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Hansa-Chef nach Veruntreuungsvorwürfen zurückgetreten

Michael Dahlmann soll inzwischen suspendiert worden sein.
Michael Dahlmann soll inzwischen suspendiert worden sein.
Bernd Wüstneck

Der FC Hansa Rostock kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach dem Abwenden der Insolvenz und dem knapp geschafften Drittliga-Verbleib ging es sportlich langsam wieder aufwärts, ehe Querelen in der Führungsetage nun die Existenz des Traditionsclubs erneut gefährden.

Beim Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock ist das nächste Kapitel eines schier unendlichen Krisenszenarios aufgeschlagen worden. Der Verein teilte mit, dass Michael Dahlmann von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender zurückgetreten sei.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Rostock Ermittlungen gegen Dahlmann aufgenommen hat. "Es liegt eine Anzeige wegen Untreue am Vereinsvermögen vor", sagte Staatsanwaltschafts-Sprecher Harald Nowack.

Dahlmann wird außerdem Nähe zur extremen Fanszene vorgeworfen. E-Mails und Belege dokumentieren, dass sich Dahlmann sogar in Strategiefragen mit der Führung der Ultras berät. "Ich bin entsetzt", sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Neumann der "Ostsee-Zeitung".

Tiefer Riss zwischen Vorstand und Aufsichtsrat

In den Schriftverkehr involviert ist auch Rolf Elgeti, der neue Großinvestor des Traditionsclubs. Zwar beteuerte dieser immer wieder, sich nicht ins Tagesgeschäft des Vereins einzumischen. Doch laut Mail-Verkehr arbeitet er offenbar mit an der Demission des Aufsichtsrates um den Vorsitzenden Harald Ahrens.

Der tiefe Riss zwischen Hansa-Vorstand und dem Aufsichtsrat wird auch in einem Schriftwechsel deutlich, in dem es um die Destabilisierung des höchsten Vereinsgremiums geht. "Wenn zwei oder mehr zurück treten, umso besser", schreibt der Finanzfachmann Elgeti unter anderem an Dahlmann und an Roman Päsler, den Vorstandsvorsitzenden der Fanszene Rostock e.V..

Investor Elgeti bedauerte am Donnerstag den Abgang Dahlmanns. "Ich respektiere das und kann es menschlich nachvollziehen, finde es persönlich aber sehr schade", sagte er dem Sender NDR 1 Radio MV. An seinem Engagement im Verein werde sich aber nichts ändern. "Ich werde zu allem stehen, was ich gesagt habe", versicherte der 38 Jahre alte Finanzexperte, der Hansa im Frühjahr mit einem millionenschweren Kredit vor der Insolvenz bewahrt hat.

Kommentare (1)

Das Kapitel Hansa Rostock ist seit dem Abstieg in die 3.Liga ein totgerittenes Pferd. Vielleicht schaffen andere Fußballclubs im Land eine Fusion um stärker und erfolgreicher zu sein als derzeit und um dieses drittklassige Trauerspiel um den FC Hansa Rostock ein Ende zu bereiten.