Leichtathletik
Neubrandenburger Talent sucht sein Glück in Sachsen

Kugelstoßer Patrick Müller verlässt Neubrandenburg.
Kugelstoßer Patrick Müller verlässt Neubrandenburg.
Iris Hensel

Der Sportclub Neubrandenburg hat gerade seinen Perspektivkader für die nächsten beiden Olympischen Spiele berufen. Ein hoffnungsvoller Kugelstoßer ist nicht dabei.

Auf dem Trainingsplatz im Neubrandenburger Jahnstadion ist Patrick Müller in den vergangenen drei Jahren nur selten gesehen worden. Seine Übungseinheiten absolvierte der Kugelstoßer vielmehr im sächsischen Chemnitz bei Sven Lang. Bei Wettkämpfen trug der 22-Jährige aber noch das Trikot des SC Neubrandenburg. Aber auch damit ist zum 31. Dezember 2018 Schluss.

Müller verlässt den Club vom Tollensesee und versucht sein Glück in Sachsen. Für welchen Klub er künftig die Kugel stoßen wird, ist offen. Eine Option ist der SC DHfK Leipzig – der Verein von Ex-Weltmeister David Storl, dessen Trainer bereits Trainingspläne für Müller schreibt

„Da ist eine Möglichkeit. Ende November dürfte die Entscheidung gefallen sein”, sagt Müller. Die Trennung zwischen dem Sportler, der in Demmin geboren wurde, und dem SCN verlief am Ende im Guten, ja – fast schon harmonisch. „Für den Club und seine Außenwirkung war es sehr schwierig, weil ich dort ja nicht trainiert habe. Da geht es zum Beispiel um die Sponsoren. Von daher ist es das Beste für beide Seiten”, sagt Müller.

Vertrag beim SCN wäre ohnehin ausgelaufen

Beim Club-Vermarkter Sport Direkt findet man die Lösung auch völlig okay. „Wir haben viele Gespräche geführt und Patrick klar gemacht, was wir erwarten von ihm in der Zukunft. Er war hier einfach nicht präsent genug”, sagt Sport Direkt-Geschäftsführerin Astrid Kumbernuss. Die Sponsoren würden gern mit ihm als Werbeträger vor Ort arbeiten, doch das sei so nicht möglich.

„Patrick sieht seine Zukunft aber in Sachsen und das akzeptieren wir. Sein Dreijahresvertrag wäre ohnehin zum Jahresende auslaufen. Es ist alles in Ordnung so”, sagt Kumbernuss.

Gute Erinnerungen an das Sportgymnasium

Patrick Müller sagt, dass er aber natürlich mit Wehmut gehe. „Es war eine schöne Zeit, die Jahre am Sportgymnasium und im Internat möchte ich nicht missen. In Neubrandenburg habe ich mein Abitur gemacht”, erzählt der Kugelstoßer. Eines Tages werde er aber wohl zurückkommen nach Mecklenburg-Vorpommern.

Die nahe Zukunft heißt aber wohl erst einmal Leipzig. In der Trainingsgruppe um David Storl möchte Müller den nächsten Schritt in seiner sportlichen Laufbahn machen.

Im Sommer 2017 hatte er seine Wurftechnik auf die Drehstoßtechnik umgestellt und daraufhin im Januar dieses Jahres erstmals die 20-Meter-Marke geknackt.

Die EM in Berlin war greifbar

Bei den Landesmeisterschaften stieß er die Kugel auf 20,14 Meter. Den Sprung auf den EM-Zug schaffte er aber nicht, auch wenn Müller bei den Deutschen Meisterschaften Silber geholt hatte. „Die EM war schon greifbar, die Enttäuschung daher groß. Am Ende hat aber einfach die Weite gefehlt”, sagt er.

In der neuen Saison geht es für den 22-Jährigen erst einmal darum, Konstanz in seine Leistungen zu bringen. Die Kugel soll regelmäßig über die 20-Meter-Marke fliegen.

Alles andere kommt dann von selbst. Vielleicht sogar die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2019 in Katar. Die hat Müller im Hinterkopf.