FIGHT NIGHT

Kampfsportler bringen rappelvolle Halle zum Kochen

Bei der Stralsunder Benefiz-Fight-Night gingen vor 1300 Zuschauern 22 Kämpfe über die Bühne. Nicht jeder davon ging über die volle Distanz.
Greifswalds Kickboxer Abdalla Darkazanly (rechts) verlor seinen Meisterschaftskampf im Stralsunder Ring.
Greifswalds Kickboxer Abdalla Darkazanly (rechts) verlor seinen Meisterschaftskampf im Stralsunder Ring. Peter Krüger
Abdalla Darkazanly (rechts) wollte Revanche für seine bis dato einzige Niederlage nehmen – das misslang.
Abdalla Darkazanly (rechts) wollte Revanche für seine bis dato einzige Niederlage nehmen – das misslang. Peter Krüger
Sekunden vor dem Kampf.
Sekunden vor dem Kampf. Peter Krüger
Über vier Runden schenkten sich die beiden Kontrahenten rein gar nichts.
Über vier Runden schenkten sich die beiden Kontrahenten rein gar nichts. Peter Krüger
Nach der Urteilsverkündung dreht sich der Greifswalder Kickboxer Abdalla Darkazanly (rechts) enttäuscht weg.
Nach der Urteilsverkündung dreht sich der Greifswalder Kickboxer Abdalla Darkazanly (rechts) enttäuscht weg. Peter Krüger
Stralsund.

Nein, Rückfahrten von Wettkämpfen hatten Trainer Eric Bluhm und seine Crew vom Kampfsportstudio MMA Team East aus Greifwald ganz sicher schon lustigere. Die Stimmung nach der Benefiz-Fight-Night an diesem Abend war jedoch ziemlich gedrückt.

Gleich drei Kämpfer hatte Bluhm aus seinem Team in Stralsund ins Seilquadrat geschickt – alle drei kamen als Verlierer wieder heraus. Dem Greifswalder Trainer ist durchaus bewusst, dass das hin und wieder passieren kann – nur das „Wie” wurmte Eric Bluhm auch noch einen Tag später. Zumal er einen großen Teil des Sonntags dazu genutzt hatte, um ein Video immer und immer wieder anzuschauen.

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Revanche ist missglückt

Ein Video des Kampfes seines Schützlings Abdalla Darkazanly, der seinen Kampf um den Deutschen Meistertitel im Kickboxen (K1-IPTA) gegen seinen Hamburger Kontrahenten Hossein Rastami nach Punkten verloren hatte.

Und dabei sollte es doch eigentlich die erfolgreiche Revanche werden, die sich Darkazanly wünschte, denn Rastami war bisher der einzige Gegner des Greifswalder Kickboxers, der ihn seine bis dato einzige Niederlage beigefügt hatte.

„Ich habe mir den Kampf nun mehrmals auf Video angeschaut”, so Bluhm, „aber ich bleibe dabei, dass in meinen Augen der Sieger hätte Abdalla lauten müssen”. Die erste Runde könne man dem Gegner geben, die restlichen drei gehörten Darkazanly.

Nach dem Kampf enttäuscht und geknickt

Als hätte Eric Bluhm es schon vor dem Kampf geahnt, so gab er direkt nach dem Wiegen schon zu Protokoll: „Am besten Abdalla beendet den Kampf vorzeitig, nach Punkten wird es jedenfalls wahnsinnig schwer”, und verwies darauf, dass sowohl Darkazanlys Gegner wie auch die Punktrichter allesamt aus Hamburg kommen.

Ewig will Bluhm nun aber auf dem Urteil der Punktrichter, die auf ihren Zetteln letztendlich Rastami vorne gesehen haben, auch nicht rumreiten. " Es ist wie es ist – wir haben die Videos natürlich auch angeschaut, um rauszufinden, was Abdalla alles besser machen kann.”

Natürlich war der 19-Jährige nach dem Kampf erst mal enttäuscht und geknickt, legte am Sonntag aber schon wieder eine Trainingsschicht ein. Und richtet den Blick schnell wieder nach vorne. Denn schon am kommenden Samstag steigt Darkazanly erneut in den Ring – jedoch nicht als Kickboxer.

Zwei weitere Kämpfer sammelten Erfahrungen

Bei einer Fight Night in Halle (Sachsen/Anhalt) wird er sich als Boxer versuchen und dabei sicherlich ein paar nützliche Erfahrungen sammeln. Erfahrungen, die seine Teamkameraden Benjamin Favreau und Danilo Steinkraus schon jetzt in Stralsund als Boxer sammeln konnten.

Favreau verlor seinen Kampf nur knapp nach Punkten, nachdem er nur einen Tag vor dem Kampfabend kurzfristig auf die Fight Card gerutscht ist. „Für Benji war es jetzt insgesamt der zweite Kampf. Er hat das ganz gut gemacht und hätte auch durchaus als Sieger aus dem Kampf gehen können”, so sein Trainer Eric Bluhm, der nun darauf hofft, „dass er im Training noch mehr Gas gibt und den nächsten Kampf dann für sich entscheidet”.

Für Danilo Steinkraus hingegen war der Boxkampf schon frühzeitig beendet, er unterlag seinem Gegner in der ersten Runde durch K.o. – sein Fight war einer von vielen, die von „Kampfsport-Fremdlingen” geführt wurden, die sich in den vergangenen Wochen oder Monaten eher kurzfristig, dafür aber umso intensiver auf einen Boxkampf vorbereitet haben.

Halle war restlos ausverkauft

So boxten dann unter anderem ein Fußballer gegen einen Kraftsportler oder ein Feuerwehrmann gegen einen Oberkellner – und das Publikum feierte jeden Einzelnen von ihnen, der den Mut hatte, vor ausverkaufter Halle und somit 1300 Zuschauer in den Ring zu steigen.

„Für Danilo war es der erste Kampf, da kann es schon mal passieren, dass es da noch nicht so klappt, wie man es sich selbst wünscht”, so Bluhm, „er will aber dabei bleiben und weitermachen”.

Schon am kommenden Wochenende geht es dann nicht nur für Darkazanly zum nächsten Wettkampf nach Halle, fünf weitere Greifswalder Fighter werden dann in den Ring steigen. Und nicht nur Trainer Eric Bluhm wird dann darauf hoffen, dass die Rückfahrt von Halle nach Greifswald dann eine fröhlichere sein wird als die von der Stralsunder Fight Night nach Hause.

 

 

 

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