LEICHTATHLETIK

SCN-Ass Claudine Vita startet mit Sieg in Olympiasaison

Im Bundesleistungszentrum in Kienbaum traf die deutsche Diskuswurf-Elite erstmals in diesem Jahr aufeinander. Das Winterwetter machte aber allen zu schaffen.
Claudine Vita vom SCN, hier bei der WM 2019 in Katar, gewann den Winterwurf in Kienbaum.
Claudine Vita vom SCN, hier bei der WM 2019 in Katar, gewann den Winterwurf in Kienbaum. Michael Kappeler
Kienbaum ·

Diskuswerferin Claudine Vita hat einen gelungenen Start in die Olympiasaison hingelegt – zumindest was die Platzierung angeht. Beim Winterwurf im Bundesleistungszentrum in Kienbaum (Brandenburg) ließ die 24-Jährige vom SC Neubrandenburg nahezu die komplette deutsche Elite hinter sich. Lediglich die Deutsche Meisterin Kristin Pudenz vom SC Potsdam fehlte bei dem ersten offiziellen Wettkampf in diesem Jahr.

„Mit der Platzierung bin ich zufrieden, klar. Aber ich hätte beim Ergebnis schon gern eine 6 vor dem Komma zu stehen gehabt. Das ist einfach auch mein Anspruch”, sagte die Neubrandenburgerin, die den Winterwurf mit 59,74 Metern gewann.

Auf den weiteren Plätzen folgten Shanice Craft (SV Halle, 59,62), Marike Steinacker (Bayer Leverkusen, 58,59), Nadine Müller (SV Halle, 57,03) und Julia Harting (56,72). Allerdings waren die Bedingungen mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich alles andere als einladend, auch wenn die Diskusdamen den Wettkampf aus einem sogenannten Wurfhaus heraus bestritten. „Wenn man einen Winterwurf macht, dann weiß man, dass es kalt ist. Von daher waren die Bedingungen okay”, meinte Claudine Vita. Aber es sei schon krass, wenn man die ganze Zeit in der Halle trainiere und dann plötzlich bei minus zehn Grad den Diskus werfen soll, verdeutlichte sie. Weiten über 60 Meter blieben dann auch zwangsläufig aus.

Bundestrainer ordnete die Leistungen dementsprechend ein

Bundestrainer René Sack ordnete die Leistungen der Damen dementsprechend ein. „Aufgrund des Wetters war da einfach nicht mehr drin. Bei diesen Temperaturen fliegt der Diskus ganz anders”, sagte er. Sack kann es jedoch nachvollziehen, dass die Damen nicht zufrieden gewesen sind mit ihren Weiten: „Die wollten alle weiter werfen, und das haben sie auch drauf”, sagte der Diskuswurf-Bundestrainer der Frauen. Für ihn sei es aber wichtig gewesen, alle Athletinnen einmal wieder zusammengehabt zu haben bei einem Wettkampf. „Es war gut, die Mädels zu sehen. Und sie haben auch alle einen guten Eindruck gemacht”, sagte er.

Bitter allerdings für die beiden Erstplatzierten des Wettkampfs in Kienbaum: Claudine Vita und Shanice Craft hätten nach ihrem Auftritt in Brandenburg die Tickets für den Winterwurf-Europacup am 13. und 14. März in Leiria (Portugal) in der Tasche gehabt. Aber der Europacup fällt aus. Die regionalen Behörden in Portugal hatten wegen der Coronasituation darum gebeten, den Wettkampf zu verschieben. „Es ist sehr schade, dass Portugal ausfällt”, sagte Bundestrainer Sack. Der europäische Leichtathletikverband kündigte aber an, einen alternativen Austragungstermin prüfen zu wollen.

Claudine Vita geht nun erst einmal wieder verstärkt ins Training. Die nächsten Wettkämpfe sind dann erst im April in Neubrandenburg und in Halle vorgesehen. Im Frühjahr wird auch die heiße Phase im Kampf um die Tickets für die Olympischen Spiele in Tokio eingeläutet. Drei Startplätze stehen den deutschen Damen zur Verfügung; sechs Diskuswerferinnen wollen nach Tokio. Bundestrainer René Sack erwartet denn mit Blick auf Olympia auch spannende Monate. Er hofft aber vor allem, dass die „Saison endlich normal verlaufen wird”.

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