MARATHON

Tom Gröschel hat Tokio noch nicht abgehakt

Beim hochkarätig besetzten Marathon in Valencia wollte der Rostocker die Norm für Japan laufen. Doch der 29-Jährige erreichte das Ziel nicht.
Tom Gröschel vom TC Fiko Rostock (hier bei seinem ersten von zwei deutschen Marathonmeisterschaften in Düsseldorf) h
Tom Gröschel vom TC Fiko Rostock (hier bei seinem ersten von zwei deutschen Marathonmeisterschaften in Düsseldorf) hat Tokio noch nicht abgeschrieben. A. Fuchshuber
Rostock ·

Zwei Wochen Pause hat sich Tom Gröschel gegönnt, kein Training, kein Laufen – nur Urlaub mit der Freundin. „Es gab in den letzten sechs Monaten vielleicht zehn Tage, an denen ich nicht trainiert habe. Da brauchte ich jetzt mal zwei Wochen ohne Sport”, sagt er. Zeit, darüber nachzudenken, wie es und ob es überhaupt weitergeht, vergeudete der Läufer vom TC Fiko Rostock in den vergangenen Tagen nicht.

Nach dem vorzeitigen Aus beim Valencia-Marathon vor zwei Wochen, bei dem der 29-Jährige die Norm für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr in Tokio rennen wollte, ist Gröschel weiterhin hoch motiviert. Er glaubt nach wie vor daran, die geforderte Olympiavorgabe von 2:11,30 Stunden laufen zu können. Eine Möglichkeit soll es bei einem Marathon im Frühjahr geben – wo das sein könnte, ist derzeit wegen der Corona-Pandemie aber völlig unklar.

In Dresden, so heißt es, könnte im Februar eine Art Qualifikationsrennen stattfinden. „Das ist alles nicht zu Ende geplant und aktuell sieht es in Sachsen ja nicht gerade gut aus, was Corona angeht. Da kann so etwas schnell wieder vom Tisch sein”, sagt der zweifache deutsche Marathonmeister (2018, 2019) und ergänzt: „Sollte es aber die Möglichkeit geben, werde ich an der Startlinie stehen.”

Valencia war eine Ehre für Tom Gröschel

Der Traum von einem Start beim olympischen Marathon im kommenden Jahr in der japanischen Metropole lebt, auch wenn die Situation nach dem Rennen in Valencia nicht einfacher geworden ist. Denn mit seinen beiden Bochumer Trainingskollegen Amanal Petros und Hendrik Pfeiffer sowie Richard Ringer haben bereits drei Läufer die Norm für Tokio erfüllt – drei Fahrkarten gibt es für die deutschen Marathonmänner.

An sein eigenes Rennen in Valencia denkt Tom Gröschel mit dem Abstand von zwei Wochen indes gelassen zurück. „Mir war schnell klar, dass es nicht der perfekte Tag wird, den ich gebraucht hätte. Ich bin einfach nicht ins Rennen gekommen, hatte Probleme mit der Wade. Und dann hat auch noch der Oberschenkel zugemacht”, blickt er auf den Marathon in der spanischen Großstadt zurück. War Valencia die größte Enttäuschung in seiner Laufbahn? Nein, sagt Tom Gröschel: „Es war eine Ehre, dort an der Linie stehen zu können, diese Chance bekommen zu haben.” Wegen der Corona-Pandemie war der Marathon ein reines Eliterennen mit ausgesuchten Sportlern aus aller Welt.

Anfang des Jahres geht es ins Trainingslager

Der Fiko-Läufer war am Ende sogar total begeistert, weil sein Trainingspartner und Freund, Amanal Petros, in Valencia in 2:07,18 einen neuen deutschen Marathon-Rekord aufstellte. „Dass ich zu seiner Trainingsgruppe gehöre, darauf bin auch ich ein Stück weit stolz. Amanals Leistung zeigt die Qualität in unserer Gruppe, sie macht das Knockhow unseres Trainers Tono Kirschbaum deutlich”, sagt der Rostocker.

In der nächsten Woche fährt Gröschel nach Leipzig zu einer sportmedizinischen Untersuchung. Anfang des neuen Jahres geht es für ihn und seine Lauf-Kollegen dann gleich ins Trainingslager nach Kenia. Der Olympia-Traum lebt weiter.

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