WELTMEISTERSCHAFT

Neubrandenburger wird beim Ironman auf Hawaii starten

Stephan Schwandke bestritt in Polen seinen ersten Ironman, jetzt darf er sogar zur Weltmeisterschaft.
Daumen hoch: Stephan Schwandke hat das Ticket für den Ironman auf Hawaii.
Daumen hoch: Stephan Schwandke hat das Ticket für den Ironman auf Hawaii. privat
Neubrandenburg ·

So richtig glauben kann Stephan Schwandke es immer noch nicht, auch wenn er mittlerweile die Bestätigung hat: Der 38-jährige Triathlet vom HSV Neubrandenburg wird am 9. Oktober bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii starten. Stephan Schwandke lacht und sagt: „Man fasst sich da immer noch an den Kopf.“ Das Ganze ist schlicht unglaublich.

Einen Startplatz für Hawaii – Sehnsuchtsort fast aller Triathleten – bekommt man nicht einfach so, man muss sich dafür qualifizieren. Stephan Schwandke ist dies am vergangenen Sonntag, dem 8. August, beim Ironman-Rennen im polnischen Gdynia gelungen.

Es war überhaupt sein erster Start über die Distanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen. Nach bemerkenswerten 10:15,58 Stunden erreichte er das Ziel bei seinem Ironman-Debüt, als Siebter seiner Altersklasse M35. „Die Zeit war jetzt nicht super gut, ist aber so gut gewesen, dass es für Hawaii gereicht hat“, sagt er.

Einen Gedanken an den Kult-Ironman habe er im Vorfeld nur kurz verschwendet: „Hawaii war für mich ganz weit weg.“ Dann spielte ihm aber der Zufall in die Karten.

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Die Anzahl der Hawaii-Slots wurde erhöht

„Thomas Weber, mein Trainer, hatte mir kurz vorm Rennen erzählt, dass der Veranstalter die Zahl der Startplätze, die bei Ironmans für Hawaii vergeben werden, in Gdynia erhöht worden ist“, erzählt Schwandke, der mit seiner Familie in Rossow bei Neubrandenburg lebt. Üblicherweise werden bei Rennen etwa30 sogenannte Hawaii-Slots vergeben.

Da wegen der Corona-Pandemie aber weltweit Ironman-Rennen ausgefallen sind, gibt es bei anderen Wettkämpfen eben mehr Startplätze. „Ich hatte auch einfach ein wenig Glück, dass in Gdynia in meiner Altersklasse nicht so viele Super-Leute am Start waren. Ich habe die Chance dann einfach genutzt“, sagt der HSV-Triathlet, der aber betont, dass ihm das Ganze nicht geschenkt worden ist: „Ich musste dafür schon etwas tun“, sagt er.

Radstrecke war extrem

Vor allem war Schwandke an diesem Tag bereit, sich zu quälen. Vor allem die180 Kilometer lange Radstrecke mit 1600 Höhenmetern hatte es in sich. „Da hat es teilweise auch noch geregnet, das war schon extrem“, blickt er zurück. Beim abschließenden Marathon musste der 38-Jährige, der als Vermesser beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt arbeitet, Gehpausen einlegen – der Körper war ziemlich am Ende. Dennoch lief er mit 3:34 Stunden noch eine Top-Zeit über die 42,2 Kilometer. „Als mir im Ziel dann jemand sagte, dass ich Siebter in meiner Altersklasse bin, kamen mir die Tränen“, erzählt er.

Es gibt viele, die einen Startplatz auf Hawaii nicht annehmen – aus finanziellen und sportlichen Gründen. Für Stephan Schwandke war das kein Thema: „Es ist, als wenn du als Amateur bei den Olympischen Spielen starten dürftest, das würdest du doch auch nicht ablehnen.“

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