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Alte „Else“ in Templin mit Spannung erwartet

„Else“ kam mit Verspätung. Die Reisenden am Templiner Hauptbahnhof, die an diesem Sonnabend auf die Einfahrt der Dampflok 52 8177 samt Traditionszug ...

Der Templiner Hauptbahnhof war einer der Stationen, den der Traditionszug der Dampflokfreunde Berlin e. V. an diesem Sonnabend ansteuerte.

„Else“ kam mit Verspätung. Die Reisenden am Templiner Hauptbahnhof, die an diesem Sonnabend auf die Einfahrt der Dampflok
52 8177 samt Traditionszug warteten, reagierten gelassen. Das erhöhte nur die Vorfreude auf ein Erinnerungsfoto und die Aussicht, mit dem ihn die Jahre gekommenen Zug bis nach Zehdenick mitfahren zu können. Beispielsweise bei der Templinerin Ute Hensch und ihrem vierjährigen Enkel Max.Max hatte extra seinen Fotoapparat mitgebracht, um die Dampflok zu knipsen. Die Begeisterung für die Eisenbahn liegt ihm sozusagen im Blut. Seine Oma Ute hat bei der Bahn gearbeitet, unter anderem im Bereich der Fahrkartenausgabe auf dem Hauptbahnhof in Templin. Und sein Opa Gert ist Lokführer. Ihm hat Max am Sonnabend gleich zwei Mal zuwinken können, als er die Regionalbahn vor dem Traditionszug nach Templin steuerte.Seine Chronistenpflicht wollte der Templiner Siegfried Breyer an diesem Vormittag auf dem Hauptbahnhof erledigen und ein Foto von der Dampflok schießen. „Ich brauche diese Aufnahme für mein neues Buch mit alten Ansichten aus Templin“, ließ er wissen. Denn in seiner umfangreichen Sammlung befindet sich eine ganz besondere Postkarte. Sie zeigt den Halt des Pankgrafenzuges 1903 in Templin.
Philipp und Marina Anné aus Klosterwalde waren gekommen, um ihre Söhne Moritz, Max und Micha Johannes mit einer Zugfahrt von Templin nach Zehdenick zu überraschen. „Ich hoffe, dass in Templin einige Leute aussteigen und Plätze frei werden“, so Philipp Anné. Das klappte ohne Probleme. Seine Frau fuhr mit dem Auto nach Zehdenick, um die Familie dort abzuholen. Auch auf dem Stellwerk des Hauptbahnhofes herrschte Vorfreude: Der Templiner Wolfgang Hoffmann, der bei der Deutschen Bahn beschäftigt ist, erschien ebenfalls mit einer Kamera zum Dienst.
Der Halt der Dampflok in Templin war ein angenehmen Ausläufer des Dampfspektakels im Ziegleipark Mildenberg an diesem Wochenende. Jedes Jahr treffen sich dort Aussteller in großer Zahl, um Einblick in die vielfältige Welt der Dampfmaschinen zu geben. Betreut werden die Lok
52 8177und der Traditionszug vom Verein der Dampflokfreunde Berlin e. V.. Eisenbahnnostalgie hautnah zu erleben ist eine Offerte des Teams „Berlin macht Dampf!“ Seit 1998 gibt es deren Nostalgieprogramm im Raum Berlin. Hauptzugpferd ist dabei die Dampflok
52 8177, in Fachkreisen liebevoll „Else“ genannt. Gebaut wurde sie 1944 als Kriegslok in Babelsberg, bis 1991 war sie für die Reichsbahn im Einsatz. Seit 1994 ist das gute Stück ausschließlich für Sonderfahrten unterwegs.
Übrigens nutzten viele Hauptstädter, die mit dem Traditionszug nach Templin gekommen waren, die Gelegenheit für einen Zwischenstopp im Thermalsoleheilbad. Etliche erkundeten auf eigene Faust die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten wie der historischen Stadtmauer. Andere hatte eine zweistündige Schiffsrundfahrt auf den Templiner Seen gebucht.