Eishockey in Mecklenburg-Vorpommern

Kufencracks haben nach Absage Angst um Eishockeysport in MV

Nach der letzten Saison wurde nun auch die neue Spielzeit der Eishockey-Ostseeliga kurz vor dem Start abgesagt. Bei den Vereinen machen sich daher Sorgen breit.
Martin Endlich (links) von den Neubrandenburg Blizzards blickt mit großen Sorgen in die Zukunft des Eishockeysports in M
Martin Endlich (links) von den Neubrandenburg Blizzards blickt mit großen Sorgen in die Zukunft des Eishockeysports in Mecklenburg-Vorpommern. Peter Krüger
Auch in diesem Winter gibt es keinen Spielbetrieb in der Ostseeliga.
Auch in diesem Winter gibt es keinen Spielbetrieb in der Ostseeliga. Peter Krüger
Neubrandenburg

„Schade“, so Martin Endlich, Vorsitzender der Neubrandenburg Blizzards ziemlich traurig, „in diesem Jahr hätten wir eine richtig gute Mannschaft am Start gehabt“. Doch diese richtig gute Mannschaft wird in diesem Winter nicht ein einziges Ligator schießen, geschweige denn einen einzigen Punkt einfahren.

Der Grund: Wie schon im vergangenen Winter ist die Saison der Eishockey-Ostseeliga schon vor dem ersten Bully abgesagt. Das Ende kam also, bevor alles angefangen hatte. Nur wenige Stunden vor dem ersten Saisonspiel zwischen den Rostock Kodiaks und den Malchower Wölfen wurde dieses ausgebremst, weil in Rostock urplötzlich die 2G-Regeln galten.

Gastgeber Rostock musste absagen und das Spiel verschoben werden. Bevor das Spiel aber neu angesetzt werden konnte, hatte die Politik schon längst neue Spielregeln parat. Und somit auch den Ostseeliga-Staffelleiter Karl-Heinz Meißner auf den Plan gerufen, bei sämtlichen Ligateams abzufragen, wer unter welchen Bedingungen und Regeln wohl spielen könnte – oder eben nicht. Gerade einmal drei Vereine, darunter die Blizzards, der OSC Berlin und die Wölfe aus Malchow, hätten spielen können.

Mecklenburg-Vorpommern ist kein Eishockey-Bundesland

Zu wenig für Meißner und den Ligavertretern – und somit wurde die Saison 2021/22 abgesagt. Und das ist so richtig bitter – vor allem für die Vereine der Ostseeliga. „Wir sind so richtig in den Arsch gekniffen“, so Endlich, der seinen Gefühlen freien Lauf lässt und bewundernswert viele Schimpfwörter für die aktuelle Situation seiner Sportart übrig hat.

„Die erneute Absage der Saison kotzt uns alle so richtig an“, so der Blizzards-Chef, der seinen Blick nicht nur im Hier und Jetzt hält, sondern Selbigen auch in die Zukunft schweifen lässt. Und die sieht nicht gerade rosig aus, findet er.

„Es ist jetzt das zweite Jahr ohne Wettkampfmodus auf dem Eis. Wir sind hier in Mecklenburg-Vorpommern nicht gerade das große Eishockey-Bundesland, hatten schon vor Corona damit zu kämpfen, die Liga alljährlich am Leben zu halten. Ich mache mir echt große Sorgen um unsere Sportart in MV, auch mit Blick auf den Nachwuchs.“

Motivation ist gerade so richtig im Keller

Obwohl er mit seinen Blizzards in puncto Nachwuchsarbeit glänzend dasteht, kann er sich schon vorstellen, dass andere Vereine aus der Ostseeliga diesbezüglich arge Probleme bekommen könnten. Doch erst mal heißt es, die Blizzards bei Laune zu halten, deren zweite Saison in Folge nun in der Mülltonne landete.

„Natürlich ist die Motivation gerade im Keller“, so Endlich, der sonst nur so vor Tatendrang strotzt, „doch wir versuchen unseren Spielern mit dem Training und eventuell auch mit anvisierten Testspielen genügend Zeit auf dem Eis zu geben, auch wenn natürlich der fehlende Wettkampf um Punkte in der Liga unheimlich schmerzt“.

Ähnlich denken seine Mitstreiter in Malchow und Klink. „Natürlich ist die Lage wirklich beschissen für uns, aber da müssen wir jetzt wieder durch“, so Wölfe-Boss Robert Benz, der sich auch darüber ärgert, dass nun die Lizenzgebühren der einzelnen Spieler für die erhoffte Saison bezahlt sind – und diese Gelder nun für nichts und wieder nichts ausgegeben wurden.

In Klink, bei den Müritz Wikinger, die diese Gelder auch schon überwiesen hatten, macht man sich jedoch vielmehr um das Personal sorgen. „Wir hatten schon vor dieser Saison sechs Abmeldungen, wer weiß, wie es dann im kommenden Jahr nach der langen Pause so aussieht“, so Ralf Hartwig, verantwortlicher der Wikinger.

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