Kommentar zu Fußball-Krawallen
Geht zum Prügeln doch in den Wald!

Regelmäßig kommt es bei den Spielen verschiedener Fußballvereine zu Ausschreitungen. Unter anderem bei Hansa Rostock ist deshalb ein größeres Polizeiaufgebot für solche Spiele notwendig.
Regelmäßig kommt es bei den Spielen verschiedener Fußballvereine zu Ausschreitungen. Unter anderem bei Hansa Rostock ist deshalb ein größeres Polizeiaufgebot für solche Spiele notwendig.
Hendrik Schmidt

Hansa gab beim 1:1 in Jena in der Nachspielzeit den Sieg noch aus der Hand. Für Aufsehen sorgten auch noch andere Geschehnisse. Gewaltbereite Fans sind keine Seltenheit. Leider, meint unser Redakteur Peter Krüger.

Es vergeht momentan kaum ein Drittliga-Spieltag, an dem nicht irgendein Polizeibericht bezüglich diverser Fehlverhalten sogenannter Fans auftaucht. Ich will hier auch gar nicht auf das Abbrennen von Pyrotechnik einschlagen, wo ich als Fußballfan, auch wohl wissend ob der Gefahren, gerne mal hinschaue.

Nein, mir geht es vielmehr um die Gewaltbereitschaft im Stadion oder auch auf dem Weg dorthin. Oder von dort wieder weg. Orte, an denen diese Leute über Zäune klettern, um hasserfüllt auf ihre Gegenüber einschlagen zu wollen. Orte, an denen sich oftmals auch Familien, Frauen und Kinder aufhalten. Machen das Fans, die wegen des Fußballs ins Stadion gehen? Nein, ihr Verhalten ist beschämend und unverständlich.

Gewalt gehört nicht ins Stadion

Hansa Rostock ist einer der Vereine, der besonders geplagt ist von Leuten, die den Sport durch ihre Gewaltbereitschaft in den Hintergrund treten lassen. Ein kurzer Auszug von Fehltritten aus der jüngsten Vergangenheit:

Die Gewalt – also die Sprache der Dummen – hat im Stadion oder auf anderen öffentlichen Plätzen nichts zu suchen. Genauso wenig wie die kindische Ausrede, die danach oft zu hören ist: „Die haben aber angefangen!“ Schlagt euch im Wald oder sonstwo die Köpfe ein, aber nicht im Stadion oder am Bahnhof!

Kommentare (2)

Irgendwie muss man den Prügel-Fans (also Fans des Prügelns, nicht Fußball-Fans, die sich prügeln) doch herr werden. Wahrscheinlich gilt es mal, etwas rigoroser durchzugreifen. Fehlverhalten im Stadion ist doch relativ leicht zu lokalisieren. Spielabbruch. Und Wiederholung ohne Publikum. Oder Spielabbruch und die Mannschaft, aus deren Fanblock das Fehlverhalten kam, hat das Spiel verloren. Spielabbruch natürlich mit Rückzahlung der Eintrittsgelder an die Besucher. Dann hat auch der Verein einen guten Grund, auf seine "Fans" einzuwirken.

Wald ist öffentlicher Raum, sofern es sich nicht um Waldstücke handelt, die weit abseits der Waldwege sind (z.B. Futterraufen für Wildtiere). Auch Wald in Privatbesitz ist kein Ort für Prügeleien. Übrigens abgesprochene Prügeleien zwischen "Fan"gruppen verschiedener Fußballclubs in Stadt oder Land sind Alltag. Diese sogenannten Fans gehen ins Stadion und sehen die Anwesenheit der Anderen bereits als Provokation. Mit solcher Einstellung sieht man die Umgebung und die Anderen komplett verzerrt. Letztlich ist es für einige "Fans" Wochenendsport, die gegnerischen Fans irgendwie und irgendwo herauszufordern. Im deutschen Stadion kann ein kleiner Teil eines Blocks während des Spiels sich unter einer großen Fahne vermummen und sich umstellen, um danach Stunk zu machen. Man kann einen Block sperren, egal ob die "Fans" Dauerkarten haben oder angeblich nicht beteiligt gewesen seien. "Fans", die indirekt Randalierer decken, sind genauso schlimm wie die Randalierer - sie gehören zum System, sonst wäre die Identifizierung der praktizierenden Randalierer kein Problem. Pyrotechnik ist relativ einfach ins Stadion zu bringen. Jeder Fußballclub hat sogenannte Ordner, die entweder vor dem Spiel bereits das Zeug ins Stadion bringen oder bei Personen am Eingang nicht korrekt kontrollieren. Manchmal sind es auch Tagelöhner (kurzfristig Beschäftigte) der Stadion-Caterer, die die Pyro im Stadion deponieren.