Motorsport

Lokalmatador steht im Fokus des 99. Bergringrennen Teterow

Fünf Jahre nach seinem schweren Unfall auf der Teterower Grasbahn kehrt Daniel Rath an diesem Wochenende zurück zum Bergring. Er will damit helfen, die Königsklasse am Leben zu erhalten.
Peter Krüger Peter Krüger
Der Bergring ruft. Am Pfingstwochenende knattern in Teterow wieder die Motoren.
Der Bergring ruft. Am Pfingstwochenende knattern in Teterow wieder die Motoren. Peter Krüger
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Teterow.

Daniel Rath hat Urlaub. Doch wer jetzt denkt, der 40-Jährige liegt bei den hochsommerlichen Temperaturen gemütlich auf der Hollywoodschaukel oder schippert mit einem Kreuzfahrtschiff luxuriös über das Mittelmeer, der wird schnell enttäuscht.

Rath schraubt vielmehr ölverschmiert an seinem Motorrad herum. Seine Maschine hat am Wochenende Höchstleistungen abzuliefern: Beim 99. Bergringrennen in Teterow.

Nach einem Unfall schien die Laufbahn beendet zu sein

Insgesamt 13 Mal rollte Rath bisher schon an die Startlinie, erstmals im Jahr 2001. Doch trotzdem ist der diesjährige Start etwas ganz Besonderes. Nach einem Unfall beim Bergringrennen 2014 mit schweren Verletzungen hatte Rath seine Motorsportlaufbahn quasi schon beendet.

Nachdem der gebürtige Teterower im vergangenen Jahr jedoch schon wieder auf einer Cross-Maschine über den Bergring jagte, soll es in diesem Jahr auch wieder in der sogenannten Königsklasse an den Start gehen. „Anfang des Jahres habe ich mich dazu entschieden, mich wieder auf die 500-er zu setzen“, so der frühere Bergringpokalgewinner (2012), „seitdem ist viel Schweiß und Geld geflossen“.

Überhaupt ist Rath seinem Umfeld unendlich dankbar: „Ohne meine Familie und sämtlichen Unterstützern wäre solch ein Kraftakt gar nicht möglich.“ Ein Kraftakt, der mit dem zweiten Sieg auf dem Bergring enden soll? Da blockt Rath gleich ab: „Nach so langer Pause muss man erst mal sehen, wie das Motorrad so mitspielt und das bekommt man ja dann frühestens erst Sonntag mit.“

Tradition und WM-Grand-Prix an einem Wochenende

Und außerdem rast der Bundeswehrsoldat nicht vordergründig des Sieges wegen über die Grasbahn, sondern vielmehr deshalb, um mitzuhelfen, das traditionelle Bergringrennen am Leben zu erhalten. „Es wird immer schwieriger, vor allem jüngere Fahrer für das Bergringrennen zu begeistern“.

Den Bergring zu bezwingen bedeutet neben Talent, Mut und Ehrgeiz eben auch jede Menge Materialkosten für Umbauten am Motorrad, die eben nicht jedermann bereit ist, zu investieren. „Wir müssen aufpassen, dass uns die Königsklasse nicht ausstirbt“, so Klaus Reinders, Clubchef des Veranstalters MC Bergring.

Veranstaltungsleiter Adolf Schlaak jedenfalls hat für die Jubiläumsausgabe im nächsten Jahr, dem immerhin schon100. Bergringrennen, für ein Riesenhighlight gesorgt. Im Jahr 2020 wird das traditionelle Bergringrennen an einem Wochenende zusammen mit dem WM-Grand-Prix im Speedway stattfinden.

Zwei Leckerbissen des Motorsports an nur zwei Tagen. „Dann steppt der Bär auf dem Bergring“, frohlockt Schlaak. Auf jeden Fall wird es ein Zuschauermagnet. Somit steuert man dem Problem mit den sinkenden Zuschauerzahlen entgegen. „Es wird Jahr für Jahr schwieriger, die Leute an den Bergring zu bekommen“, weiß Reinders, „gerade zu Pfingsten hat man viele Konkurrenzveranstaltungen“.

Speedway-Langbahnweltmeister ist am Start

Man brauche aber um die 10 000 Zuschauer, um nicht zu sehr ins Minus zu rutschen. Auf diese Anzahl hofft man in auch an diesem Wochenende, wenn am Samstag ab 19 Uhr der Internationale 17. Auerhahnpokal im Speedway ausgefahren wird. Mit am Start ist auch wieder Langbahnweltmeister Martin Smolinski.

Am Sonntag geht es ab 8.30 Uhr mit dem Training weiter. Pünktlich um 12 Uhr geht schließlich das Startband für die 21 Läufe hoch. Dann kämpfen die Langbahnfahrer in der 500ccm-Solo-Klasse um das Grüne Band und anschließend um den Bergringpokal. Des Weiteren werden die Entscheidungen in den Quad-, Speedcross-, und Amazonen/Jugend-Klassen sowie der Hechtjungen-Pokal ausgefahren.