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Auch Herren dürfen in den Farbkasten greifen

Farbenfroh ging es am Sonntag auf dem „längsten Laufsteg“ der Uckermark auf dem Templiner Marktplatz zu. Sieben Modehäuser der Stadt stellten dort gemeinsam Ausschnitte aus ihre Kollektionen vor.  FOTO: Horst Skoupy

Den Spruch „Was passt besser zum Frühling als farbenfrohe Mode“ darf man in diesem Jahr durchaus wörtlich nehmen. Was Hobby-Models und -Dressmen am ...

Den Spruch „Was passt besser zum Frühling als farbenfrohe Mode“ darf man in diesem Jahr durchaus wörtlich nehmen. Was Hobby-Models und -Dressmen am Sonntag in Templin vorstellten, schillerte in allen Farben. Statt jeder für sich allein, präsentierten sieben Modehäuser der Stadt zum zweiten Mal gemeinsam Ausschnitte aus ihren aktuellen Frühjahrs- und Sommerkollektionen auf dem „längsten Laufsteg“ der Uckermark. Ein Konzept, dass auch beim Publikum gut ankommt. Zu Hunderten säumten sie die Bretter, die die Modewelt bedeuten, zu beiden Seiten. Anders als im Vorjahr war diesmal der Laufsteg auf ein Podest gehoben worden, „damit auch die Menschen auf den billigen Plätzen ganz hinten“, so Carla Kniestedt, möglichst viel von der angesagten Moden sehen.

Einmal mehr wusste die aus dem Fernsehen bekannte Moderatorin mit Esprit der Modenschau eine besondere Note zu verleihen. „Ich komme mir heute allerdings wie ein Zeremonienmeister vor“, meinte sie angesichts ihrer eigenen Kleiderwahl im streng konservativen Schwarz-weiß. „Aber alles in Templin gekauft“, setzte sie hinzu und verdeutlichte damit, dass modebewusste Menschen ihre Kleidung überhaupt nicht in der Großstadt kaufen müssen, sondern in der Region neben der Mode auch noch eine gute Beratung in den Fachgeschäften erhalten. Carla Kniestedt würdigte die farbenfrohen Kollektionen der Modehäuser Splinter, Chaos Jeans & Sportswear, Gut angezogen, Nessler, Schöne Wäsche, Sport 2002 sowie Edel lot. „Selbst die Herren sind beim Griff in den Farbkasten nicht benachteiligt“, stellte sie fest. Sie ermutigte ihr Publikum, modische Bekleidung auch im Alltag „aufzutragen“, wie es ihre Großmutter immer formuliert hatte.

Eine Reihe der Modeinteressierten beließen es nicht nur beim Schauen, sondern nutzten den verkaufsoffenen Sonntag der Modegeschäfte, um sich das eine oder andere Stück näher anzusehen. So auch Cindy Raatz aus Götschendorf. Die 33-Jährige interessierte sich vor allem für junge Mode. Damit hatten es Hannelore Sommerfeld (73) aus Milmersdorf und Karin Milling aus Groß Kölpin nicht so. Die beiden Senioren liegen modetechnisch schon auf der richtigen Wellenlänge in diesem Jahr, denn sie waren mit farbenfroher Kleidung in Gelb und Pink zur Modenschau nach Templin gekommen. „Warum auch nicht? Man muss es nicht unbedingt übertreiben, wir sind ja schließlich keine 20 mehr. Aber alt werden wir von ganz alleine“, meinte gut gelaunt Karin Milling und zog mit ihrer Freundin zum Bummel durch die Geschäfte davon.