Fiko-Läufer Tom Gröschel knackte in Valencia die WM-Norm.
Fiko-Läufer Tom Gröschel knackte in Valencia die WM-Norm. Meurer
Valencia

Rostocker pulverisiert seine Marathon-Bestzeit

Die deutschen Athleten um Tom Gröschel legten beim Marathon in Valencia einen beeindruckenden Auftritt hin. Vor allem ein Läufer stach heraus.
Valencia

Was für ein Rennen, was für ein Jahresabschluss: Tom Gröschel vom TC Fiko Rostock hat beim Valencia-Marathon seine persönliche Bestzeit gleich um 1:42 Minuten verbessert und in 2:11,03 Stunden zugleich die Norm für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im kommenden Juli in Oregon (USA) geknackt. „Es ist immer noch unfassbar”, sagte der Fiko-Läufer am Montag.

Der 30 Jahre alte Gröschel, der zur Wattenscheider Trainingsgruppe von Tono Kirschbaum gehört, war erst im April in Enschede (Niederlande) 2:12,45 gelaufen, hatte damit damals aber die Norm für die Olympischen Spiele in Tokio (2:11,30) klar verpasst. Tokio war das große Ziel des Polizisten. In Valencia war Mecklenburg-Vorpommerns schnellster Marathonläufer bereits bei der Halbmarathon-Marke klar auf Kurs WM-Norm und hielt das Tempo bis ins Ziel. „Klar wollte ich die Norm. Aber ich bin einfach nur gerannt, habe nicht auf die Zwischenzeiten geschaut und war dann im Ziel schon etwas überrascht”, sagte er im Gespräch mit dem Nordkurier.

Gröschel bestritt das Rennen in Valencia lange Zeit mit seinem Trainingspartner Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid), der dann aber nach gesundheitlichen Problemen ausstieg. Am Ende belegte der Rostocker Platz 26 in dem Weltklassefeld. Tom Gröschel dürfte sich aber nicht nur über seine neue Bestzeit gefreut haben, sondern auch über den Auftritt seines anderen Trainingspartners und Kumpel Amanal Petros.

Im Vorjahr brach er den Rekord ebenfalls in Valencia

Der Wattenscheider verbesserte seinen deutschen Marathon-Rekord um 52 Sekunden auf 2:06,26 Stunden. Der 26-jährige gebürtige Äthiopier blieb damit als erster Deutscher unter der 2:07,00-Marke. „Ich bin super happy. Zwar hatte ich gehofft, dass ich eine Zeit im Bereich von 2:05 Stunden laufen kann. Aber dafür war es heute zu windig”, sagte Petros. Im Vorjahr hatte er den Rekord ebenfalls in der spanischen Küstenstadt auf 2:07,18 gesteigert.

Begeistert war auch Tono Kirschbaum. „Das war wieder ein Superding, das Aman hier abgeliefert hat”, sagte sein Trainer dem Portal „leichtathletik.de”. Kirschbaum, der seine Athleten vor Ort betreute, sagte weiter: „Und das, obwohl das bestimmt der windigste Tag des Jahres in Valencia gewesen ist. Das erinnerte schon an einen Lauf an der Nordsee.” Amanal Petros wollte das Rennen eigentlich noch schneller angehen, die nicht idealen Bedingungen machten ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung. „Bei dem Wind hat er das klug gemacht und sich in eine große Gruppe eingereiht”, so Kirschbaum.

Beste Deutsche war Laura Hottenrott

Der Sieg beim 41. Valencia-Marathon ging indes nach Kenia: Lawrence Cherono gewann nach einem spannenden Rennverlauf in 2:05,11 knapp vor Chalu Deso aus Äthiopien (2:05,15) und Philemon Kacheran aus Kenia (2:05,18). Auch bei den Frauen war eine Kenianerin am Ende ganz vorn. Nancy Jelagat triumphieren in 2:19,30 und blieb als einzige Frau unter 2:20 Stunden. Etagegne Woldu (2:20,16) und Beyenu Degefa (2:23,04, beide Äthiopien) folgten auf den Podiumsplätzen.

Beste Deutsche war Laura Hottenrott (Grün-Weiß Kassel), die in 2:38,34 auf Platz 28 lief. Marathon-Debütantin Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg) musste bei Kilometer 34 mit Magenproblemen aussteigen.

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