VERLETZUNG

SCN-Siebenkämpferin muss WM absagen

Die Neubrandenburgerin Sophie Weißenberg will ab Januar 2020 den nächsten Schritt ihrer Karriere gehen. Zuvor traf die 21-Jährige jetzt aber noch eine schwere Entscheidung.
Thomas Krause Thomas Krause
Sophie Weißenberg holte Silber bei der U23-EM.
Iris Hensel
Neubrandenburg.

Es sind intensive und emotionale Wochen, die Sophie Weißenberg momentan erlebt. Die Siebenkämpferin des SC Neubrandenburg musste gerade ihren ersten richtig großen internationalen Wettkampf absagen, hinzu kommen viele Diskussionen um ihre sportliche Zukunft, die fern der Viertorestadt liegen soll. „Es sind derzeit nicht die schönsten Tage”, sagt sie.

Wegen einer hartnäckigen Entzündung an der Ferse hat sich die zweitbeste deutsche Mehrkämpferin dieses Jahres entschlossen, die Saison abzubrechen. Damit ist klar, dass die 21-Jährige auch nicht bei der Weltmeisterschaft Ende September in Doha starten wird. Die WM-Norm von 6300 Punkten hatte sie beim Meeting in Götzis (Österreich) zwar um sieben Punkte verpasst, der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wollte die Neubrandenburgerin dennoch mit nach Katar nehmen.

Die offizielle Nominierung für Doha stand allerdings noch aus. Die Flüge waren aber bereits über den DLV gebucht – jetzt das Aus. „Natürlich ist das bitter. Aber mit der Verletzung plage ich mich seit der U23-EM herum, und es wurde nicht besser”, erzählt sie. Mit ihrem Trainer Carsten Hodea habe sie in den vergangenen Wochen alles versucht und probiert – ohne Erfolg, die Schmerzen blieben.

„Es ist einfach auch nicht Sophies Anspruch, trotzdem mitzufahren und dann vielleicht den Mehrkampf abbrechen zu müssen. Sie wollte dort schon konkurrenzfähig sein. Wir waren uns einig, dass es nach der ohnehin langen Saison so jedoch keinen Sinn macht”, sagt Hodea. In den vergangenen drei Wochen habe sie zum Beispiel im Training keine Spikes tragen können.

Tokio 2020 ist das große Ziel der Mehrkämpferin

Der Entschluss, die Weltmeisterschaft im Wüstenstaat abzusagen, hat die Mehrkämpferin indes auch mit Blick auf die kommende Saison getroffen. Denn 2020 steht mit den Olympischen Spielen in Tokio das größte sportliche Ereignis auf dem Programm. Ein Ziel, das auch Sophie Weißenberg verfolgt. Die kommende WM in Doha wollte sie nutzen, um einen ersten Schritt Richtung Tokio zu machen.

„Es war mein Wunsch, wenn ich richtig fit gewesen wäre, die Olympianorm(6420 Punkte) in Doha möglichst schon abzuhaken”, sagt die SCN-Leichtathletin, die in diesem Jahr Silber bei der U23-Europameisterschaft in Schweden gewann. Die Norm muss sie nun in der neuen Saison liefern. In welchem Trikot sie dann 2020 an die Startlinie treten wird, ist indes noch offen.

Beim SCN hat sie einen Vertrag bis Ende 2020

Klar ist bislang nur, dass Sophie Weißenberg ab dem 1. Januar bei Bayer Leverkusen trainieren wird. In der Stadt im Rheinland wird die 21-Jährige ein Psychologie-Studium aufnehmen. Die Siebenkämpferin möchte auch gern bei Wettkämpfen für Bayer starten, allerdings hat sie beim SCN noch einen Vertrag bis Ende 2020. „Es wird noch Gespräche mit dem Club geben, aber in meinen Augen macht es wenig Sinn, bei dieser Entfernung weiter für den SCN anzutreten”, meint sie.

Ihre Entscheidung, den Club und ihre Heimatstadt zu verlassen, habe sie sich nicht leicht gemacht. „Ich bin hier aufgewachsen, meine Familie lebt hier. Aber ich bin in einem Alter, in dem ich jetzt einfach etwas anderes kennenlernen möchte”, sagt sie. Dem SCN und ihrem Trainer habe sie viel zu verdanken in den vergangenen Jahren: „Das zu verlassen, macht mich natürlich auch traurig. Aber ich möchte diesen Schritt jetzt machen.”

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