SCHREIBTISCH ANSTATT KANU

Ex-Weltmeister lenkt nun die SCN-Geschäfte

Seit Anfang Juni arbeitet der ehemalige Spitzenkanute Heiko Zinke als Geschäftsführer des SC Neubrandenburg. Sein Geburtstag spielte dabei eine wichtige Rolle.
Auf dem Schreibtisch von SCN-Geschäftsführer Heiko Zinke wartet jede Menge Arbeit.Foto: Peter Krüger
Auf dem Schreibtisch von SCN-Geschäftsführer Heiko Zinke wartet jede Menge Arbeit.Foto: Peter Krüger Peter Krüger
Neubrandenburg ·

Seinen 53. Geburtstag wird Heiko Zinke sicherlich nicht so schnell vergessen. Denn irgendwie sorgte dieser Ehrentag dafür, dass Zinke mittlerweile am Schreibtisch des SC Neubrandenburg sitzt.

Freunde hängten die Stellenausschreibung des SCN, der sich auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer befand, einfach an das Geburtstagsgeschenk und forderten den Jubilar quasi damit auf, sich doch ein bisschen intensiver damit zu beschäftigen.

Und das tat Zinke. Ganz so fremd war ihm der Sportclub ja nun auch nicht, schließlich ist der ehemalige Kanuleistungssportler immerhin schon 41 Jahre Mitglied des SCN, wurde in dieser Zeit sogar Weltmeister (1985), mehrfacher DDR-Meister und war Teilnehmer der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Sportlich also ordentliche Meriten, die Zinke da vorweisen kann.

Vorgänger gab wertvolle Tipps

Hinzu kamen über zwei Jahrzehnte Erfahrung als Geschäftsführer eines Wirtschaftsunternehmens. Vermutlich war es die Mischung aus beidem, die dem SCN-Präsidium die Entscheidung leicht gemacht hatte, Zinke nach einem knapp einstündigen Vorstellungsgespräch die Zusage für diesen Posten zu geben.

Seit dem 2. Juni sitzt der Ex-Weltmeister, der sich ohnehin beruflich neu orientieren wollte, nun am SCN-Schreibtisch und arbeitet sich Tag für Tag immer mehr in seinem neuen Job ein. Drei Wochen lang stand ihm sein Vorgänger Björn Bromberger zur Seite, gab wertvolle Tipps für sämtliche Arbeitsabläufe, zog mit seinem Nachfolger durch die einzelnen Abteilungen sowie durch die Stadt und stellte ihn dort – sofern noch nötig – vor.

„Er war mir eine riesengroße Hilfe zum Einstieg“, dankt Zinke dem scheidenden Geschäftsführer. „Aber nun muss ich alles mal alleine anfassen, um nach und nach Routine in die ganzen Abläufe zu bekommen“, so der ausgebildete Diplomsportlehrer, der später noch den Betriebswirt nachgeholt hatte.

Eine Rolle in der Weltspitze des Sports spielen

Ohnehin sei der Start schon sehr speziell gewesen – Corona lässt grüßen. „Dieses Jahr wird uns schon ein bisschen runterreißen“, vermutet Zinke. Doch er gibt sich kämpferisch und lässt kurzzeitig einem Traum freien Lauf: „Natürlich wäre es schön, wenn der SCN wieder eine Rolle in der Weltspitze des Sports spielen würde.“

Genaue Ziele für seine Amtszeit will Zinke, der zum Club und Job „eine sehr emotionale Bindung“ hat, aber noch nicht formulieren. „Ich muss mir in den nächsten Wochen erstmal einen kompletten Überblick verschaffen, Strukturen und Abläufe genauer kennenlernen. Und dann kann man eventuell auch Ziele und Erwartungen äußern.“ Bis dahin werden aber sicherlich noch so einige Stunden am SCN-Schreibtisch verstreichen.

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