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Beim Besuch 2018 in seinem Haus in Möckern (Sachsen-Anhalt) präsentierte Joachim Streich auch den Pokal, den er für sein 100. Länderspiel erhielt. Thomas Krause
Ostfußball-Legende

Große Sorge um DDR-Fußballer Joachim Streich

Der DDR-Rekordnationalspieler aus Magdeburg leidet an einem Syndrom, das in Leukämie übergehen kann. Bei der WM 2018 war er auch für den Nordkurier tätig.
Magdeburg

DDR-Rekordnationalspieler Joachim Streich wartet nach eigenen Angaben auf einen neuen Termin für eine Stammzelltransplantation. Der an Blutarmut leidende Magdeburger sollte bereits vor drei Wochen behandelt werden. „Alles war vorbereitet, ich war schon auf Station. Doch dann kam eine Lungenentzündung dazwischen. Ich musste wieder entlassen werden. Das waren sehr schlimme Tage für mich”, sagte der 70-Jährige der „Bild”.

Ostfußball-Legende Streich leidet am Myelodysplastischen Syndrom im fortgeschrittenen Stadium, das in eine Leukämie übergehen kann. Bisher wurde Streichs Blut durch Transfusionen in Magdeburg erneuert, doch ein Arzt riet Streich zu einer effektiveren Behandlung. „Er hat mir verraten, dass er früher als Fan auf der Tribüne saß, als ich noch aktiv war. Ich habe mich da sofort gut aufgehoben gefühlt”, sagte Streich, der in seiner Nationalmannschaftskarriere in 102 Länderspielen 55 Tore bejubeln durfte.

229 Tore in der DDR-Oberliga

Seinen Kampfgeist hat der frühere Stürmer, der in 378 Oberligapartien für den FC Hansa Rostock und den 1. FC Magdeburg 229 Tore erzielt hatte, behalten. „Ich habe die Diagnose schon länger. Und versuche positiv damit umzugehen. Abgesehen davon, dass ich mich oftmals schlapp fühle, gelingt mir das ganz gut.” Schon im Voraus bedankte sich Streich bei seinem Stammzellspender: „Ich weiß, dass ich niemals erfahren werde, wer er ist. Aber ich ziehe den Hut vor ihm. Danke!”

Joachim Streich arbeitete während der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland als Experte für den Nordkurier. Seine kritischen Kolumnen waren sehr beliebt bei den Lesern. Im Restaurant „Herr Grünfink” war Streich damals auch beim Public Viewing mit Nordkurier-Lesern zu Gast.

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