Eishockey
Malchower Wölfe träumen vom Titel

In dieser Woche standen die Wölfe beim Training das erste Mal auf dem Eis, am Samstag steigt schon das erste Pflichtspiel.
In dieser Woche standen die Wölfe beim Training das erste Mal auf dem Eis, am Samstag steigt schon das erste Pflichtspiel.
Thomas Krause

In der Ostsee-Liga beginnt die neue Eishockey-Saison. In Malchow ist die Freude bereits groß.

Er ist gerade 60 Jahre jung geworden und kann es immer noch nicht lassen. Wahrscheinlich will er es auch gar nicht. Eine Fußverletzung bremst Wilfried Kühn momentan allerdings aus, und so wird der Oldie am Samstag beim Punktspiel der Malchower Wölfe bei den Rostocker Kodiaks (18 Uhr, Schillinghalle) nur an der Bande stehen.

Es ist das erste Spiel der neuen Saison in der Eishockey-Ostseeliga. Und Torwart Kühn, der sich den Job zwischen den Pfosten mit Ricco Meyer teilt, freut sich genauso wie die anderen Wölfe auf die nächsten Monate auf dem Eis.

Fünf Teams spielen in der Liga den Meister und Pokalsieger aus. Neben den Inselstädtern sind die Klinker Wikinger, die Neubrandenburger Blizzards, die Rostocker Kodiaks sowie der OSC Berlin dabei. „Ein paar Teams mehr könnten es schon sein”, sagt Robert Benz.

Als Junior bei den Wölfen begonnen

Der Hüne ist nicht nur Spieler, sondern auch der Chef der Eishockey-Abteilung, die zum Malchower SV gehört. Seit 2001 ist Benz ein Wolf, als Junior jagte er in der Malchower Eishalle das erste Mal dem Puck hinterher. Einen anderen Sport als Eishockey kann er sich nicht vorstellen.

Dem Fußball, auch in der Inselstadt dominierend, kann er nichts abgewinnen. „Fußball hat keine Zukunft”, sagt er mit einem kräftigen Lachen. Willi Kühn ergänzt, das Eishockey auch wehtue, dabei mal ausgeteilt werde, aber eines fast nie getan wird – gejammert. „Das ist der Unterschied zum Fußball”, meint er.

Es ist ein kostspieliger Sport

Die Zwei sind eishockey-verrückt, wie vermutlich alle Wölfe. Da stört es auch nicht allzu sehr, dass es ein durchaus kostspieliger Sport ist. „Eine gute Torwart-Ausrüstung kostet so um die 2500 Euro”, erzählt Kühn. Ein Feldspieler muss etwa 300 Euro hinblättern, um sich einkleiden zu können – ohne Schlittschuhe, sagt Benz.

Von den Punktspielen gar nicht zu reden: Schiedsrichter, Sanitäter, die Pflicht sind, Eismiete – da kommen schnell ein paar hundert Euro für eine Partie zusammen. „Wir haben aber gute und nette Sponsoren, die uns unterstützen“, sagt Robert Benz. Den einen oder anderen Euro zahlen die Hobby-Cracks dennoch drauf – sie machen es gern.

Klinker gelten wieder als Favorit

Die Wölfe gibt es seit 1999, das Team wurde sozusagen mit dem Bau der Eishalle in Malchow gegründet. Davor waren die Kufenflitzer auf den Seen rund um die Inselstadt aktiv. Der einstige Bürgermeister Joachim Stein war damals Initiator des Eishallen-Projekts, spielte selbst viele Jahre aktiv bei den Wölfen.

In der Halle in der Schulstraße trainieren und spielen auch die Konkurrenz-Teams aus Klink und Neubrandenburg – zwischen Berlin und Rostock besitzt nur Malchow ein Areal, das vernünftigen Eishockeysport ermöglicht.

Vor zwei Jahre eroberten sich die Wölfe das erste Mal den Landesmeistertitel, in der vergangenen Saison wurden sie Zweite hinter dem Lokalrivalen aus Klink. Die Wikinger, die mit fünf Titeln Rekordmeister der seit 20 Jahren bestehenden Liga sind, gelten auch in diesem Winter als Top-Favorit.

„Wir möchten natürlich gern Meister werden, aber es wird schwer”, sagt Benz. Heute Abend in Rostock soll der erste Erfolg eingefahren werden, damit der Meister-Traum vielleicht in Erfüllung gehen kann.