MEHRDEUTIGES TRANSPARENT

Hansa-Fans sorgen für Banner-Ärger

Spruchbänder haben den Heimsieg des Rostocker Fußball-Drittligisten gegen Unterhaching überschattet. Hintergrund könnte ein Terror-Prozess in Dresden sein - oder doch nicht?
Thomas Krause Thomas Krause
Dieses Foto der Aktion veröffentlichte der Twitter-Account "ultrapeinlich" am Sonntag.
Dieses Foto der Aktion veröffentlichte der Twitter-Account „ultrapeinlich” am Sonntag. "Ultrapeinlich" via Twitter (Screenshot)
Rostock.

Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock muss mit einer erneuten Geldstrafe rechnen. Beim 2:0-Heimsieg der Rostocker gegen die SpVgg Unterhaching sorgten einige Fans für einen Eklat, nachdem sie im Stadion gleich zwei Banner entrollt hatten.

Auf der Südtribüne erinnerten Anhänger an die Vorfälle in Stendal vor 13 Jahren: "13 Jahre Stendal Randale” hieß es auf dem Spruchband vor dem Block. Mit weißen Papptafeln wurde die Abkürzung „ACAB” dargestellt, die für „All Cops are Bastards” steht.

Keine Solidarität mit Angeklagten in Rechtsterror-Prozess

Doch es kommt noch heftiger: In einer Ecke der Nordtribüne entrollten Fans ein Solidaritätsspruchband: "Vorpommern wünscht allen Angeklagten im Dresdenprozess viel Kraft und Gerechtigkeit". Dies wurde von Beobachtern zunächst auf einen aktuell in Dresden laufenden Strafprozess gegen die  „Oldschool Society” bezogen. Der Gruppierung wird die Vorbereitung rechtsterroristischer Aktionen zur Last gelegt. Zwei ihrer mutmaßlichen Mitglieder, eines von ihnen stammt aus Anklam, stehen derzeit in Dresden vor Gericht.  Der Prozess soll diese Woche am Dienstag und Mittwoch fortgesetzt werden. 

Allerdings gibt es inzwischen Anzeichen, dass diese Aktion mit der "Oldschool Society" nichts zu tun hatte. Vielmehr soll das Plakat es an Personen gerichtet gewesen sein, die vor ein paar Jahren vor einem Auswärtsspiel des FC Hansa Rostock in Dresden von der Polizei festgenommen wurden und denen jetzt dort deshalb ebenfalls ein Gerichtsprozess droht.

Fans distanzieren sich scharf von der Aktion

In der Rostocker Fanszene missbilligten viele Anhänger die Aktion, wie es in Internet-Foren zu lesen ist. Die Südtribüne sollte mit dem anonymen Statement diffamiert werden, hieß es da. Weiter heißt es, dass es innerhalb der Fanszene schon länger Differenzen bei politischen Themen und dem Umgang mit rechtsextremen Fans gebe.

Auch der Verein zeigte sich wenig erfreut über die Spruchbänder: „Für die Choreografie, die entgegen den angemeldeten Angaben stattfand, entschuldigt sich der Verein ausdrücklich bei der Polizei”, teilte Hansa Rostock am Montag mit. „Konstruktiv kritische Spruchbänder sind ohne Frage ein Teil der Fankultur - Banner, die Gewalt verherrlichen und stumpfsinnige Beleidigungen beinhalten, gehören definitiv und klar nicht dazu und sind auch nicht mit den Werten des FC Hansa Rostock vereinbar, sondern sind einfach nur dumm.”

Zu Erinnerung: Am 5. Februar 2006 war es im Stendaler Bahnhof zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen, nachdem Fans des FC Hansa auf dem Weg nach Braunschweig von der witterungsbedingten Spielabsage erfahren hatten. Damals soll ein Sachschaden von rund 200.000 Euro entstanden sein.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde das Transparent nur auf den Prozess um die Oldschool Society bezogen. Diese Verbindung war zuvor im Internet von zahlreichen Akteuren, darunter auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mecklenburg-Vorpommern, hergestellt worden. Einige Fans haben die Aktion aber anders verstanden.

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Kommentare (3)

Der Verein, soll sich auflösen, dann ist Ruhe entlich

Lerne erstmal richtig deutsch, bevor du so einen Unsinn schreibst!

Warum Banner- Ärger H. Krause???? Peinlich war ihre Frage auf der PK zum Spiel gegen Haching. Als Pressevertreter sollte man schon im Stande sein, auf einer PK eine Frage in einem Satz zu stellen,......