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Hamburger Wähler stimmen gegen Olympia-Bewerbung

Das Nein der Wähler ist für Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) eine herbe Niederlage.
Das Nein der Wähler ist für Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) eine herbe Niederlage.
Axel Heimken

Die Hamburger lehnen Olympia ab. Im Referendum stimmt die Mehrheit sensationell gegen eine Bewerbung um Sommerspiele 2024. Bereits 2013 erlebte Deutschland eine Olympia-Pleite.

51,6 Prozent der Hamburger waren dagegen, nur 48,4 Prozent stimmten für die Olympia-Bewerbung. Damit erlebt Deutschland seine zweite olympische Pleite binnen zwei Jahren. 2013 hatten München und Umgebung in einer Volksbefragung gegen Winterspiele 2022 votiert. Nachdem die Ausrichtung des größten Sportspektakels hierzulande erneut durchgefallen ist, hat sich Deutschland vorerst ins Abseits katapultiert. Da hilft auch nicht, dass die Kieler mit großer Mehrheit (65,57 Prozent) für Segel-Wettbewerbe auf der Förde stimmten.

Zuletzt hatte den Olympia-Planern nach anfänglicher Euphorie der Gegenwind kräftig ins Gesicht geblasen. Im Frühjahr wollten noch 64 Prozent Olympia an die Elbe holen. Doch die Begeisterung bröckelte zusehends. Flüchtlingskrise, Terroranschläge in Paris, abgesagtes Fußball-Länderspiel in Hannover, DFB-Affäre, FIFA-Skandal, flächendeckendes Doping in der russischen Leichtathletik - das alles sorgte für Nachdenklichkeit, Verunsicherung und Abkehr von sportlichen Idealen und Wünschen. Im März lag die Zustimmung der Hamburger noch bei 64 Prozent - entscheidendes Faustpfand im nationalen Zweikampf mit Berlin.

Tiefschlag für den Bürgermeister

„Wir haben einen Stimmungswandel in der Stadt bemerkt“, sagte Florian Kasiske aus dem jubelnden Lager der Initiative NOlympia. „Die Menschen sehen, dass es Sachen gibt, wo das Geld besser angelegt ist.“ Dirk Seifert, der Gründer der Initiative NOlympia und Internetblogger, meinte lakonisch: „Die Politik hat gefragt, das Volk hat entschieden.“

Für Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ist die Absage ein unerwarteter Tiefschlag. Er hatte Olympia als wichtigstes Projekt des rot-grünen Senats ausgegeben. Die Stadtentwicklung sollte bis 2024 auf einen Stand gebracht werden, der normalerweise 20 bis 30 Jahre in Anspruch genommen hätte. Aus der Traum. „Das ist eine Entscheidung, die wir uns nicht gewünscht haben. Sie ist aber klar“, sagte Scholz.

Die Frage Olympia ja oder nein hatte die Hamburger stärker mobilisiert als andere Themen. Runde 650 000 der 1,3 Millionen Wahlberechtigten gaben in dem vierwöchigen Verfahren ihre Stimme ab. Die Teilnahme am Referendum überstieg vergleichbare Volksbefragungen in der Hansestadt deutlich.