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Fremdenhass im DFB

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Toni Kroos spricht über Özils Rassismus-Vorwürfe

Toni Kroos hat sich in einem Interview ausführlich zu dem Erdogan-Foto und dem Rücktritt von Mesut Özil geäußert.
Toni Kroos hat sich in einem Interview ausführlich zu dem Erdogan-Foto und dem Rücktritt von Mesut Özil geäußert.
Petter Arvidson

Mesut Özil erhob schwere Vorwürfe gegen den DFB und die Nationalelf bevor er aus dem Team austrat. Toni Kroos nennt das „Quatsch”.

Toni Kroos bleibt in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „Ja, ich werde den Weg bis zur EM 2020 weitergehen und habe mir selbst als großes Ziel gesetzt, dass wir dort deutlich erfolgreicher sind als zuletzt”, sagte der Mittelfeldstar von Real Madrid der „Bild”. Damit ist zumindest etwas Ruhe um einen der Leistungsträger im Team eingekehrt.

Unruhe gibt es aber weiterhin um einen anderen, ehemaligen Leistungsträger: Mesut Özil. Im Interview nahm der gebürtige Greifswalder Toni Kroos zum Rücktritt Özils aus der DFB-Elf Stellung. Grundsätzlich sei er ein verdienter Nationalspieler, der einen besseren Abgang verdient hätte. Der Weltmeister von 2014 habe die Chance verstreichen lassen, sich zu dem umstrittenen Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu erklären.

"Kein Rassismus im DFB"

Dass Özil das erst bei seinem Rücktritt nach der verkorksten WM in Russland tat, war nicht nur zu spät. Auch habe Özil in den Augen von Kroos in seiner Erklärung zu viel „Quatsch” geschrieben, vor allem was die Rassismus-Vorwürfe gegenüber dem Team und dem DFB betrifft. „Der Anteil, der in seiner Erklärung gut und richtig angesprochen wird, wird leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet”, sagte Kroos.

„Ich denke, dass er selbst weiß, dass es Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft und des DFB nicht gibt. Ganz im Gegenteil: Wir setzen uns ja immer wieder aus Überzeugung für Vielfalt und Integration ein. Mesut war dafür ein gutes Beispiel, wie viele andere unserer Mitspieler auch.”

Die Kritik an Özil und dem Foto hält Nationalspieler Kroos für gerechtfertigt, wenn auch die Art und Weise nicht immer angebracht war. Auf die Leistung des Teams bei der WM habe das aber keinen Einfluss gehabt, so Kroos: „Aus meiner Sicht ist es peinlich, sich als Mannschaft hinter dieser – hauptsächlich öffentlich ausgetragenen – Debatte zu verstecken und dies mit als Grund für das Abschneiden zu nehmen.”