Können die Sportler in diesem an der Startlinie beim Tollenseseelauf stehen?
Können die Sportler in diesem an der Startlinie beim Tollenseseelauf stehen? Peter Krüger
Turbine-Chef Jörg Knospe wünscht sich klare Worte aus der Politik.
Turbine-Chef Jörg Knospe wünscht sich klare Worte aus der Politik. Peer Krüger
Laufsport

Tollenseseelauf-Macher in der Warteschleife

Eine der größten Laufsportveranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern soll im Juni in Neubrandenburg steigen. Doch Veranstalter SV Turbine zögert noch.
Neubrandenburg

Das schlimmste Szenario wäre eine erneute Absage, es wäre die dritte in Folge. Doch damit möchten sich die Macher des Neubrandenburger Tollenseseelaufes noch nicht beschäftigen. Am 11. Juni soll die 30. Auflage der beliebten Veranstatung am Tollensesee stattfinden, und das Organisationsteam beim SV Turbine hat schon mit ersten Vorbereitungen begonnen. Allerdings schwebt über allem momentan immer das Damoklesschwert, dass der Lauf wegen der Coronasituation wie in den vergangegen beiden Jahren noch abgesagt werden kann.

„Es ist sehr schwierig, etwas zu organisieren, wenn du immer nur für fünf Tage rechnen kannst und immer auf die Corona-Warnampel schauen musst”, sagt Turbine-Chef Jörg Knospe. Ein kleiner Lauf mit 200 Startern ließe sich trotz Corona wohl noch organisieren, aber bei einer Veranstaltung wie dem Tollenseseelauf mit mehr als 2000 Teilnehmern werde dies schon schwierig. Er wünsche sich von der Politik generell endlich einmal klare Worte, wie man mit dem Coronavirus in Zukunft leben möchte. Bei Turbine hat man auf die wankelmütige Politik reagiert und sich dieses Jahr für eine Änderung beim Anmeldesystem entschieden.

Das Meldeportal für den 30. Tollenseseelauf wird erstmals erst Ende März geöffnet und nicht wie in den vergangenen Jahren bereits im November. „Wir wollten nicht wieder eine Welle lostreten. Im Vorjahr hatten sich schon 500 Sportler angemeldet, viele von ihnen auch schon das Startgeld bezahlt”, sagt Knospe. Das alles wieder rückgängig zu machen und teilweise auch das Geld zurückzuüberweisen an die Teilnehmer, habe unheimlich viel Arbeit und Nerven gekostet. Diesen bürokratischen Aufwand könne sich der Verein, der hauptsächlich von Ehrenamtlern geleitet wird, nicht mehr aufbürden.

Der Etat für den Lauf beträgt etwa 50 000 Euro

Jörg Knospe betont in dem Zusammenhang, dass sich der Verein bei der Organisation einer so großen Laufveranstaltung eben auch keine finanziellen Spagate leisten könne. „Priorität hat der Vereinsbetrieb, das Training mit den Mitgliedern. Der Tollenseseelauf ist da nur ein zusätzlicher Höhepunkt, den wir uns leisten. Und der mit einem Etat von 50 000 Euro nicht gerade billig ist für uns als Verein. So eine Summe können wir nicht einfach in den Sand setzen”, verdeutlicht der Vereinsvorsitzende.

„Wir werden die Entwicklung abwarten müssen, setzen uns im März zusammen und entscheiden dann”, so Jörg Knospe, der ankündigte, dass der Verein auch Plaungen für einen neuen Lauftreff in der Pipeline habe. Bei den Lauftreffs, die Turbine bereits mehrmals organisiert hat, wurden in der Vergangenheit Laufinteressierte auf die 10 Kilometer beim Tollenseseelauf vorbereitet. Sie wurden dabei von Turbine-Übungsleitern begleitet. Hunderte Hobbyläufer sind schon in so einem Lauftreff aktiv gewesen, viele inzwischen Mitglied beim SV Turbine. „Den Lauftreff würden wir wieder sehr gern anbieten”, sagt Jörg Knospe.

Die 29. Auflage des „Härtesten im Norden”, wie der Tolleseseelauf wegen seines Profils auch gern genannt wird, fand 2019 statt. Damals waren die Uralt-Rekorde auf der Marathonstrecke gefallen. Steffen Justus vom LC Rehlingen, der zu der Zeit als Triathlontrainer beim SC Neubrandenburg tätig war, lief nach 2:35,55 Stunden ins Ziel. Almut Dreßler von der LG Nord Berlin verbesserte den Rekord von Angelika Schlender-Kamp vom HSV Neubrandenburg aus dem Jahr 2010 (3:12,40) auf 3:02,03. 2019 waren mehr als 2300 Ausdauersportler auf den verschiedenen Strecken am Start.

Corona-Update per Mail

Der regelmäßige Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark. Jetzt kostenfrei anmelden!

zur Homepage