Triathlon

Lena Meißner flüchtet aus Potsdam

Die Neubrandenburger Triathletin hatte sich das Engagement in Brandenburg anders vorgestellt. Nun will sie sich wieder auf ihre sportlichen Ziele konzentrieren.
Thomas Krause Thomas Krause
Lena Meißner bespricht mit Frank Heimerdinger (links) und Steffen Justus den Trainingsplan.
Lena Meißner bespricht mit Frank Heimerdinger (links) und Steffen Justus den Trainingsplan. Peter Krüger
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Neubrandenburg.

Ihr Heimtrainer Frank Heimerdinger ist froh, dass das Ganze jetzt vorbei ist und Lena Meißner sich wieder voll auf ihre sportlichen Ziele konzentrieren kann. Im April war die 20-jährige Triathletin vom SC Neubrandenburg an den Olympiastützpunkt Potsdam gewechselt. Sie wollte dort ein Studium aufnehmen und vor allem von der starken Trainingsgruppe um Deutschlands Top-Triathletin Laura Lindemann profitieren.

Am Ende war nur noch Frust und die Flucht aus Potsdam. Über die Gründe wollen sich Trainer und Athletin nicht groß auslassen. „Es ist einiges nicht so gelaufen, wie wir uns das gedacht haben“, sagt Heimerdinger. Auch Meißner sagt, dass sie sich vieles anders vorgestellt habe.

Dem Vernehmen nach soll die Neubrandenburgerin in der Potsdamer Trainingsgruppe sogar „geschnitten“ worden sein. Die Situation habe sie schon belastet, das sei in den Wettkämpfen auch zu spüren gewesen, sagt die SCN-Athletin. Irgendwann habe sie dann den Entschluss gefasst, zurück nach Neubrandenburg zu gehen. In den vergangenen Wochen trainierte Meißner erst einmal in der Heimat und blühte sichtlich auf. Beim Triathlon-Weltcup-Rennen im italienischen Cagliari belegte sie auf der Sprintdistanz Platz vier, verpasste das Podium nur um drei Sekunden.

In England erreichte Meißner mit dem Team Platz fünf

In Neubrandenburg wird Lena Meißner aber nicht bleiben, dort fehlt ihr einfach eine starke Trainingsgruppe. Deshalb wird ihr Lebensmittelpunkt künftig Saarbrücken sein; dort trainiert sie seit ein paar Tagen am Olympiastützpunkt. „Ich fühle mich sehr wohl, bin glücklich. Das Umfeld passt, der Trainer ist super“, sagt die 20-Jährige. Für den SC Neubrandenburg wird sie aber weiterhin starten. Und Heimerdinger, der Lena Meißner seit fast einem Jahrzehnt betreut und sie in die nationale Spitze geführt hat, wird auch künftig ihr Heimcoach sein.

„Saarbrücken ist eine gute Lösung“, sagt er. Der Trainer freut sich zudem, dass die Deutsche Triathlon Union (DTU) gerade ihren Status als Perspektivkader für das nächste Jahr bestätigt hat: „Das ist sehr wichtig für Lena.“ Ausschlaggebend war letztlich ihr guter Auftritt am Wochenende beim Weltcup-Rennen im englischen Nottingham, bei dem Meißner mit der DTU-Mannschaft in der Teamwertung Platz fünf belegte. In England ging es auch um wichtige Punkte im Rahmen der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio (Japan). Wegen der schlechten Wasserqualität wurde das Rennen als Duathlon ausgetragen.

Tokio 2020 ist das große Ziel der Neubrandenburgerin, in der japanischen Hauptstadt möchte die SCN-Triathletin möglichst im Einzel starten können. Dazu muss sie zweitbeste Deutsche sein. Dafür kommen derzeit mehrere Athleten in Frage. Laura Lindemann ist unangefochtene Nummer eins im deutschen Damen-Triathlon. Werbung in eigener Sache kann Lena Meißner bereits am kommenden Sonntag in Antwerpen betreiben. Beim Weltcup-Rennen in Belgien trifft sie nicht nur auf internationale Top-Athleten, sondern auch auf eine Reihe von Tokio-Anwärtern aus Deutschland. Unter anderem ist Laura Lindemann dabei.

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