Stadtvertreter beschließen
Angela Merkel wird Ehrenbürgerin von Templin

Mit 20 Stimmen Mehrheit entschieden sich die Stadtvertreter für die Ehrenbürgerschaft.
Mit 20 Stimmen Mehrheit entschieden sich die Stadtvertreter für die Ehrenbürgerschaft.
Martin Lindner (groß), Maurizio Gambarini (klein) - Kombo

Mit deutlicher Mehrheit haben die Stadtvertreter von Templin dafür votiert, Angela Merkel die Ehrenbürgerschaft anzutragen. Während es aus dem Kanzleramt nur im Vorfeld eine Reaktion gab, hat Angela Merkels Mutter bereits am Abend reagiert.

Die Templiner Stadtverordneten haben am Mittwochabend Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Ehrenbürgerin ihrer Stadt ernannt. Mit 20 Ja-Stimmen wurde die notwendige Zweidrittelmehrheit erreicht. Alle 28 Stadtverordneten und der Bürgermeister Detlef Tabbert (Linke) waren anwesend. Sechs Politiker votierten mit Nein, es gab drei Enthaltungen. Sie folgten damit einem kürzlich erhobenen Vorschlag aus der Stadt

Der Saal im Templiner Rathaus war rappelvoll. Auch überregionale Medien aus Hörfunk und Fernsehen waren anwesend. Das Fußballspiel Deutschland-Südkorea, das im selben Zeitraum stattfand, hatte das Interesse an dem Tagesordnungspunkt Nummer sieben (DS 60/2018) nicht schmälern können. "Ich freue mich, dass sie so zahlreich erschienen sind, das ist sicherlich auch einigen Programmpunkten geschuldet", witzelte zur Sitzungseröffnung Bernd Ziemkendorf (Ampel-Uckermärker Heide).

Signal aus dem Kanzleramt: Merkel wird die Ehrung annehmen

Im Vorfeld hatte der Stadtverordnete Aribert Christ (AfD) Bedenken geäußert: "Man sollte Menschen zu Lebzeiten diese Ehre nicht zuteil werden lassen", so Christ. Die Stadtverordneten haben schon seit 2016 darüber diskutiert, die Bundeskanzlerin als Ehrenbürgerin zu würdigen. Nach positiven Signalen aus dem Bundeskanzleramt, dass Angela Merkel die Ehrenbürgerschaft sehr gerne annehmen würde, wurde der Beschlussantrag nun vorbereitet. Dass er zeitlich mit der harten Diskussion in der Koalition mit der Flüchtlingskrise zusammenfalle, sei Zufall, versichert Bürgermeister Detlef Tabbert die Tage zuvor.

Der Bürgermeister betonte, dass die Auszeichnung die gesamte politische Tätigkeit von Angela Merkel umfasse und sich nicht auf die Bewertung eines Tagesereignisse reduziere. Er sei sich dessen bewusst, dass die Ehrenbürgerschaft von vielen Templiner Bürgern kritisch gesehen werde und dass sie zu einer "bewegten Zeit" käme. Nichtsdestotrotz sei die Stadt stolz auf Angela Merkel. "Sie hat den Namen Templins in die Welt getragen."

Angela Merkels Mutter freut sich für ihre Tochter

Tabbert selbst hat ebenfalls mit Ja gestimmt. Merkel wurde 1954 in Hamburg geboren, 1957 zog sie mit ihrer Familie nach Templin ins Herz der Uckermark. Hier verbrachte sie ihre Kindheit und Jugend. Merkel ist erst die vierte Ehrenbürgerin der Stadt Templin. Zum ersten Mal wurde die Ehrenbürgschaft 1916 verliehen. Mit der Auszeichnung ehrt die Stadt Personen, die sich im besonderen Maße in der Politik, Kunst, Kultur, im Sport, dem kirchlichen Leben oder in der Gesellschaft engagiert haben.

Angela Merkels Mutter, Herlind Kasner, freut sich für ihre Tochter, wie sie dem Uckermark Kurier noch am Abend telefonisch nach der erfolgten Abstimmung mitteilte.

Kommentare (3)

Die Weltgeschichte zeigte uns taeglich was andere Laender unter deren pol. Fuehrungen in diesem Zeitraum wirtschaftlich politisch und sozial zu leisten vermochten - davon koennen die ;;Deutschen;; nur traeumen

Ich bin mir nicht sicher, ob es sinnvoll ist eine Kanzlerin, die eine ganze Nation spaltete und an deren Händen das Blut der Opfer von Messermorden und unzähligen vergewaltigten Frauen und Mädchen klebt, zur Ehrenbürgerin ernannt wird. Dies wird zu weiteren Spaltungen, auch innerhalb der Templiner Bürgerschaft führen.

Ich bin wiederum sicher, das es sinnlos ist, einen solchen Kommentar zu posten. Das Blut der Opfer klebt an den Tätern - an den deutschen und nichtdeutschen Tätern. Das war auch bei den Kanzlern davor wohl kaum anders. Oder war Deutschland früher frei von Kriminalität ?