„TOD UND HASS DER POLIZEI“

Hansa-Fans sorgen mit Banner für Ärger

Ein Teil der Anhänger des Rostocker Fußball-Drittligisten hat erneut für Aufregung gesorgt. Auf einem Banner wurde zu Gewalt gegen Polizei aufgerufen.
Mit diesen Plakaten sorgte ein Teil der Hansa-Anhänger während des Spiels gegen den FC Ingolstadt für Aufregung
Mit diesen Plakaten sorgte ein Teil der Hansa-Anhänger während des Spiels gegen den FC Ingolstadt für Aufregung. Auf einem Banner war zu lesen „Tod und Hass der Polizei“. Foto: Peter Krüger
Rostock.

Auf dem Rasen läuft es für die Drittliga-Fußballer des FC Hansa Rostock derzeit alles bestens: Nach dem 3:0-Erfolg gegen den FC Ingolstadt mischen die Ostseestädter wieder mit im Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auf den Tribünen des Ostseestadions scheint der sportliche Erfolg der heimischen Kicker offenbar aber nicht jeden Hansa-Fan zu interessieren. 

Ein Teil der Rostocker Anhängerschaft sorgte bei der Partie gegen Ingolstadt erneut für einen Eklat. Auf dem Rasen trugen die Kicker Trauerflor, vor der Partie gab es eine Gedenkminute für die Todesopfer des Anschlages von Hanau – auf der Südtribüne waren indes Plakate zu sehen, auf denen unverblümt zu Gewalt gegen die Polizei aufgerufen wird. Auf einem Banner war zu lesen: „Tod und Hass der Polizei“.

Hansa-Vorstandsvorsitzender Robert Marien ist erschüttert. „Wir machen eine Schweigeminute gegen Tod und Hass und dann hauen irgendwelche Dummköpfe so ein Transparent raus – das geht überhaupt nicht. Das ist traurig“, sagte er der Ostsee-Zeitung. Er bezeichnete die Aktion auf der Ultra-Tribüne als „geistig sehr schwach“. Marien erwartet nach der Aktion erneut eine Geldstrafe durch den DFB. „Damit müssen wir definitiv rechnen – und das auch vollkommen zu Recht“, so der Hansa-Chef. Bisher musste die Kogge nach Medienberichten in dieser Saisonfür Fan-Verfehlungen bereits Strafen in Höhe von 103.745 Euro zahlen – so viel wie kein anderer Klub in der 3. Liga. Im Dezember brummte der DFB dem Club insgesamt 60.000 Euro Strafe für mehrere Delikte auf. Dabei ging es vor allem um das Zünden von Pyrotechnik im Stadion.

Ob das Banner vom Spiel gegen Ingolstadt zu vereinsinternen Sanktionen gegenüber der Fanszene führen wird, ließ Marien offen. Zumal es fraglich sei, ob man die Initiatoren ermitteln könne, sagte der Vorstandschef mit Blick auf die Loyalität, die in der Fanszene ein ungeschriebenes Gesetz ist.

Die Polizeigewerkschaft ist wenig amüsiert

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Mecklenburg-Vorpommern reagierte gestern ebenso entsetzt auf die Aktion im Ostseestadion. „Was der Vorstand mit den Händen aufbaut, reißen diese Dummköpfe auf der Südtribüne mit ihrem Allerwertesten ohne Sinn und Verstand ein“, erklärte der Landesvorsitzende der GdP, Christian Schumacher. Ein solches Banner sei menschenverachtend, man könne es durchaus als Morddrohung verstehen. „Wer solche Aktionen durchführt oder unterstützt, der macht sich mitschuldig daran, wenn Gewalt und Aggressivität gegenüber der Polizei in unserer Gesellschaft immer mehr hoffähig werden“, so Schumacher.

Auch das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns zeigte sich gestern entsetzt. „Wer in der jetzigen Zeit zu Hass, Tod und Gewalt aufruft, stellt sich selbst ins absolute Abseits. Nach einer Gedenkminute für die Opfer des Anschlags von Hanau für so einen Eklat zu sorgen, zeigt die Ignoranz und Geschmacklosigkeit der sogenannten Fans“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU).

In Hinblick auf die Tagung des Örtlichen Ausschusses für Sport und Sicherheit, der zweimal im Jahr alle Sicherheitspartner (Polizei, Innenministerium, Staatsanwaltschaft, Verein, Fanprojekt) zusammenführt und in dieser Woche zusammenkommt, sagte Caffier: „Ich erwarte, dass dort Maßnahmen besprochen werden, die das Zeigen solcher Hassbotschaften im Stadion nicht mehr ermöglichen.“

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