Bei der Siegerehrung werden die besten Läufer traditionell zum Ritter geschlagen.
Bei der Siegerehrung werden die besten Läufer traditionell zum Ritter geschlagen. Thomas Krause
Thomas Peucker (vorn) lief beim ersten Burgenlauf 2001 auf Platz zwei.
Thomas Peucker (vorn) lief beim ersten Burgenlauf 2001 auf Platz zwei. Karl-Heinz Gustke/Archiv
Burgenlauf

Wenn Läufer zum Ritter geschlagen werden

Ende August wird der anspruchsvolle Lauf zwischen den Burgen Stargard und Penzlin zum 21. Mal ausgetragen. Die Premiere stieg 2001.
Neubrandenburg

Genau erinnern kann sich Thomas Peucker nicht mehr an diesen Lauf am 26. August 2001. Er weiß nicht mehr, welche Platzierung er damals erreicht hat. Es sind inzwischen auch ein paar Jahre ins Land gegangen. „Es war sehr heiß, das weiß ich aber noch”, sagt er.

Heiß war es in der Tat an jenem Tag, als die erste Auflage des Burgenlaufes ausgetragen worden war. So heiß, dass von den 215 Frauen und Männern, die sich damals auf die 23,9 Kilometer lange Strecke von der Burg Stargard zur Burg Penzlin gemacht hatten, nur 188 das Ziel erreichten. Zu ihnen zählte Thomas Peucker: Der einstige Klasse-3000-Meter-Hindernisläufer vom SCN rannte – im Trikot des VfL Burg Stargard – in 1:30,13 Stunden auf Platz zwei. Schneller war beim Premieren-Burgenlauf nur Jürgen Thiele vom SV Turbine Neubrandenburg in 1:28,43. Bei den Frauen ging 2001 der Gesamtsieg an Jana Exner vom HSV Neubrandenburg in 1:54,14.

Als Erfinder gilt Ortwin Kowalzik: Der langjährige Chef des HSV Neubrandenburg hatte mit ein paar Gleichgesinnten die Idee eines besonderen Laufes, der zum Erlebnis werden sollte. Wer die 23,9 Kilometer mal gelaufen ist, weiß – es ist ein Erlebnis. Die Idee von Burg zu Burg zu rennen – der Start- und Zielort wechselt dabei jedes Jahr zwischen Penzlin und Burg Stargrad – bezeichnen manche Läufer heute sogar als genial.

Die Streckenrekorde sind weiter unangetastet

Mittlerweile ist der Burgenlauf ein fester Bestandteil im Laufkalender der Region, auch wenn er oft damit zu kämpfen hatte, inmitten der Sommerferien zu fallen. Die Teilnehmerzahl hat sich inzwischen aber auf etwa 200 eingependelt. Bei Ausdauersportlern ist der Burgenlauf wegen seiner anspruchsvollen Strecke geliebt und gefürchtet zugleich. Die Schnellsten werden traditionell zum Ritter geschlagen – auch eine schöne Tradition mittlerweile.

Die 21. Auflage steigt am 28. August. Knapp 60 Anmeldungen liegen aktuell vor, darunter bereits 38 Frauen und Männer, die die profilierte Strecke walken wollen. Im Vorjahr waren, vor allem bedingt durch die unsichere Coronasituation, lediglich 130 Ausdauersportler am Start. 2020 musste der Lauf wegen der Pandemie abgesagt werden. In diesem Jahr geht es von Burg Stargard nach Penzlin. Start ist um 10 Uhr, für die Walker geht es bereits um 8 Uhr auf der Burg Stargard los. Nach Angaben von Peter Richter vom HSV werden unter den ersten 30 Anmeldungen drei Sportler ausgelost, die kostenfrei teilnehmen können. „Gleiches gilt für jede weitere30. Anmeldung”, sagt der HSV-Mann. Zum dritten Mal angeboten wird am 28. August die Möglichkeit, den Burgenlauf als Staffel zu meistern: Zwei Läufer teilen sich die Distanz von Burg Stargard nach Penzlin; der Wechsel erfolgt in Usadel.

Im vergangenen Jahr, bei der 20. Auflage, gewannen Angelika Schlender-Kamp vom Gastgeber HSV (1:47,04) und Felix Kuschmierz aus Blankenfelde-Mahlow (1:29,04) den Lauf zwischen den Burgen. Die noch heute gültigen Burgenlauf-Streckenrekorde sind übrigens ein Jahr nach der Premiere aufgestellt worden. 2002 lief die Ukrainerin Olga Nevkapsa die 23,9 Kilometer in 1:37,25 Stunden, ihr Landsmann Dmytro Osadchyy brauchte nur 1:21,29.

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