NÄCHSTES PSV-TALENT AUF DEM SPRUNG

Neubrandenburger Radsport-Hoffnung auf den Spuren ihres großen Vorbildes

Emilia Waterstradt wird künftig in Schwerin auf das Rad steigen. Und dabei ihrem Idol sehr nah sein.
Die Zukunft im Blick: Emilia Waterstradt
Die Zukunft im Blick: Emilia Waterstradt Peter Krüger
Neubrandenburg.

Gut gelaunt taucht Emilia Waterstradt beim Training auf. Ein bisschen Wehmut schwingt aber auch mit, denn es ist eines ihrer letzten hier in Neubrandenburg. Die 12-jährige Radsportlerin nimmt die nächste sportliche Herausforderung an und wird ab Sonntag beim Bundesstützpunkt in Schwerin Zelte aufschlagen.

„Vielleicht hätte sie noch ein Jahr warten können“, so ihr Heimtrainer Marko Weber beim PSV 90 Neubrandenburg, „doch sie ist dort in Schwerin in den besten Händen“. Und zusätzlich auch ganz in der Nähe ihres großen Vorbildes.

Bahnrad-Weltmeisterin Lea Sophie Friedrich trainiert auch oft in der Landeshauptstadt, am sogenannten Probetag haben Waterstradt und Friedrich sogar ein paar Worte wechseln können. „Sie kommt sehr sympathisch rüber“, so Emilia Waterstradt.

Vom Fußball zum Radsport

Wie Friedrich fühlt sich auch Waterstradt eher auf der Bahn zu Hause. Auf der Straße werden eher die Kilometer „gefressen“, sie aber fühlt sich auf den Kurzstrecken wohler. Also lieber Sprint statt Ausdauer.

Vor ein wenig mehr als zwei Jahren kam Emilia Waterstradt zum Radsport. Schuld daran war ihr späterer Trainer Marko Weber, der mit Flyern und Angeboten, sich seiner Radsportgruppe anzuschießen, durch die Schulen tingelte. „Ich wollte ohnehin etwas Neues ausprobieren“, so die ehemalige Fußballerin, die dann beim Radsport hängen blieb. So richtig Ehrgeiz sollte sich aber erst vor einem Jahr einstellen.

In ihrem ersten Jahr kamen doch noch so einige Trainingsabmeldungen beim PSV ins Haus geflattert, gibt sie offen zu. „Ich habe gerade erst vor Kurzem noch viele Ausreden, die ich damals so vorschob, wenn ich nicht soviel Lust aufs Training hatte, in meinem Chat-Archiv gefunden“, so Waterstradt und schmunzelt dabei.

Rennen bei den Six Days in Berlin

Mittlerweile ist das ganz anders. Das bestätigt auch Trainer Weber: „Emilia gibt seit einem Jahr richtig Vollgas, sie hat in dieser Zeit einen großen Sprung nach vorne gemacht“. Abzulesen auch in ihren Erfolgen.

Meisterin der Nordverbände, Landesmeisterin oder auch Siegerin bei den Heimrennen (Rund ums Bethanien-Center, Airport-Race). Ihr persönliches Highlight ist aber der Start bei den Six Days im Berliner Velodrom. „Das war schon ein Erlebnis – auf der Holzbahn und dann noch vor so vielen Zuschauern.“

Und wer weiß, vielleicht gehört Emilia Waterstradt eines Tages – genau wie ihr großes Vorbild Lea Sophie Friedrich – tatsächlich zu den großen deutschen Stars auf der Six-Days-Bahn. Ein bisschen träumen sei ja wohl erlaubt.

Trägt weiter das PSV-Trikot

Heimtrainer Marko Weber hält jedenfalls große Stücke auf seinen Schützling: „Wenn ich einen Namen nennen müsste, welcher Neubrandenburger Radsportler oder Radsportlerin als nächstes auf dem Treppchen einer Deutschen Meisterschaft stehen könnte, dann würde Emilias Name ganz weit oben auf dem Zettel.“

Schon ein kleiner Ritterschlag für Waterstradt, die den Rest dieser Saison bei allen Rennen noch das PSV-Trikot tragen wird. „Natürlich träumt man schon davon, irgendwann mal zu den Besten in Deutschland zu gehören“, so die Neubrandenburgerin. Mit ihrem Schritt nach Schwerin kommt sie diesem Ziel ein bisschen näher – und ihrem Vorbild Lea Sophie Friedrich noch dazu.

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