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Neuzugang will Hansa-Kogge wieder auf Erfolgskurs bringen

Aleksandar Stevanovic präsentierte sich in Rostock bislang als auffälliger Akteur. Jetzt soll er helfen, nach drei Niederlagen endlich wieder einen Sieg für Hansa einzuspielen.

Neuzugang Aleksandar Stevanovic hat sich recht schnell ins Hansa-Team eingefügt.
Andy Bünning Neuzugang Aleksandar Stevanovic hat sich recht schnell ins Hansa-Team eingefügt.

Mitte September ging alles ganz schnell. Eigentlich war Aleksandar Stevanovic vom Fußball-Drittligisten Hansa Rostock nur zu einem Probetraining eingeladen worden, doch am Ende der Woche lag ihm bereits ein Vertragsangebot vor. Und einen Tag, nachdem seine Verpflichtung offiziell vermeldet wurde, stand er bereits im 18er-Kader für das Heimspiel gegen die Arminia aus Bielefeld.

Trainer Peter Vollmann hatte ihn sogar gleich für die Startelf nominiert, wo der 22-Jährige im defensiven Mittelfeld die Fäden zog und für gelungene Aktionen mehrfach sogar Szenenapplaus bekam. Auch wenn er an keinem Treffer direkt beteiligt war, hatte er doch großen Anteil daran, dass der FC Hansa mit einem 4:2-Erfolg die lange erfolglose Heimserie endlich beenden konnte.

Stevanovic hat serbische Wurzeln und ist im Ruhrpott aufgewachsen. „Schon mein Großvater war als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Ich bin in Essen geboren und habe zusammen mit meinem ein Jahr älteren Bruder Predrag beim dortigen TuS West mit dem Fußball begonnen. Im Nachwuchs haben wir noch für Rot-Weiß Essen und Schalke 04 gespielt, bevor auch ich beim Wechsel in den Männerbereich – ein halbes Jahr nach meinem Bruder – zu Werder Bremen gegangen bin“, erklärt der aktuelle Hansa-Neuzugang seinen Werdegang.

Verletzungen warfen ihn zurück

Doch der erhoffte Durchbruch gelang ihm an der Weser nicht, denn in den ersten eineinhalb Jahren war er fast ständig verletzt. Nach einem Kreuzbandriss und einem Schlüsselbeinbruch fiel er jeweils ein halbes Jahr lang aus und so bestritt er unter Trainer Thomas Schaaf nur fünf Bundesligaspiele. „Und als ich zwischenzeitlich für ein halbes Jahr nach Zwolle ausgeliehen werden sollte, um in der ersten holländischen Liga auf hohem Niveau Spielpraxis sammeln zu können, scheiterte der Wechsel an der Arbeitserlaubnis. Damals war ich nur Fußballdeutscher und damit noch kein EU-Bürger. Dies war dann aber der Anlass, dass ich einen deutschen Pass beantragt habe.“

Während seiner dritten Saison in Bremen blieb Aleksandar Stevanovic zwar verletzungsfrei, doch Schaafs Nachfolger Robin Dutt plante nicht mehr mit dem Mittelfeldspieler, der nur noch für die zweite Mannschaft in der Regionalliga auflief. Im Sommer erhielten beide Stevanovic-Brüder kein neues Vertragsangebot mehr und waren vereinslos, bis sich Aleks nun die Chance bot, nach Rostock zu wechseln, wo er – zusammen mit seiner Ehefrau Karina – aktuell noch im Hotel wohnt.

„Leider haben wir immer noch keine passende Wohnung gefunden. Ich bin trotzdem froh, dass Karina schon jetzt ständig bei mir ist, denn sie ist für mich ein wichtiger Rückhalt, hat mich gerade in schwierigen Zeiten immer wieder unterstützt und mir Mut zugesprochen.“

Flaggschiff aus Rostock in gefährlichem Fahrwasser

Nicht einfach ist es zurzeit für Aleksandar auch in Rostock, denn die Hansa-Kogge schippert nach zuletzt drei Niederlagen in der 3. Liga schon wieder in rauer See. „Momentan sieht es wirklich nicht rosig aus. Doch ich hoffe, dass wir in kürzester Zeit wieder Fuß fassen und uns nach oben orientieren können. Dazu will ich natürlich meinen Teil beitragen“, gibt sich Stevanovic optimistisch und möchte dem Team helfen, wo er gebraucht wird.

Trainer Peter Vollmann jedenfalls kann sich den Neuzugang auch auf anderen Positionen vorstellen und bot ihm beim Pokalspiel in Hagenow zuletzt auf der Zehner-Position auf.

„Das war nicht nur aus der Not heraus geboren, sondern auch mit Blick auf die Liga gemünzt. Aleks ist ein guter Fußballer, den man überall im Mannschaftsgefüge einsetzen kann – zur Not auch hinten rechts“, erklärte vielsagend der Hansa-Coach, für dessen Mannschaft das zweite Saisondrittel in der 3. Liga am kommenden Sonnabend mit dem Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching beginnt.

Dann soll möglichst der zweite Heimsieg in diesem Jahr her, um schnell Luft zu den Abstiegsrängen zu erhalten. Aleksandar Stevanovic kann da ganz sicher helfen. Sein persönlicher Start in Rostock macht jedenfalls schon mal ganz viel Mut.