MONTAGSSPIELE

Hansa Rostock mobilisiert seine Fans gegen DFB

Mit Hilfe seiner Anhänger wollen sich die Rostocker gegen den Deutschen Fußball Bund (DFB) wehren. Es geht um die Montagsspiele.
Thomas Krause Thomas Krause
Der FC Hansa Rostock will mit seinen Fans gegen die Montagsspiele protestieren.
Der FC Hansa Rostock will mit seinen Fans gegen die Montagsspiele protestieren. Andy Buenning
Rostock.

Die Proteste gegen die bei Fußballfans ungeliebten Montagsspiele in der3. Liga nehmen offenbar wieder an Fahrt auf. Der Ärger der Anhänger war zwar bereits riesengroß, als der Deutsche Fußball Bund (DFB) Anfang der Saison die Einführung von regulären Montagsspielen bekannt gegeben hatte. Doch dann schien der Sturm der Entrüstung vorbei gezogen zu sein.

Nun machen Drittliga-Clubs ihren Standpunkt zu dem Thema noch einmal deutlich: Abschaffung der Punktspiele am Montag. In Uerdingen und Jena gab es dazu zuletzt Aktionen, am 18. März ist beim Heimspiel des FC Hansa Rostock gegen den Halleschen FC ein großer Protest im Ostseestadion geplant.

Fans können Sprüche einreichen

Der Club ruft dazu seine Fans auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Unter dem Motto „Unser Protest im Ostseestadion“ können Hansa-Anhänger Vorschläge beziehungsweise Sprüche gegen Montagsspiele an den Verein senden.

„Die ausgewählten Sprüche werden dann auf unserer Website bekannt gegeben und im Nachgang auf Tapeten festgehalten, die beim Spiel gegen Halle auf den Tribünen hochgehalten werden sollen”, sagt Clubsprecherin Marit Scholz.

Es gehe dem FC Hansa schlichtweg darum, nochmals seine Position zu dem Thema zum Ausdruck zu bringen und zur erneuten Diskussion anzuregen – auch mit Blick auf kommende Verhandlungen über TV-Verträge für die 3. Liga, sagt Scholz.

Montagsspiele seien arbeitnehmerfeindlich

Der Standpunkt beim Rostocker Traditionsclub ist klar formuliert: „Die Entscheidung, Montagsspiele auch in der 3. Liga einzuführen, ist unseres Erachtens fernab der Bedürfnisse und Interessen der Basis und alles andere als fan- beziehungsweise arbeitnehmerfreundlich”, sagt Scholz.

Nicht umsonst habe es zuletzt bundesweit und ligaübergreifend massive Fanproteste und einen organisierten Stimmungsboykott gegeben, mit denen die Fans die Abschaffung der Montagsspiele gefordert haben.

Dass die Rostocker am 18. März noch einmal nachlegen, hängt wohl auch mit dem Gefühl zusammen, nicht ernst genommen zu werden von den DFB-Bossen.

„Der DFB spricht von der expliziten Zustimmung aller 19 Klubs zum neuen Spieltagsformat und hat dies auch offiziell so verkündet. Wir haben in den Gesprächen aber immer zum Ausdruck gebracht, dass wir Montagsspiele nicht begrüßen”, sagt Hansas Pressesprecherin.

Nicht jeder Anhänger kann am Montag nach Rostock zum Fußball

Vielen Fans werde durch die Montagsspiele die Möglichkeit erschwert oder gänzlich genommen, ihre Mannschaft zu unterstützen – nicht nur bei den Auswärtsspielen. „Auch bei Heimspielen ist es sicherlich nicht jedem unserer Anhänger möglich, an einem Montagabend beispielsweise von der Insel Rügen, Usedom oder aus dem Osten des Landes nach Rostock zu kommen”, so Scholz.

Die Partie gegen Halle ist das zweite Montagsspiel des FC Hansa in dieser Saison. Am 3. Dezember spielte Rostock gegen Osnabrück.

In Uerdingen gab es Ärger

Beim Fanprotest in Uerdingen gab es allerdings auch Ärger, weil der Vorstand nach Medienberichten beim Montagsspiel Ende Februar gegen Münster ein Banner entfernen ließ.

Man verstehe, dass Fans nicht glücklich über Ansetzungen am Montag seien, es gebe aber nicht das Meinungsbild aller Fans wider, hieß es in einer Stellungnahme des Clubs, in der der Verein zudem auf die finanzielle Abhängigkeit von TV-Übertragungen – gerade in der dritten Liga – verwies.

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