VERMIETER FORDERT MEHR GELD

89-jähriger Rentner weigert sich zu zahlen

Es ist die sechste Anhebung der Miete innerhalb von wenigen Jahren. Für Walter Tatzel ist jetzt Schluss. Er wohnt in einem DRK-Serviceheim in der Templiner Kastanienstraße. Der 89-jährige Rentner findet das Vorgehen des DRK nicht in Ordnung.
Benjamin Vorhölter Benjamin Vorhölter
Will keine höhere Miete zahlen: Walter Tatzel aus Templin.
             
Will keine höhere Miete zahlen: Walter Tatzel aus Templin.   Benjamin Vorhölter
Templin.

Walter Tatzel fühlt sich von seinem Vermieter ungerecht behandelt. Er lebt in einer Servicewohnung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Uckermark West/Oberbarnim. Der Rentner soll ab dem 1. Januar 23 Euro mehr für seine Wohnung in der Templiner Kastanienstraße zahlen.

„Das ist jetzt die sechste Anhebung. Die stand nicht im Mietvertrag“, sagt Walter Tatzel. Der Rentner wirft einen Blick in seine Unterlagen. In einem Schreiben vom 25. Oktober 2013 informiert das DRK die Bewohner in der Kastanienstraße über die Anhebung der Kaltmiete von 294 auf 317 Euro. Die Senioren werden darin gebeten, ihre Zustimmung zu geben. „Wir müssen kostendeckend arbeiten. Uns geht es nicht um Gewinnmaximierung“, begründet Thomas Habben, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DRK den Anstieg des Mietpreises. Das DRK mietet das Serviceheim selbst an. Eigentümer ist die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Templin, die in der Kastanienstraße die Mieten erhöht hat.

Walter Tatzel weigert sich bislang eine höhere Miete zu zahlen. Er will den neuen Mietpreis nicht anerkennen. 1997 zog der Rentner als einer der ersten Mieter in die damals neu gebauten Sozialwohnungen ein. Allerdings gelten die Vorschriften für Sozialwohnungen seit dem 1. Juli 2012 für Tatzel nicht mehr. So steht es in seinem Mietvertrag. Seitdem unterliegen die Mietpreise den normalen Marktbedingungen. Der 89-Jährige soll für jeden seiner 56-Quadratmeter in der Wohnung anstatt 5,24 nun 5,65 Euro zahlen. Ein Blick in den Prenzlauer Mietspiegel zeigt, dieser Preis liegt 82 Cent unter dem üblichen Quadratmeterpreis für vergleichbare Wohnungen. „Wir bieten Hilfe an, wenn es um Zuschüsse und Wohngeld geht“, sagt Habben. Er will noch einmal mit Walter Tatzel über die Mieterhöhung reden.

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