung und waren auch gut auf die Rückrunde vorbereitet. Aber es ist eben Profifußball und da werden die Präsidenten schnell nervös”, sagte der Trainer, der derzeit parallel zu seinem Trainer-Job seinen Fußball-Lehrer „macht”. Grzegorczyk ist überzeugt, dass die Mannschaft trotz der Schwierigkeiten und des bescheidenen Rückrunden-Starts die 2. Liga halten wird.

Der Wechsel des polnischen Fußballtrainers zurück zu seinem Heimatverein hatte für viel Wirbel gesorgt. Mit der TSG Neustrelitz befand sich Grzegorczyk im vergangenen Sommer bereits in der Vorbereitung auf die neue Oberligasaison, als das Angebot von Blekitni ins Haus flatterte. Er wollte die „für ihn große Chance” nutzen, als Trainer den Sprung in den Profifußball zu schaffen. Bereut er im Nachhinein, den sicheren Job bei der TSG Neustrelitz vielleicht zu schnell aufgegeben zu haben? Darüber will er gar nicht groß nachdenken: „Ich schaue jetzt nur nach vorn.”

Die gut acht Monate bei Blekitni Stargard beschreibt er als eine Zeit, in der er „neue und gute Erfahrungen” gesammelt habe: „Mit 40 Jahren bin ich ein junger Trainer. Und es ist doch auch so. Geht eine Tür zu, öffnet sich eine andere.”

Grzegorczyk hat auch Deutschland im Blick

Ende Dezember geht seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer zu Ende, dann ist er im Besitz der sogenannten UEFA-Pro-Lizenz, mit der Tomasz Grzegorczyk in allen europäischen Fußballligen arbeiten könnte. „Darauf werde ich mich jetzt konzentrieren”, sagte der Familienvater und ergänzte sogleich, dass das aber nicht bedeuten würde, dass er bis dahin „zu Hause rumsitzen wird”. Er sei natürlich offen für alles, auch für Trainerjobs in Deutschland. Heute will er aber erst einmal seinen Ehrentag genießen.

 

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