Hilke Thamke (rechts, im 800 Meter-Lauf) gewann Gold, Pia Meßing wurde disqualifiziert.
Hilke Thamke (rechts, im 800 Meter-Lauf) gewann Gold, Pia Meßing wurde disqualifiziert. Iris Hensel
Leichtathletik

Neubrandenburger Talent holt Mehrkampf-Gold

Hilke Thamke vom SC Neubrandenburg hat ihren ersten großen Leichtathletik-Wettkampf in diesem Jahr gewonnen. So richtig freuen wollte sie sich nicht.
Leverkusen

Erste Deutsche Meisterschaft in diesem Jahr, erstes Gold für den SC Neubrandenburg. Hilke Thamke gewann am Samstag bei den nationalen Hallen-Titelkämpfen im Mehrkampf in Leverkusen Gold in der U18. Im Fünfkampf setzte sich der Schützling von Trainer Carsten Hodea mit 3845 Punkten vor Sofie Gröninger (LG Sempt, 3709) und Alexandra Scharf (TV Gelnhausen, 3612) durch.

Über ihre erste Meisterschafts-Einzelmedaille wollte sich Hilke Thamke aber nicht freuen. „Gefreut hätte ich mich über den zweiten Platz”, sagte die Mehrkämpferin. Denn Gold hatte Pia Meßing vom TV Gladbeck schon in der Tasche und wohl auch verdient. Nach vier Disziplinen lag sie mit 3197 Punkten mit mehr als 100 Zählern Vorsprung vor Hilke Thamke klar in Führung. Die abschließenden 800 Metern beendete Meßing als Zweite hinter der Neubrandenburgerin – alle schien klar. Gold! Im Ziel prangte dann aber ein „Disqualifiziert” hinter ihrem Namen.

Für die Jury gab es keine andere Möglichkeit

Die Gladbeckerin war, kräftemäßig vom Tag gezeichnet, in der letzten Kurve ins Straucheln gekommen und soll dabei mehrmals den Innenraum betreten haben. Ein Regelverstoß. Der Verein protestierte sofort, die Jury beschäftigte sich anschließend mehr als eine Stunde mit dem Vorfall. „Sie hat sich viel Zeit genommen, viele Meinungen und Beobachtungen einbezogen. Aber schlussendlich konnte die Jury aufgrund der Sachlage keine andere Entscheidung fällen, als die Disqualifikation aufrechtzuerhalten”, erklärte DLV-Chefbundestrainerin Nachwuchs Elke Bartschat dem Portal „leichtathletik”.

So rückte Hilke Thamke auf den Gold-Platz. „Pia hätte sich diesen Titel wirklich verdient, was da passiert ist, ist einfach ungerecht. Wir sprechen hier von 18-jährigen Mädels, so was kann mit einem jungen Menschen schon etwas machen”, sagte Carsten Hodea. Mit dem Auftritt seines Schützlings war der SCN-Coach indes insgesamt zufrieden. „Im Sprung hat Hilke nicht alles abgerufen, was sie kann. Aber dafür gab es persönlichen Bestleistungen über 60 Meter Hürden und beim Kugelstoßen.”

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