Theo Grützenmacher ist voll fokussiert auf die Sommersaison.
Theo Grützenmacher ist voll fokussiert auf die Sommersaison. Thomas Krause
Leihctathletik

SCN-Youngster rast an die deutsche Sprint-Spitze

Theo Grützenmacher gehört zu den ganz Schnellen beim SC Neubrandenburg. Jetzt sprintete der 16-Jährige in einen neuen Bereich des deutschen Nachwuchses.
Neubrandenburg

Und plötzlich ist er die Nummer 2 unter den deutschen U18-Sprintern. Theo Grützenmacher hat in den vergangenen Monaten eine rasante Entwicklung genommen, die nun in einer ebenso rasanten persönlichen Bestleistung gipfelte: Beim Sportfest des SC Neubrandenburg raste der 16-jährige Sportgymnasiast die 100 Meter erstmals unter 11 Sekunden runter – am Ende standen 10,99 Sekunden im Protokoll. In Deutschland war in dieser Saison bisher nur Aaron Amenta vom TV Groß-Gerau schneller (10,86).

Für seinen Trainer Adam Domicz kommen diese Zeiten nicht überraschend. Schon in der Hallensaison über die 60 Meter deutete Grützenmacher an, welches Potenzial in ihm schlummert. „Theo ist so ehrgeizig und fokussiert, so einen Sprinter habe ich die letzten 30 Jahre nicht gehabt”, sagt Domicz, der vor einem Jahr aus Baden-Baden (Baden-Württemberg) zum SC Neubrandenburg kam und seitdem die Sprinter und Sprinterinnen betreut.

Theo Grützenmacher ist so etwas wie der Frontmann des SCN-Sprintteams. Saisonziel Nummer 1, so der Trainer, sei die Deutsche Meisterschaft im Juli in Ulm, für die Grützenmacher die Norm (11,30 Sekunden) schon locker erfüllt hat. Darauf ist die Saison-Vorbereitung aufgebaut. Domicz will auch einiges probieren. „Ich habe zu Theo im Spaß gesagt, dass er mir ruhig böse sein kann. Aber er ist so etwas wie mein Versuchskaninchen”, sagt der Sprinttrainer mit einem Lachen. In der Regel nehme er im Training kurz vor Wettkämpfen die Intensität heraus. Diesmal soll der junge Sprinter auch mal einen Wettkampf aus dem vollen Training heraus absolvieren.

Vor 34 Jahren kam er aus Polen in die BRD

Nächste Station wird Berlin sein: Beim Läuferabend in Lichterfelde wird Theo Grützenmacher über 100 und 200 Meter an den Start gehen. Weitere Auftritte sind im Juni in Rostock (Landesmeisterschaften), Walldorf (Internationale U18-Gala) und in Lübeck (Norddeutsche Meisterschaften) geplant. In Walldorf (Baden-Württemberg) geht es um die Fahrkarten für die U18-Europameisterschaft im Juli in Israel. „Es kann was Positives passieren, alles ist möglich“, sagt Adam Domicz, verweist aber zugleich auf die Norm für die EM in Jerusalem, die bei 10,75 Sekunden steht. Zu viel Druck möchte er nicht aufbauen.

Am Tollensesee fühlt sich der Leichtathletik-Trainer wohl. Den Schritt von Baden-Baden in den Nordosten habe er noch keine Sekunde bereut, sagt der gebürtige Danziger, der vor 34 Jahren aus Polen in die Bundesrepublik kam. Seine Familie lebt inzwischen in Stettin, da sind die Wege kurz, das passe. Das gilt auch für den sportlichen Bereich. „Wir haben hier eine junge Mannschaft, mit vielen Talenten. Es macht sehr viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten.”

Adam Domicz kennt natürlich die erfolgreiche Sprintvergangenheit des SCN mit WM- und EM-Titeln. Das ist lange her. „Es wäre an der Zeit, dass es da mal wieder einen Sprinter aus Neubrandenburg gibt”, sagt der Trainer.

 

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