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Fußball-WM

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Polen hat mehr als nur Lewandowski

Bei Polen hängt alles von Robert Lewandowski ab.
Bei Polen hängt alles von Robert Lewandowski ab.
Maciej Kulczynski

32 Mannschaften spielen bei der Fußball-WM in Russland um den Titel. Wir stellen alle Teilnehmer vor. Hier geht es um Polen.

Die Polen als Mitfavoriten zu bezeichnen, wäre wohl etwas zu mutig. Aber ein Geheimtipp sind sie nicht nur wegen ihres Weltklasse-Stürmers Robert Lewandowski. Wohl noch nie in ihrer Vergangenheit sind die Polen mit einer solchen Fülle an talentierten und international erfahrenen Spielern bei einem WM-Turnier angetreten.

Neben Kapitän Lewandowski bilden Abwehrchef Kamil Glik, BVB-Verteidiger Lukasz Piszczek, Wolfsburgs Jakub Blaszczykowski und Mittelfeldantreiber Grzegorz Krychowiak die Stützen des Teams. Sie alle spielen in internationalen Top-Ligen – aber wohl auch zum letzten Mal bei einer WM in dieser Konstellation zusammen. Rekordtorjäger Lewandowski ist 29 Jahre alt, Piszczek und Blaszczykowski 32, Krychowiak 28.

Polen braucht Lewandowski in Top-Form

Für die „goldene Generation“ bietet sich in Russland somit die wahrscheinlich letzte Chance, an Polens erstaunliche WM-Erfolge aus der Vergangenheit anzuschließen. Zwei dritte Plätze bei den Turnieren 1974 und 1982 sind bis heute die besten WM-Platzierungen Polens. Will Nationaltrainer Adam Nawalka Ähnliches erreichen, braucht er Lewandowski in Topform. „Er ist unglaublich wichtig für uns – die Dampflokomotive, die unser Team antreibt“, sagte der 60-Jährige.

Wie abhängig die Polen von ihrem Stürmerstar sind, zeigt eine Statistik. Seit der EM 2016, also seit fast zwei Jahren, hat die Mannschaft kein Spiel mehr gewonnen, wenn Lewandowski nicht mindestens ein Tor geschossen hat. Und das könnte bei der WM schwierig werden. Die Gegner werden sich in erster Linie auf den Bayern-Stürmer konzentrieren. Seine Mannschaftskollegen müssen die Räume und die Chancen, die sie bekommen, nutzen.

Letzte Chance für die goldene Generation

Daher glaubt der Bayern-Stürmer auch nicht daran, dass er bei der WM in Russland Torschützenkönig werden kann. „Eine Chance besteht dafür nur, wenn du sicher sieben Spiele hast. Es kommt immer darauf an, wie weit es deine Mannschaft im Turnier schafft“, sagte der 29-Jährige. „Aber WM-Torschützenkönig ist für mich kein realistisches Ziel.“ Der Glaube an seine Mannschaft und ein langes Turnier scheinen nicht vorhanden zu sein. Hoffentlich kein schlechtes Omen.

Dennoch stehen die Chancen nicht schlecht. Das Achtelfinale sollte für Polen drin sein und in einem K.-o.-Spiel kann alles passieren. Und da die „goldene Generation“ ihre letzte Chance nutzen will, können sie noch einmal über sich hinauswachsen und für eine Überraschung sorgen.