KOMMENTAR

Hansa-Schmierereien sind auch kriminell!

190 Polizisten haben am Dienstag die Häuser von Menschen durchsucht, die im Verdacht stehen, Züge und Bahnanlagen mit Hansa-Graffitis zu „verschönern”. Unser Autor findet das richtig.
Gabriel Kords Gabriel Kords
Wer so etwas an Hauswände schmiert, hat nicht verstanden, wie unser Gemeinwohl funktioniert – und gehört bestraft.
Wer so etwas an Hauswände schmiert, hat nicht verstanden, wie unser Gemeinwohl funktioniert – und gehört bestraft. Georg Wagner
Neubrandenburg.

Es wirkt auf den ersten Blick ziemlich happig: 190 Beamte suchen auf Geheiß der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg nach Beweisen für Hansa-Schmierereien und Hansa-Schmierfinken. Ist das noch verhältnismäßig? Immerhin geht es weder um Gewaltverbrechen, noch um politischen Extremismus – und auch als „organisierte Kriminialität” mag man die Graffitis eher nicht einstufen.

Und trotzdem: Mir persönlich ist wenig an unserem sonst so wunderbaren Land so peinlich wie die Hansa-Rostock-Schriftzüge an jeder Brücke, jedem Stromkasten und so gut wie jedem Verkehrsschild. Wer so etwas tut, hat nicht verstanden, wie unser Gemeinwohl funktioniert – und gehört deswegen auch bestraft. Obendrein erweist er seiner Mannschaft einen Bärendienst, die wohl nicht nur mir, sondern auch vielen anderen wesentlich sympathischer wäre, wenn nicht so viele ihrer Fans offensichtlich einen gemeingefährlichen Dachschaden hätten.

Es ist deswegen richtig und begrüßenswert, dass die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg jetzt zumindest gegen einige dieser kriminellen Schmierfinken durchgreift. Denn unser schönes Land wäre noch um einiges schöner, wenn sie es nicht permanent „verschönern” würden.

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