HEIMWEH

Trainerin kündigt beim SC Neubrandenburg

Viele Jahre arbeitete Nicole Herschmann beim SC Neubrandenburg als Leichtathletik-Coach. Jetzt will sie ein neues Kapitel in ihrem Leben beginnen.
Thomas Krause Thomas Krause
Trainerin Nicole Herschmann und Chima Ihenetu waren viele Jahre eine Gespann beim SCN.Foto: Frank Benischke
Trainerin Nicole Herschmann und Chima Ihenetu waren viele Jahre eine Gespann beim SCN. Frank Benischke
Neubrandenburg.

Eine schönere Bühne für einen Abschied kann es wohl nicht geben: Wenn Hochspringer Chima Ihenetu am kommenden Wochenende bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin an den Start geht, wird er ein letztes Mal von seiner Trainerin begleitet.

Nach fünf Jahren Trainertätigkeit beim Sportclub Neubrandenburg verlässt Nicole Herschmann den SCN – aus „rein privaten Gründen“. Die 43-Jährige ist geplagt vom Heimweh. „Berlin ist mein Lebensmittelpunkt, seit fünf Jahren pendele ich hin und her. Dazu kommt, dass wir an vielen Wochenenden zu Wettkämpfen unterwegs sind, da ist kaum Privatleben“, sagt sie. In Berlin wird sie eine Stelle als Sportlehrerin an einer Schule antreten.

SCN will Stelle schnell neu besetzen

Die frei werdende Stelle beim SCN soll nach Angaben von Sportwartin Astrid Kumbernuss so schnell wie möglich wieder besetzt werden. „Die Ausschreibung ist raus, jetzt warten wir erst einmal ab, was da kommt“, sagt sie. Bis dahin wird sich Mehrkampftrainer Carsten Hodea um Hochsprung-Talent Chima Ihenetu kümmern.

Ihre fünf Jahre als Trainerin in Neubrandenburg beschreibt Nicole Herschmann indes als „sehr schöne Zeit“. „Ich werde den Sportclub natürlich auch mit einem weinenden Auge verlassen. Wir haben hier viel gemeinsame Zeit verbracht“, so die Trainerin. Beim SCN habe sie überhaupt das erste Mal als Leichtathletiktrainerin gearbeitet; zuvor war Herschmann als Fitnesscoach tätig.

Große Erfolge als Bobfahrerin

„Der Kontakt zum SCN kam damals über den Bundestrainer zustande“ erinnert sie sich. Die 43-Jährige war selbst eine erfolgreiche Leichtathletin, wurde als Sportlerin des OSC Berlin 2001 Deutsche Meisterin im Dreisprung (13,53 Meter). Anschließend setzte sie ihre sportliche Laufbahn als Bobfahrerin fort. Mit Susi Erdmann gewann sie 2001/2002 den Gesamtweltcup und holte 2002 bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City im Zweierbob Bronze. 2006 bei den Winterspielen in Turin wurde Nicole Herschmann noch einmal Fünfte.

Berlin wird emotionaler Höhepunkt

Als Trainerin, erzählt sie, sei ihr größter Erfolg die Silbermedaille ihres Schützlings Chima Ihenetu bei der U 18-Weltmeisterschaft 2017 in Nairobi (Kenia) gewesen. „Das war damals ein toller Erfolg“, erinnert sie sich.

Zum Abschluss ihrer gemeinsamen Zeit bei SCN geht es für das Duo nun ins altehrwürdige Olympiastadion. Die Chancen auf eine vordere Platzierung im Hochsprung-Wettbewerb am kommenden Sonntag sind für den Youngster, der aktuell mit 2,12 Meter Zehnter der deutschen Jahresbestenliste der Männer ist, allerdings gering. Aber darum geht es auch gar nicht. „Chima soll einfach den Wettkampf genießen, die Stimmung aufsaugen, Erfahrungen sammeln“, so Nicole Herschmann. Nach einer durchwachsenen Saison mit Verletzungen und der verpassten U 23-EM hatte sich Ihenetu am vergangenen Wochenende in Ulm den Deutschen Meistertitel im Hochsprung gesichert. „Für Chima könnte Berlin ein emotionaler Höhepunkt werden in dieser Saison“, sagt seine Trainerin.

 

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