BOXEN IN SCHWERIN

Ex-Weltmeister Brähmer boxt Kadrija K.o.

Jürgen Brähmer hat es in Schwerin nochmal allen gezeigt: Sein Gegner Erdogan Kadrija ging früh zu Boden. Aber auch andere Boxer wussten zu überzeugen.
dpa
Nicht viel Mühe hatte Profiboxer Jürgen Brähmer (rechts) mit seinem Gegner Erdogan Kadrija. Nach zwei Runden war bereits Schluss.
Nicht viel Mühe hatte Profiboxer Jürgen Brähmer (rechts) mit seinem Gegner Erdogan Kadrija. Nach zwei Runden war bereits Schluss. Peter Krüger
Schwerin.

Es war ein Abend, an dem sich der einstige Boxweltmeister Jürgen Brähmer kurz und knapp halten sollte. Erst im Ring, als der 40-Jährige mit seinem Gegner Erdogan Kadrija nach nicht einmal zwei Runden kurzen Prozess machte – und wenig später dann am Mikrofon.

„Kadrija”, so Brähmer ehrlich, „war nun nicht wirklich die Kategorie Gegner, wo man schon im Vorfeld wusste: Puhhh, das wird eng”. Und trotzdem löste der gebürtige Stralsunder die Aufgabe gewohnt souverän.

Linker Haken schickt Gegner zu Boden

In der ersten Runde sah es noch so aus, als könnte Kadrija dem ehemaligen WM-Champion etwas entgegensetzen, in Runde zwei aber nahmen Brähmers harte Schläge zu, bis einer seiner gefürchteten linken Haken den Gegner zu Boden schickte.

Dort sollte jener dann miterleben, wie der Ringrichter den Kampf vorzeitig abbrach und Brähmers 51. Sieg im 54. Profikampf amtlich werden ließ. „Ich hatte heute nur ein einziges Problem”, klärte Brähmer grinsend auf: „Ich musste über eine Viertelstunde darauf warten, bis ich endlich aus der Kabine zum Ring durfte – da war ich dann schon wieder kalt”.

Doch das war dann recht schnell abgehakt und der Blick wieder nach vorne gerichtet. In den nächsten Tagen will Brähmer unbedingt dafür sorgen, dass er den EM-Titelkampf gegen Stefan Härtel bekommt.

Ex-Champ will EM-Titelkampf

Dieser Fight soll nun versteigert werden – und der 40-Jährige hat großes Interesse daran, auf diese große Bühne zurückzukehren. „Brähmer gegen Härtel”, meinte der Faustkämpfer, der am Stadtrand Schwerins sein eigenes Gym betreibt, „das wäre ein geiler Kampf. Nicht nur für mich, sondern für ganz Deutschland”.

Startrainer Ulli Wegner, der in der Schweriner Sport- und Kongresshalle unter den knapp 2400 Zuschauern weilte, stieß jedoch schon mal eine Warnung aus: „Jürgen darf den Härtel bloß nicht unterschätzen, der Junge ist echt stark”.

Doch das ist Brähmer ja selbst auch noch, trotz seiner vier Jahrzehnte auf dem Buckel. Sebastian Förster, sein Athletikcoach gibt zu: „Jürgen ist extrem fit. Wenn ich ehrlich bin, dann wollten wir heute Abend schon ein paar mehr Runden gehen, da wir diese für den Aufbau benötigt hätte.”

Doch da spielte an diesem Abend, wie auch schon an so manchen zuvor, Brähmers Schlaghärte nicht mit. Diese sorgte eben für ein recht vorzeitiges Ende in einem letztendlich sehr ungleichen Kampf.

Europameister tat die Pfote weh

Auch Tyron Zeuge, Brähmers ehemaliger Schützling als Trainer, konnte in Schwerin einen Sieg feiern. Ein Technischer K.o. gegen den Spanier Adan Silvera in der zehnten Runde machte den Berliner zeitgleich zum EBU-Europameister.

Zeuge hatte seinen Konkurrenten bereits in den ersten Runden zwei Mal am Boden, doch musste er dann trotzdem noch unzählige Schläge investieren, um vorzeitig den Ring als Sieger zu verlassen.

„Mir hat schon meine Pfote weh getan”, gab Zeuge im Anschluss der vielen Schläge wegen zu. Auch der dritte Ex-Weltmeister, der an diesem Abend in Schwerin ins Seilquadrat stieg, verließ dieses dann auch wieder als Sieger.

Nur wenige Wochen nach seinem verlorenen WM-Kampf in Amerika, gewann Jack Culcay gegen den Italenier Stefano Castellucci nach acht intensiven Runden. Den spektakulärsten Kampf der Boxnacht lieferte indes der Berliner Björn Schicke, der sich gegen Hector Hernandez über zehn Runden erstmals den Deutschen Meistertitel sichern konnte.

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