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Fußball-WM

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Frankreich ist bereit für den großen Wurf

Antoine Griezmann ist einer von mehreren Top-Stürmern im französischem Kader.
Antoine Griezmann ist einer von mehreren Top-Stürmern im französischem Kader.
Arne Dedert

32 Mannschaften spielen bei der Fußball-WM in Russland um den Titel. Wir stellen alle Teilnehmer vor. Hier geht es um Frankreich.

Am 12. Juli jährt sich Frankreichs WM-Triumph zum 20. Mal. Und die Erwartungen in der Grande Nation sind ähnlich hoch wie in der goldenen Ära von Zinédine Zidane. Der Weltmeister von 1998 hat wieder eine schlagkräftige Mannschaft beisammen, allein die Offensive ist absolute Weltklasse. Antoine Griezmann, der gerade erst Atlético Madrid zum Europa-League-Triumph geführt hat, Jungstar Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain) und der Ex-Dortmunder Ousmané Dembele (FC Barcelona) haben zusammen einen Marktwert von weit über
300 Millionen Euro.

Fans pfeiffen Top-Star aus

Schrittweise hat Trainer Didier Deschamps, der WM-Kapitän von 1998, das Team zurück in die Weltspitze geführt. Nach dem WM-Aus 2014 im Viertelfinale gegen Deutschland folgte 2016 das unglücklich verlorene EM-Finale gegen Portugal im eigenen Land. Nun also der große Wurf? Die Qualifikation meisterte Frankreich recht souverän als Gruppenerster, nur eine Niederlage gab es 2017 in elf Spielen.

Sorgenfrei ist Deschamps aber nicht. Der Ausfall von Abwehrchef Laurent Koscielny (FC Arsenal) tut weh, auch EM-Held Dimitri Payet steht nach seiner Verletzung im Europa-League-Finale nicht im Kader. Dazu gibt es ein Fragezeichen hinter dem lange verletzten Außenverteidiger Benjamin Mendy (Man City).

Die Stimmung bei der Equipe Tricolore könnte nach starken Testspielen – 2:0 gegen Irland und 3:1 gegen Italien – kaum besser sein, wären da nicht die Pfiffe für den formschwachen Paul Pogba. „Solche Dinge sind eine Schande. Wir müssen Spieler wie ihn bewundern und froh sein, dass er für Frankreich spielt“, sagte Mbappé und sprang dem 104-Millionen- Mann von Manchester United zur Seite.

Griezmann widersteht den Lockrufen

Die Kritik an dem Superstar ist aber berechtigt. Seit Monaten schwanken die Leistungen mächtig, auch im Vereinstrikot werden Pogba immer wieder lustlose Auftritte bescheinigt. Und so ist das Leistungstief das große Thema in der Vorbereitung.

Pogba war aber nicht der einzige Spieler der Franzosen, der vor der WM für Wirbel sorgte. Auch um Angreifer Griezmann wurde es laut. Der 27-Jährige stand im Fokus vom FC Barcelona, doch er widersteht den Lockrufen und bleibt in Madrid. Zumindest diese Baustelle ist geschlossen.