Amateurboxen

In der Bundesliga sollen bald wieder die Fäuste fliegen

Lange Zeit musste die Box-Bundesliga pausieren. Nun soll sie im Januar wieder auf die große Bühne zurückkehren. Doch es gibt berechtigte Sorgen.
Der Greifswalder Boxer Florian Schulz steigt für Traktor Schwerin in den Ring.
Der Greifswalder Boxer Florian Schulz steigt für Traktor Schwerin in den Ring. Peter Krüger
Diesen Pokal bekamen die Schweriner zur gewonnenen Meisterschaft 2020.
Diesen Pokal bekamen die Schweriner zur gewonnenen Meisterschaft 2020. Peter Krüger
Schwerins Sportdirektor Paul Döring ist heiß auf den Titel-Hattrick.
Schwerins Sportdirektor Paul Döring ist heiß auf den Titel-Hattrick. Peter Krüger
Die Schweriner Bundesligaboxer (links) sollen die Fans wieder von den Sitzen reißen.
Die Schweriner Bundesligaboxer (links) sollen die Fans wieder von den Sitzen reißen. Peter Krüger
Schwerin

Paul Döring, Sportdirektor beim Boxclub Traktor Schwerin, ist die Vorfreude richtig anzumerken. „Bald soll es endlich wieder losgehen“, so Döring erwartungsfroh und meint damit den Start der Box-Bundesliga. Diese lag jetzt über ein Jahr lang auf Eis, denn im März 2020 wurde die damals laufende Saison Pandemie bedingt abgebrochen und der BC Traktor Schwerin aufgrund der Tabellenplatzierung zum Meister erklärt.

Zudem sorgte Corona dafür, dass die Saison 2020/21 sogar komplett ausfiel. Nun soll es am 15. Januar aber endlich wieder losgehen. Auch wenn die Vorfreude bei den Schwerinern auf den Restart riesengroß ist, wissen sie, dass es eine schwierige Rückkehr für die Box-Bundesliga werden dürfte.

Und das nicht nur aufgrund der neuesten Entwicklungen hinsichtlich der Corona-Regeln, die schon beschlossen sind und zukünftig eventuell noch beschlossen werden. „Corona hat die Box-Bundesliga kräftig ausgebremst“, so Döring traurig, „wir waren auf einem guten Weg und hatten für die vergangene Saison zehn gemeldete Teams“.

Schwerin heiß auf Titel-Hattrick

Von so einer Zahl können die Verantwortlichen der Box-Bundesliga derzeit nur träumen, denn in der kommenden Saison schicken lediglich vier Teams ihre Faustkämpfer in den Ring. Neben den Schwerinern tun das noch der BC Chemnitz, der BSK Hannover-Seelze und der TSV 1860 München.

Für alle anderen Interessenten war das finanzielle Risiko einfach zu groß, das Bundesliga-Wagnis einzugehen. „Bei vielen Vereinen sind während der Pandemie zahlungskräftige Sponsoren weggebrochen“, so Döring, der glücklich darüber ist, dass es seinen „Traktor“ nicht ganz so hart getroffen hat.

Ohnehin konzentriert man sich in Schwerin komplett auf die Titelverteidigung, will mit dem dritten Meisterschaftsgewinn für den Titel-Hattrick sorgen. Für dieses Vorhaben glaubt der Sportdirektor einen guten Kader beisammen zu haben, weiß aber auch, dass dieser vermutlich nicht an jedem geplanten Kampfabend komplett zur Verfügung stehen könnte.

Box-Bundesliga soll an Attraktivität gewinnen

Denn mit der U22-Europameisterschaft und der Deutschen Meisterschaft (Elite) im März sowie April fallen gleich zwei boxerische Großevents in die Bundesligazeit. Doch damit müssen wohl alle Vereine der Box-Bundesliga leben.

Viel mehr Bauchschmerzen hat Döring aber damit, wenn er an die Zukunft der Box-Bundesliga denkt. Diese müsse unbedingt an Attraktivität gewinnen, solle bestmöglich zu einer schicken Marke werden. Traktors Sportdirektor nimmt dabei auch den Deutschen Boxsportverband (DBV) in die Pflicht.

„Die Box-Bundesliga ist bislang nur ein Nebenprojekt des DBV, leider wird sie so auch nur dargestellt“, so Döring, der sich jedoch wünscht, „dass der DBV uns in Zukunft nicht nur stiefmütterlich behandelt“. Jeder einzelne Verein betreibe schließlich einen riesigen Aufwand, um in der Bundesliga zu starten, diesen sollte man von Verbandsseite aus – in welcher Form auch immer – unter die Arme greifen.

Gegen 1860 München geht es los

Die Schweriner selbst tun schon eine ganze Menge, haben auch Ideen für die Zukunft in der Schublade, doch im Augenblick geht es erst mal nur darum, die Liga am Leben zu halten. Die Vorfreude auf den ersten Kampfabend am 15. Januar in Schwerin gegen den TSV 1860 München ist jedenfalls riesengroß.

„Wir geben uns größte Mühe, für unsere treuen Zuschauer und Fans qualitativ hochwertige Kämpfe auf die Beine zu stellen“, so Traktor-Beiratsvorsitzender Jens Hadler, der weiß, „dass die Zuschauer total heiß auf die Kampfabende sind“. Daher wird er auch um jeden einzelnen Zuschauer kämpfen („Wir wollen keinen ausschließen.“), muss aber auch die nächsten Wochen abwarten.

Die aktuellen Beschlüsse bringen den anvisierten Ligastart jedoch noch nicht ins Wanken. „Wir haben uns alle nochmals unterhalten und bleiben dabei, Mitte Januar zu starten. Natürlich beobachten wir die Lage und würden zur Not dann kurzfristig mit Terminverschiebungen oder dem Tausch von Heimrechten reagieren“, so Paul Döring.

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