RADSPORT

Neubrandenburgerin tritt bei Amateur-"Tour de France" an

Eine Radsportlerin aus Neubrandenburg hat ein anstrengendes Jahr vor sich. Ein Sponsor wählte sie für sein Amateur-Team aus. Nun trainiert sie für eine echte Quälerei.
Matthias Schütt Matthias Schütt
Die Neubrandenburgerin Annabel Pragst trainiert im Hobby-Team eines Radsport-Sponsors für ein großes Ziel.
Die Neubrandenburgerin Annabel Pragst trainiert im Hobby-Team eines Radsport-Sponsors für ein großes Ziel. Henning Angerer
Neubrandenburg.

Hart, härter, Tour de France: Zum bereits 106. Mal findet im Juli das bekannteste Radrennen der Welt in Frankreich statt. Auf der 20. und vorletzten Etappe geht es in den Alpen über 131 Kilometer von Albertville nach Val Thorens. Doch wenn die Profis kräftig in die Pedale treten, hat die Neubrandenburgerin Annabel Pragst diese enorme Anstrengung bereits hinter sich und kann sich ausruhen.

Denn als Mitglied in der diesjährigen Amateurmannschaft vom Team Alpecin absolviert die 23-Jährige die Original-Touretappe bereits sechs Tage vorher – im Rahmen der traditionellen „L‘Etape du Tour“, die zum 29. Mal für die Hobbysportler stattfindet. „Das wird schon eine enorme Herausforderung werden. Am Ende heißt es gesund und mit einem Lächeln ins Ziel zu kommen“, so die Radsportlerin, die am Ende der Etappe 135 Kilometer, 4563 Höhenmeter und drei alpine Anstiege in den Knochen haben wird.

Im Norden fehlen die Berge beim Training

Anfang Januar bewarb sich die Viertorestädterin im Internet für das Alpecin-Team, überstand die Qualifikations- und Gesprächsrunden und erhielt am Valentinstag die frohe Botschaft, dass sie es geschafft habe. „Einfach toll. Ein Traum geht in Erfüllung“, freut sich die Mitarbeiterin im öffentlichen Dienst. Beim Auftakt-Event für das diesjährige Team in Bielefeld Anfang März wurden die 15  Teammitglieder aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA mit Equipment fürs ganze Jahr ausgestattet – inklusive neuem Rennrad. „Da hat man sich schon wie ein kleiner Star gefühlt. Es war wie Weihnachten und Ostern zusammen“, sagte Annabel Pragst.

Unter anderem stand aber auch eine Leistungsdiagnostik auf dem Programm. „Auf dieser Grundlage bekommen wir dann unsere Trainingspläne“, so die Hobbysportlerin, die sich neben Trainingseinheiten auf der Rolle auch auf den Straßen der Region vorbereitet. „Das ist aber gar nicht so leicht, da wir hier im Norden nicht so viele Berge haben.“

Erst seit 2018 auf dem Rennrad aktiv

Zahlreiche Anstiege gibt es dafür im April, wenn das gesamte Team in Kaltern am See (Italien) ein mehrtägiges Trainingslager absolviert wird. Dort wird dann in den Dolomiten gefahren. Zudem steht noch ein gemeinsames Rennen in Luxemburg über 155 Kilometer und 2366 Höhenmeter an, ehe dann das „große Ziel der Tour-Etappe immer näherkommt“, so Annabel Pragst. „Da heißt es sich akribisch vorzubereiten.“

So richtig ist die Neubrandenburgerin erst seit dem vergangenen Jahr auf dem Zweirad aktiv, vorher war sie eher als Läuferin unterwegs. Doch gesundheitliche Probleme zwangen sie zum Umstieg, der sich im Nachhinein aber als Glücksfall erwies. „Ich brauche einfach einen Ausgleich zu meinem Bürojob und habe viele Freunde, die mir den Radsport schmackhaft gemacht haben.“

Auf dem Zweirad ist Annabel Pragst mittlerweile für den PSV 90 Neubrandenburg aktiv und dieser Tage mitten in der Vorbereitung. „Man darf nicht vergessen, dass ich das in meiner Freizeit neben einem Vollzeitjob mache. Da muss man realistisch sein. Ich habe aber schon Erwartungen an mich selber“, blickt die Viertorestädterin auf die wahrscheinlich härteste Etappe in ihrer bisherigen „Hobbyradsportkarriere“ voraus.

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