Unsere Themenseiten

:

Telekom prüft Verzicht auf Festnetzanschluss

Die Telekom möchte in einem Pilotversuch drahtlose Anschlüsse auf ihre Wirtschaftlichkeit prüfen.  FOTO: Rolf Vennenbernd

Die Deutsche Telekom will testen, ob sie in einzelnen Neubaugebieten Festnetzanschlüsse durch drahtlose Anschlüsse ersetzen kann. Dies werde für ...

Die Deutsche Telekom will testen, ob sie in einzelnen Neubaugebieten Festnetzanschlüsse durch drahtlose Anschlüsse ersetzen kann. Dies werde für Neubaugebiete überlegt, in denen sich eine Festnetzversorgung im Vergleich zu einer drahtlosen Lösung als unwirtschaftlich erweise, teilte der Bonner Konzern mit.
„Voraussetzung dafür (...) ist jedoch, dass sich in der Qualität der Versorgung durch einen drahtlosen Anschluss nichts ändert und auch die Kosten für den Kunden nicht höher sind“, so das Unternehmen weiter. Im Einvernehmen mit der Bundesnetzagentur und den kommunalen Spitzenverbänden solle es demnächst einen Pilotversuch mit freiwilliger Teilnahme geben.

Wo, wann und mit wie viel Teilnehmern – das sei noch unklar, sagte Telekom-Sprecher Georg von Wagner. Der Pilotversuch soll mindestens ein Jahr laufen. Die betroffenen Neubaugebiete sollen währenddessen parallel mit Festnetz wie bisher auch ausgebaut werden. Erst nach dem Test soll festgestellt werden, ob sich ein drahtloser Anschluss als gleichwertige Alternative eignet.

Laut von Wagner geht es bei den Überlegungen nur um kleine oder abgelegene Neubaugebiete. Er betonte, dass die Telekom auf dem Land auch weiterhin das Festnetz ausbauen werde. Bei dem Pilotversuch soll das bisherige Telefongerät weiter genutzt werden können. Auch alle anderen Funktionen des Festnetzanschlusses sollen verfügbar bleiben. „Saarbrücker Zeitung“, „Nordsee-Zeitung“ und „Westdeutsche Zeitung“ hatten zuerst über die Pläne berichtet. Die Bundesnetzagentur in Bonn bestätigte am Montag die Planungen. „Jetzt geht es darum, die konkreten Rahmenbedingungen abzustecken“, sagte ein Sprecher der Behörde.

Wie die Zeitungen berichteten, stoßen die Pläne auf Kritik bei Bundespolitikern: Die Telekom habe nicht nachgewiesen, dass das Mobilangebot gleichwertig mit dem Festnetz sei. „Da bestehen hohe Zweifel“, sagte Bernhard Kaster (CDU), parlamentarischer Geschäftsführer der Union im Bundestag, den Zeitungen. Kaster ist auch Mitglied des Beirats bei der Bundesnetzagentur. „Wir werden darauf pochen, dass es zu keiner Verschlechterung kommt.“

Laut „Nordsee-Zeitung“ ist der Konzern gemäß Telekommunikationsgesetz bundesweit zur Mindestversorgung verpflichtet. Darin heißt es, „der Anschluss an ein öffentliches Telekommunikationsnetz an einem festen Standort (...)“, gehöre zu sogenannten Universaldienstleistungen. Diese wiederum werden als „Mindestangebot an Diensten für die Öffentlichkeit“ beschrieben.