EKLAT UM SALUT-FOTO

Gündogan gefällt Militärgruß türkischer Nationalspieler

Nachdem er 2018 mit dem türkischen Präsidenten Erdogan posiert hatte, gab sich DFB-Spieler Ilkay Gündogan geläutert. Jetzt sorgt er wieder durch ein Bild für Aufregung.
SID SID
Die Spieler von der Türkei mit (l-r) Yusuf Yazici , Cenk Tosun, Merih Demiral, Mehmet Zeki Celik und Hakan Calhanoglu sal
Die Spieler von der Türkei mit (l-r) Yusuf Yazici , Cenk Tosun, Merih Demiral, Mehmet Zeki Celik und Hakan Calhanoglu salutierten nach dem 1:0 Sieg vor den Fans. Die UEFA ermittelt nun. Uncredited
Istanbul.

Ilkay Gündogan und Emre Can haben einen politischen Hintergrund für ihre Instagram-Likes eines umstrittenen Jubelbildes der türkischen Fußball-Nationalmannschaft abgestritten. „Ich habe das Like zurückgenommen, als ich gesehen habe, dass es politisch gewertet wurde”, teilte Gündogan (28) auf SID-Anfrage mit: „Glauben Sie mir: Nach dem letzten Jahr ist das letzte, was ich wollte, ein politisches Statement zu setzen. Ich habe das Like bewusst zurückgenommen.”

Can (25) sagte der Bild: „Ich habe den Post von Tosun, den ich schon lange kenne, beim Scrollen geliked, ohne jegliche Intention und auf den Inhalt zu achten. Ich bin absoluter Pazifist und gegen jede Art von Krieg.” Auch Can zog das Like inzwischen zurück.

Wirbel um Foto mit Erdogan

Vor der WM 2018 hatte Gündogan (und Rio-Weltmeister Mesut Özil) bereits mit Fotos mit dem türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan für Wirbel gesorgt. Can, der zu der Zeit noch beim FC Liverpool spielte, war zu dem Treffen in London, wo die Bilder entstanden, ebenfalls eingeladen, blieb aber fern.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte sich am Sonntag vor dem EM-Qualifikationsspiel in Tallinn gegen Estland nicht äußern. Allerdings soll es nach der Begegnung ein Gespräch mit den Spielern geben.

Türkei hat gerade Militär-Offensive gestartet

Nach dem späten Siegtreffer im EM-Qualifikationsspiel gegen Albanien am Freitag (1:0) durch Cenk Tosun salutierten der Everton-Profi und mehrere andere türkische Nationalspieler in Richtung Ehrentribüne. Zu einem Bild der Szene schrieb Tosun bei Instagram: „Für unsere Nation. Vor allem für jene, die für unser Land ihr Leben riskieren.” Die Türkei startete am Mittwochabend eine Offensive gegen die syrische Kurdenmiliz in Nordsyrien. Die UEFA ermittelt wegen des Torjubels.

Tosun wurde in Wetzlar geboren und spielte in der Jugend wie der drei Jahre jüngere Can bei Eintracht Frankfurt. Tosun und Gündogan spielten gemeinsam in der deutschen U21, ehe sich der Stürmer für das Land seiner Eltern entschied. „Wahr ist, dass ich mich für meinen ehemaligen Teamkollegen gefreut habe”, sagte Gündogan weiter. Die beiden sind befreundet, Tosun wohnte nach seinem Wechsel zu Everton im Januar 2018 in Manchester im selben Haus wie die City-Profis Gündogan und Leroy Sane sowie Teammanager Pep Guardiola.

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Kommentare (2)

Fussball an sich ist unpolitisch. Aber er wird natürlich genutzt und beobeachtet und bewertet ganz nach Lust und Laune des jeweiligen Betrachters. Fakt ist jedenfalls, daß Emre Can uns mit seinem Foul in Estaldn vor einem 0:1-Rückstand bewahrt hat, und das der zweite Daumen hoch - Verleiher Gündogan in der zweiten Halbzeit zweit Tore für Deutschland geschossen hat, wenn auch etwas glücklich wegen abgefälscht.

Zur Endphase des syrischen Bürgerkrieges: Ich bin auch etwas überrascht vom Einmarsch der Türkischen Soldaten in Nord-Syrien (bis dato von der kurdischen YPG beherrscht). Ich vermute aber, daß Präsident Erdogan (Türkei) seine Vorgehensweise mit dem Russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem Syrischen Präsidenten Assad zuvor abgestimmt hat und das eine politische Lösung dieser Situation aussichtlos erschien. Auch der türkische NATO-Partner Donald Trump (USA) hat mit dem Rückzug seiner US-amerikanischen Soldaten den Türken indirekt sein Einverständnis signalisiert. Das ist zumindest meine Wahrnehmung. Ob die kurdische YPG wirklich eine Terror-Organisation darstellt, wie vom Türkischen Präsidenten Erdogan behauptet wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

und:
Die US-Amerikaner hatten die Kurden unter Ex-Präsident Brack Obama zuvor offenbar militärisch unterstützt im Syrischen Bürgerkrieg (seit 2011?) und der amtierende US-Präsident Donald Trump musste sich nun entscheiden, ob er Immer-noch-NATO-Partner Türkei oder wie Obama die kurdische YPG unterstützt. Im Prinzip hat er sich mit dem Rückzug der US-Truppen aus dem Kurden-gebiet in Nord-Syrien für neutral erklärt bzw. für nicht (mehr) zuständig.

und:

Rein militärisch betrachtet macht es aus meiner Sicht wenig Sinn für die YPG-Kurden, der Türkischen Armee weiterhin die Stirn zu bieten. Schon ihres eigenen Volkes zuliebe sollte sie liebers die Waffen strecken und einen halbwegs ehrenvollen Frieden annehmen. Die Türkei sagt, daß die Kurden aus Nord-Syrien terroristische Kurdne aus der Süd-Türkei Unterschlupf gewähren, wenn ich es richtig verstehe. Darum auch der Einmarsch, weil Terror geht gar nicht. Das ist ein absolutes No-Go weltweit. Außerdem behandelt die Kurden-YPG die unschuldigen/innocent IS-Frauen mit ihren Kindern in den nord-syrischen Gefängnissen schlecht, das war nicht gut fürs Image.