Boxen

Lewandowski krallt sich Meistergürtel

Während Ex-Boxweltmeister Sebastian Sylvester mit seinem Schützling Dennis Lewandowski eine Niederlage einstecken musste, sicherte sich ein anderer Greifswalder Faustkämpfer den Titel.

Es war zwar immerhin schon der siebte Kampf des Abends, doch der erste, bei dem die „Große Freiheit 36” komplett Kopf stand. Die auf der Hamburger Reeperbahn recht beliebte Location war Gastgeber für „Boxen im Norden” und erlebte einen Fight zwischen Greifswalds Profiboxer Christian Lewandowski und dem Georgier Tamasz Zadishvili, der das Publikum von den Sitzen riss. Ein Kampf, der nicht nur von Runde zu Runde besser werden, sondern Lewandowski auch endlich einen großen Traum erfüllen sollte. Und zwar den eines Titels. Nach einem klaren Punktsieg glänzte nun endlich der erste Meisterschaftsgürtel (Internationaler Deutscher Meister) um der Hüfte des norddeutschen Faustkämpfers.

„Ich bin überglücklich”, so Lewandowski, „doch es war ein hartes Stück Arbeit. Mein Gegner hat gehörige Nehmerqualitäten bewiesen”. Sein Trainer Martin Dachschütt bekräftigt: „Das war ein harter Brocken, doch Chrischi hat das klasse gemacht. Ich bin mächtig stolz auf ihn.” Nur kurzzeitig wurde der Stolz durch Entsetzen ersetzt. Und zwar in Runde sieben, als sein Schützling für wenige Momente mit dem „Faxen machen” anfing. Ohne Deckung tänzelte er provozierend vor seinem Gegner herum und wurde vom Selbigen auch sofort abgestraft. Ein paar Schläge durch die Deckungsfreiheit, ein paar gezielte Treffer an Kopf und Körper – und Lewandowski wackelte.

„Da habe ich ein paar Sterne gesehen”, gibt der neue Titelträger nach dem Kampf zu. Doch er erholte sich und brachte den Kampf auf einer imposanten Art und Weise erfolgreich nach Hause. Doch so groß seine Freude über den Meistertitel auch war, am Ende des Abends war Christian Lewandowski trotzdem niedergeschlagen. Der Grund: Sein Bruder Dennis verlor den Meisterschaftskampf im Schwergewicht gegen den Frankfurter Boris Estenfelder. Ein Kampf, in welchem der selbsternannte „Ostseehammer” nie zu seinen Stärken finden konnte. „Ich habe mir den Kampf zwei Tage später nochmal angesehen, ich habe mich nicht wieder erkannt”, gibt Lewandowski zu.

„Ich weiß nicht, was mit mir los war.” So sah es auch sein Trainer und Ex-Boxweltmeister Sebastian Sylvester: „Noch kurz vor dem Kampf hat Dennis mir beim Pratzentraining fast die Hände weg geschlagen, doch im Ring war von diesem Feuer weit und breit keine Spur mehr.” Wie es nach der zweiten Niederlage im 15. Profikampf für Lewandowski, der direkt nach dem Fight sogar kurzzeitig an Abschied dachte, weitergeht, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden. „Ich komme jedoch auf jeden Fall wieder zurück, dass war es noch lange nicht.”, so Lewandowski kämpferisch.

Peter Krüger

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