EISHOCKEY OSTSEELIGA

Malchower Wölfe - erst handzahm, später bissig

Acht Tore, ein kaputtes Knie, eine kaputte Kelle und ein Kontaktlinsendebüt. Das Eishockey-Ostseeliga-Spiel zwischen den Wölfen und den Blizzards hatte jede Menge zu bieten.
Oftmals waren die Malchower Wölfe (vorne) einen Schritt schneller.
Oftmals waren die Malchower Wölfe (vorne) einen Schritt schneller. Peter Krüger
Malchows Torjäger Robin Kühn (rechts) verließ vorzeitig das Eis.
Malchows Torjäger Robin Kühn (rechts) verließ vorzeitig das Eis. Peter Krüger
Neubrandenburgs Martin Endlich (links) kurz vor dem frühen 1:0.
Neubrandenburgs Martin Endlich (links) kurz vor dem frühen 1:0. Peter Krüger
Malchow.

Drei Spiele, drei Siege – viel besser hätte der Saisonstart für die Malchower Wölfe in der Eishockey-Ostseeliga gar nicht verlaufen können. Nach den beiden Auftaktsiegen gegen die Rostock Kodiaks fuhren sie nun einen klaren 7:1-Heimsieg gegen die Neubrandenburg Blizzards ein, die nach dem 0:4 gegen die Müritz Wikinger in der Vorwoche nun schon die zweite Pleite hinnehmen mussten.

Dabei begann doch alles so gut. Schon nach 58 Sekunden stiefelte Martin Endlich fast ohne Gegenwehr auf den Malchower Keeper Ricco Meyer zu, der konnte zwar noch klären, war beim Schuss von Thomas Meinschenk aber machtlos. Na, was für ein Ding. Damit hatte sich dann auch Endlichs Laune aufgehellt, der auch ein Woche nach dem Match gegen Klink immer noch ein bisschen zerknirscht darüber war, mit seiner Mannschaft dort kein Tor erzielt zu haben.

Torjäger trifft per Doppelpack

Nun also war es also endlich da, das erste Saisontor. Auch wenn beide Mannschaften anfangs mit offenem Visier auf dem Eis standen und dem Gegner doch klarste Einschusschancen genehmigten, waren die Wölfe zu Beginn doch noch recht handzahm.

„Irgendwie geraten wir gegen die Blizzards immer mit 0:1 in Rückstand”, erinnert sich Malchows Torjäger Robin Kühn an die vergangenen Auftritte gegen die Neubrandenburger. Er selbst war es dann auch, der in der achten Minute die Führung der Blizzards egalisierte. Nur 26 Sekunden später war es dann sein Mannschaftskollege Alex Preuß, der sich für die 2:1-Führung verantwortlich zeigte.

Drei weitere Minuten zogen ins Land, da besorgte Robin Kühn gar das 3:1. Doppelpack, Saisontreffer zehn und elf – es lief bei Robin Kühn, und das ziemlich gut. Zumindest bis dahin. Im zweiten Drittel jedenfalls schalteten die Wölfe in den „lässigen Modus”, luden die Neubrandenburger durch eigene Defensivfehler quasi zum Tore schießen ein.

Im zweiten Drittel nicht auf dem Eis

„Das ist bei uns immer so, keine Ahnung warum”, so Kühn, „aber im zweiten Drittel sind wir oft nicht auf dem Eis”. Eine treffsichere Blizzards-Offensive aber scheinbar auch nicht. Denn die Neubrandenburger versäumten es, die sich ihnen bietenden Gelegenheiten in etwas Zählbares umzumünzen. „Wir hatten zwei, drei große Chancen. Da muss dann schon ein Ding reingehen, wenn wir hier etwas mitnehmen hätten wollen”, so Endlich.

Kühn jedenfalls lobte seinen Keeper: „Er hat gut was weggefangen, vielleicht lag es aber auch an seinen Kontaktlinsen, die er erstmals bei einem Spiel trug”, lachte der Wolfs-Torjäger. Kurz vor dem Drittelende erhöhte Max Braun sogar auf 4:1. Zu diesem Zeitpunkt war Robin Kühn längst angeschlagen, er verletzte sich in einem Zweikampf mit dem Gegenspieler am Knie, kehrte aber vorerst auf das Eis zurück.

Gleich nach dem Start des letzten Drittels zerstörte Robert Benz mit seinem Tor zum 5:1 die Rest-Hoffnungen der Blizzards, die diese aus der Kabine mit auf das Eis geschleppt hatten. „Drei Tore Rückstand können im Eishockey auch ganz schnell mal aufgeholt werden”, so Endlich, „doch natürlich hätten wir die Tore schießen müssen und eben nicht der Gegner. Egal was für ein Tor, „ein dreckiges, ein abgefälschtes oder wie auch immer der Puck es ins Netz geschafft hätte”, es wäre Ende recht gewesen.

Kein Vorwurf ans Team

Besser machten es die Wölfe. Abermals Max Braun und zudem Tobias Jean besiegelten den 7:1-Endstand. Als das letzte Tor fiel, stand Robin Kühn, der zudem noch noch den Verlust seiner Kelle (gebrochen) hinnehmen musste, längst umgezogen hinter der Bande. „Ich bin lieber etwas früher raus.” Auch als Vorsichtsmaßnahme im Hinblick auf das große Spitzenspiel in zwei Wochen gegen die Klinker.

„Ich hätte nicht gedacht, dass wir so hoch gewinnen. Die Neubrandenburger präsentieren sich immer als unbequemer Gegner, die kämpfen bis zum Schluss, egal wie es auch gerade steht”, so Kühn abschließend. Auch wenn seine Mannschaft 1:7 verlor, zeigte sich Endlich nicht enttäuscht: „Ich kann meinem Team nichts vorwerfen, wir gut dagegengehalten. Vielleicht sind es ein, zwei Tore zuviel, aber wir können von uns eben keine Wunderdinge erwarten, wenn wir so wenig Trainingszeiten auf dem Eis haben”. Im zweiten Spiel des Wochenendes setzten sich die Rostock Kodiaks mit 6:1 beim OSC Berlin durch.

 

 

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