MARATHON

Rostocker will Bestzeit und den Titel

Tom Gröschel ist derzeit MVs bester Marathonläufer. Bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf gilt er als Favorit. In den Altersklassen sind auch zwei Neubrandenburgerinnen am Start.
Thomas Krause Thomas Krause
Bei der Deutschen Marathon-Meisterschaft in Düsseldorf gilt Tom Gröschel als Favo
Bei der Deutschen Marathon-Meisterschaft in Düsseldorf gilt Tom Gröschel als Favorit. Gero Schreiber
Rostock.

Sein dritter Marathon könnte der schwerste werden. Wenn Tom Gröschel vom TC Fiko Rostock am Sonntag in Düsseldorf bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften an den Start geht, wird er nicht mehr der Underdog sein wie im Vorjahr, sondern erstmals der Gejagte sein.

Der 27-jährige Polizist weiß, dass die Rollen diesmal anders verteilt sind, spürt, dass sich die öffentliche Wahrnehmung geändert hat. Gröschel gilt als der Top-Favorit auf den nationalen Titel über die 42,2 Kilometer. „Die Anspannung ist in den letzten Tagen schon gestiegen. Das habe ich das erste Mal so richtig gespürt, als ich am Donnerstag nach Düsseldorf gefahren bin“, erzählt der Rostocker.

Bei seinem Marathon-Debüt in Düsseldorf im vergangenen Jahr raste Gröschel gleich zur Deutschen Marathonmeisterschaft und knackte in 2:15,20 Stunden auch noch deutlich die Norm (2:17) für einen Team-Start bei der Europameisterschaft im August in Berlin. In der Hauptstadt lief er dann beim EM-Marathon bei sengender Hitze in 2:15,48 als bester Deutscher auf Platz elf.

Gröschel will persönliche Bestzeit

Bei den Meisterschaften am Sonntag, die im Rahmen des Düsseldorf-Marathons ausgetragen werden, sind seine eigenen Erwartungen dementsprechend hoch. „Ich will den Titel und eine neue persönliche Bestzeit laufen“, sagt der Rostocker, der in Bochum unter Tono Kirschbaum trainiert. Sein Marathon-Debüt 2018 kam ziemlich spontan, dieses Mal hat sich Gröschel monatelang auf Düsseldorf vorbereitet.

Unter anderem in Trainingslagern in Kenia und den USA spulte er viele Kilometer ab. Am Sonntag soll der Ertrag eingefahren werden. Gröschel hofft dabei darauf, dass der Wettergott gnädig ist: „Das Wetter ist ein großer Faktor. Hitze und Regen wären okay, nur zu starker Wind ist nicht gut. Der Wind kann vieles zerstören.“

Stärkste nationale Konkurrenten dürften Simon Stützel (Bestzeit: 2:17:51) und Marcus Schöfisch (2:15,58) sein. Mit den beiden rechnet auch Tom Gröschel. „Simon ist bei den deutschen Halbmarathonmeisterschaften schon gut gelaufen“, sagt er.

HSV-Frauen laufen in den Altersklassen

Nach der verletzungsbedingten Absage von Titelverteidigerin Fabienne Amrhein aus Mannheim gilt indes Anna Hahner vom SCC Berlin als aussichtsreichste Kandidatin auf den Gewinn der deutschen Meisterschaft der Damen. Die 29-Jährige ist mit einer Bestzeit von 2:26:44 Stunden die schnellste Läuferin auf der Startliste. Allerdings hat sie schwere Monate hinter sich, die von Verletzungen und Krankheiten geprägt waren.

Das letzte Rennen über die 42,2 Kilometer bestritt sie im Februar 2018 in Tokio, dort stieg sie jedoch vorzeitig aus. Nun will sie in Düsseldorf den Neustart wagen. „Ich gehe komplett beschwerdefrei an den Start, aber ich mache mich frei von Zeitzielen“, so die Athletin gegenüber dem Portal leichtathletik.de.

In Düsseldorf werden am Sonntag insgesamt etwa 20.000 Läufer auf allen Strecken erwartet. Für die deutsche Marathon-Meisterschaft sind auch zwei Neubrandenburgerinnen gemeldet. Sylvia Mundt (W60) und Monika Bernhardt (W70) vom HSV starten in ihren Altersklassen.

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