FIGHT NIGHT

Syrischer Kampfsportler wird Deutscher Meister

Der Greifswalder Kamfsportclub MMA Team East feierte in Trittau einen der erfolgreichsten Abende seiner Vereinsgeschichte.
Peter Krüger Peter Krüger
Deutscher Meister! Stolz präsentiert Abdalla Darkazanly seinen gewonnenen WKN-Gürtel.
Deutscher Meister! Stolz präsentiert Abdalla Darkazanly seinen gewonnenen WKN-Gürtel. Peter Krüger
Was für ein Wochenende für das Kampfsportteam MMA East. Sieben Kämpfe, sechs Siege – und ein Deutscher Me
Was für ein Wochenende für das Kampfsportteam MMA East. Sieben Kämpfe, sechs Siege – und ein Deutscher Meistertitel. Peter Krüger
Trittau.

Die Kampfsportler des MMA Team East aus Greifswald kennen keine Verschnaufpause, auch wenn sie sich insgeheim vielleicht eine gewünscht hätten. Denn nach einem der erfolgreichsten Wochenenden der Vereinsgeschichte ging es direkt mit dem harten Training weiter.

Und dabei hätten sie allesamt eine Belohnung in Form trainingsfreier Tage verdient gehabt – zumindest wenn man das sportliche Auftreten der Greifswalder Kampfsport-Crew als Maßstab nimmt. Denn von insgesamt sieben Kämpfern und Kämpferinnen verließen gleich sechs Akteure als Sieger das Seilquadrat.

„Ein Wahnsinnsergebnis”, freut sich Trainer Eric Bluhm, doch noch lange kein Grund für ihn, trainingsfreie Tage auszurufen. „Wir haben noch viel vor”, so Bluhm, „da heißt es jetzt dranzubleiben und hart weiterzutrainieren”. Immer wieder ruft er Kommandos auf die Matte, auf welcher seine Athleten literweise Schweiß verlieren.

Zusammen haben sie noch eine Menge vor

Darunter auch Abdalla Darkazanly, ein 18-jähriger Syrier, der sich seit wenigen Stunden Deutscher Meister nennen darf. Darkazanly hat erst vor knapp drei Jahren mit dem Kampfsport angefangen, kurz nachdem er aus Syrien nach Deutschland kam. Zuerst spielte er nur Fußball in seiner neuen Heimat, ehe sein Bruder ihn einfach mal zum Kampfsport mitnahm.

„Man hat sofort gesehen, welches Talent in Abdalla steckt”, erinnert sich Bluhm. Auch Darkazanly fand es cool und blieb dem Kampfsport treu. „Seitdem haben wir ihn nun an der Backe”, lacht Bluhm und umarmt seinen Schützling. Zusammen haben sie noch eine Menge vor.

„Er hat sich super entwickelt, ist vor allem boxerisch sehr stark”, schwärmt sein Trainer Bluhm, der auch von seinem Trainingseifer und Ehrgeiz angetan ist. „Wenn Abdalla so weiter macht, dann können wir in Zukunft noch einiges von ihm erwarten.”

Kampf in Wolgast blieb in Erinnerung

Denn der Deutsche Meistertitel, den Darkazanly bei einer der größten Kampfsportgalas im schleswig-holsteinischen Trittau errang, soll nur eine Durchgangsstation sein. „Irgendwann soll Abdalla bei den Profis kämpfen”, hofft sein Trainer. Wann genau, kann und will Bluhm noch nicht sagen.

Ursprünglich war zu diesem Zeitpunkt auch noch gar kein Titelkampf geplant. Doch das syrische Kampfsporttalent wusste bei seinem letzten Fight im Rahmen der Wolgaster Kampfkunstgala (Mitte Oktober) derart zu überzeugen, das WKN-Repräsentant Klaus Hagemann den Greifswalder in Erinnerung behielt.

Und so kam es, das keine drei Monate später für Darkazanly der erste Titelkampf auf dem Plan stand. Und diesen meisterte er bravourös. Sein Gegner, der Kieler Toni Müller, wurde in der dritten Runde angezählt und musste seinem Greifswalder Gegner nach dem Schlussgong zum verdienten Sieg gratulieren.

Schmerzen vor dem Kampf

Und das, obwohl Abdalla Darkazanly, wenige Tage vor dem Kampf noch von Schmerzen im Ellenbogen überrascht wurde. Scheinbar resultierten diese von einer Überlastung, konnten aber glücklicherweise von Dr. Alexander Zach ruhig gestellt werden. „Ein großes Dankeschön an den Doc”, so Trainer Eric Bluhm.

Doch Darazanly´s Erfolg war in Trittau für die Greifswalder nur das Sahnehäubchen aufs große Ganze. Denn zuvor hatten schon fünf Greifswalder den Ring als Sieger verlassen, viele von denen hatten in Trittau erst den zweiten Kampf ihrer Karriere.

„Mit solch einem Erfolg war wirklich nicht zu rechnen”, zieht Bluhm ein überaus positives Resümee und spart nicht mit Lob. „Das war von allen eine klare Leistungssteigerung gegenüber den Kämpfen in Wolgast”, so der Coach, „da sieht man mal, dass sich Trainingsleistung wirklich auszahlt”.

Auch die Boxer siegten

Am meisten war Bluhm aber davon begeistert, „dass die Jungs wirklich auf die Kommandos aus der Ringecke gehört haben und noch besser, auch alles umgesetzt haben”. Er zog quasi den Hut vor der Leistung seiner Leute wie Dominik Fritz (K1), der durch K.o. in der ersten Runde gewann, genauso wie Mohammed Aboukhaled (K1) und Nick Schnabel (K1) einstimmig nach Punkten gewannen. Mit Alexander Denzel und Benjamin Favreau siegten auch beide Boxer der Hansestädter völlig verdient.

Einzig und allein musste sich Maren Stöwer (K1) geschlagen geben, sie unterlag der Berlinerin Samadi Atkinson nach Punkten. „Im Grunde genommen war Maren ihrer Gegner technisch überlegen, doch irgendwie hatte sie in Trittau einen schlechten Tag erwischt. Sie gehört zu den Fleißigsten im Training und ich bin mir sicher, dass sie ihren nächsten Kampf gewinnen wird”, so Trainer Eric Bluhm.

K1: Abdalla Darkazanly (Greifswald) siegt einstimmig nach Punkten gegen Toni Müller (Kiel)

K1: Dominik Fritz (Greifswald) siegt durch K.o. in Runde 1 gegen Fin Marek Laloi (Lüneburg)

K1: Mohammed Aboukhaled (Greifswald) siegt einstimmig nach Punkten gegen Kevin Amthor (Hamburg)

K1: Nick Schnabel (Greifswald) siegt einstimmig nach Punkten) gegen Jan Hendrik Keiser (Jever)

Boxen: Alexander Denzel (Greifswald) siegt einstimmig nach Punkten gegen Adrian Voicu (Flensburg)

Boxen: Benjamin Favreau (Greifswald) siegt einstimmig nach Punkten gegen Lutz Beinkaempen (Hamburg)

K1: Maren Stöwer verliert nach Punkten gegen Samadi Atkinson (Berlin)

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