FUßBALL-NATIONALSPIELER

Özil bereut Foto mit Erdogan nicht

DFB-Nationalspieler Mesut Özil hat sein Schweigen gebrochen. Auf Twitter äußerte er sich zu der Affäre um das Foto mit Erdogan.
Fabian Beyer Fabian Beyer
Die Affäre um das Foto zwischen Mesut Özil (links) und Recep Tayyip Erdogan hat hohe Wellen geschlagen.
Die Affäre um das Foto zwischen Mesut Özil (links) und Recep Tayyip Erdogan hat hohe Wellen geschlagen. Uncredited
Neubrandenburg.

Wochenlang hat der deutsche Fußball-Nationalspieler Mesut Özil zu seinem Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geschwiegen. Es hagelte Kritik für den Spieler vom FC Arsenal. Jetzt hat er offenbar genug davon gehabtund sah sich gezwungen, seine Sicht der Dinge zu veröffentlichen.

„Ich bin ich Deutschland aufgewachsen, aber meine Familie ist stark in der Türkei verwurzelt. Ich habe zwei Herzen, ein deutsches und ein türkisches. In meiner Kindheit hat mir meine Mutter beigebracht, immer respektvoll zu sein und nie zu vergessen, wo ich herkomme – an diese Werte denke ich bis heute“, schreibt er zu Beginn seines englischsprachigen Statements auf Twitter.

Özil: "Foto hatte keine politische Botschaft"

Er habe Präsident im Mai in London bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung getroffen. Im Jahr 2010 habe er ihn zum ersten Mal getroffen. Seitdem hätten sich die Wege von Özil und Erdogan viele Male auf der ganzen Welt gekreuzt.

Özil stellt klar: „Das Foto hatte keine politische Botschaft. Ein Bild mit Präsident Erdogan zu machen, war für mich keine Frage der Politik oder einer Wahlempfehlung, es ging mir rein darum, das höchste Amt des Landes meiner Familie zu respektieren“.

Er sei Fußballspieler und kein Politiker. Das Treffen habe keine Bekräftigung oder Unterstützung jedweder politischer Handlungen dargestellt. „Wir haben nur über das Thema gesprochen, über welches wir immer reden: Fußball”, schreibt Özil.

 

 

Der Druck auf Özil wurde zuletzt immer größer. DFB-Präsident Reinhard Grindel forderte, dass sich der Nationalspieler öffentlich zu dem Foto äußern sollte. DFB-Manager Oliver Bierhoff sah in Özil sogar den Schuldigen für das frühe WM-Aus. Vor, während und nach der WM hat die Affäre um das Bild viel Kritik ausgelöst.

Özil betonte, den Präsidenten nicht zu treffen, wäre eine Respektlosigkeit gegenüber den Wurzeln seiner Vorfahren gewesen. Ihm sei es egal gewesen, wer Präsident ist. Vielmehr sei es wichtig gewesen, dass es der Präsident ist. Es sei Özil um Respekt für ein politisches Amt gegangen. „Ob es sich um den türkischen oder den deutschen Präsidenten handelt, hätte meine Handlung nicht verändert”, so der 29-Jährige.

 

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Kommentare (1)

So konfus die Sache betrachten wie Mesut Özil kann nur wer eine Doppelstaatsbürgerschaft besitzt. Mesut Özil ist nicht wegen der türkischen Wurzeln seiner Vorfahren Mitglied der deutschen Fußballnationalmannschaft. Mesut Özil kann den türkischen Präsidenten nicht treffen solange er keinen offiziellen bundesdeutsche Auftrag erhält. Seinen Eltern oder Großeltern einen Gefallen tun (Özil nennt diesen Gefallen Respekt) mit "guck mal ich habe den türkischen Präsidenten getroffen" ist eine äußerst naive Erklärung für einen aktiven deutschen Nationalspieler. Meines Erachtens hat das Foto aber keinen Einfluss auf die desaströse Leistung der weitestgehend erfolgsgesättigten DFB-Elf bei der WM gehabt.