KAMPFSPORT

Zwischen Ramadan, Übergewicht und Training vor Garagentoren

Greifswalds Kampfsportler können endlich wieder in ihrer Halle trainieren. Wochenlang war das jedoch nicht so.
Über mehrere Wochen konnten die Greifswalder Kampfsportler nur draußen trainieren.
Über mehrere Wochen konnten die Greifswalder Kampfsportler nur draußen trainieren. Peter Krüger
Auf dem harten Betonboden und vor Garagentoren hielten sich die Greifswalder Kampfsportler fit.
Auf dem harten Betonboden und vor Garagentoren hielten sich die Greifswalder Kampfsportler fit. Peter Krüger
Auch der Medizinball war draußen ein beliebtes Trainingsutensil.
Auch der Medizinball war draußen ein beliebtes Trainingsutensil. Peter Krüger
Seit Montagabend dürfen die Kampfsportler wieder in ihrer Halle trainieren – somit ist das Training vor den Garagen
Seit Montagabend dürfen die Kampfsportler wieder in ihrer Halle trainieren – somit ist das Training vor den Garagentoren erstmal vorbei. Peter Krüger
Greifswald.

Auf diesen Tag haben sie lange warten müssen – die Mitglieder des Kampfsportstudios MMA Team East in Greifswald. Seit Montagabend dürfen sie wieder in ihre Halle, auf ihre Matten, an ihre Sandsäcke. Endlich nimmt ihr Training wieder an Fahrt auf.

Zuvor gab es Corona bedingt nur wochenlang die „Light-Variante”. Bis zu vier Mal in der Woche parkte Trainer Eric Bluhm seinen Pkw-Kombi auf dem Hinterhof der Trainingshalle, öffnete den Kofferraum und versorgte seine Crew mit kleinen Hanteln, Boxhandschuhen, Pratzen oder Medizinbällen.

„Natürlich war nur ein abgespecktes Training möglich, aber das war immerhin besser als gar nichts”, so Bluhm. Und auch über die Trainingsbeteiligung war der Coach erfreut. „Wir hatten im Normalfall so 12 bis 14 Leute am Start”.

Schützling im Fastenmonat Ramadan

Nur am Freitag nach Christi Himmelfahrt und somit der letzten Trainingseinheit auf dem harten Betonboden vor den Garagentoren war die Beteiligung ein bisschen mau. Einerseits hatte dieses vermutlich mit den Nachwehen des Feiertags zu tun, andererseits hatte Trainer Bluhm einigen seiner Schützlinge „frei gegeben”.

So auch einem seiner größten Talente, Abdalla Darkazanly – immerhin K-1-Deutscher Meister (WKN). Der gebürtige Syrer befand sich im Fastenmonat Ramadan und „da müssen wir eben das Training ein wenig drosseln”, so Bluhm. Gerade für Darkazanly ist die Wettkampfpause auf unbestimmte Zeit besonders schlimm.

Rückkehr aus Österreich

Nach seiner Niederlage im letzten Fight in Stralsund, die er und sein Trainer immer noch nicht nachvollziehen können – zumindest nicht die Kampfwertung der Referees , wollte der Greifswalder Kampfsportler so schnell wie möglich wieder in den Ring und die Pleite vergessen machen.

„Abdalla ist ein Kopfsportler, der schleppt so eine Niederlage lange mit sich rum und fragt immer wieder, was er besser machen kann als beim Kampf in Stralsund. Wir hoffen natürlich alle, dass es für uns bald wieder möglich ist, Wettkämpfe zu bestreiten”, so Bluhm. Ein möglicher erster Termin ist jedoch noch nicht in Sicht.

Und auch eine weitere Hoffnung schleppt Bluhm mit sich herum. Und zwar die, das Qurban Hoseini bald den Weg aus Wien nach Greifswald findet. Hoseini ist ein erfolgreicher Kämpfer des MMA Team East, der sich nun aber schon längere Zeit in Österreich aufhält. Die Rückkehr nach Deutschland, inklusive aller Formalitäten, war quasi schon im vollen Gange – doch dann schlug Corona zu.

Ein paar Kilos draufgepackt

„Nun müssen wir eben noch ein bisschen warten, bis Qurban dann endlich wieder bei uns ist”, so Bluhm voller Hoffnung. Bis dahin sollten im Idealfall aber noch ein paar Kilos purzeln. „Qurban hat während der Trainingspause ein paar Kilogramm draufgepackt, die müssen wieder runter”, grinst Bluhm, „aber das kriegen wir schon hin”.

 

 

 

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