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Auf Schießplatz wächst wieder Wald

Mit Interesse verfolgt ein ehemaliger Revierförster, was sich die Tangersdorfer Heide in der Uckermark tut. Zu Beginn seiner Karriere hatte er dort eine Aufgabe, die dem Forstmann in der Seele weh tat.
Sigrid Werner Sigrid Werner
Anika Niebrügge von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und Ulf Wosnizek  zeigen eine alte Karte aus den 1930er Jahren, als die Kleine Schorfheide noch bewaldet war.
Anika Niebrügge von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und Ulf Wosnizek  zeigen eine alte Karte aus den 1930er Jahren, als die Kleine Schorfheide noch bewaldet war. Sigrid Werner
Wilfried Schwabe nutzte die Gelegenheit zu fragen, wer Waldwege mit gefällten Bäume versperrt.
Wilfried Schwabe nutzte die Gelegenheit zu fragen, wer Waldwege mit gefällten Bäume versperrt. Sgirid Werner
Bei der Einweihung des Infopunktes.
Bei der Einweihung des Infopunktes. Sigrid Werner
Peter Keibel musste 1949 per Befehl als junger Förster Bilderbuchwald in der Kleinen Schorfheide abholzen.
Peter Keibel musste 1949 per Befehl als junger Förster Bilderbuchwald in der Kleinen Schorfheide abholzen. Sigrid Werner
Forstamtmann Ulf Wosnizek im Gespräch mit Beutelern.
Forstamtmann Ulf Wosnizek im Gespräch mit Beutelern. Sigrid Werner
Das Relief wurde mit Unterstützung des Energieversorger EMB durch die Stiftung Naturlandschaften restauriert.
Das Relief wurde mit Unterstützung des Energieversorger EMB durch die Stiftung Naturlandschaften restauriert. Sigrid Werner
Templin.

Nur noch ein Relief erinnert in der Tangersdorfer Heide an die einstige Nutzung des Areals als russischer Militärschießplatz. Am Montag wurde dort eine Tafel eingeweiht, die nicht nur über dieses historische Kapitel informiert, sondern auch über seine Umgestaltung zum Erholungswald.

Zu den Gästen, die die offizielle Übergabe der Info-Tafel verfolgten, zählte auch Peter Keibel, Revierförster im Ruhestand. Er kann sich noch genau daran erinnern, wie er als junger Forstmann 1949 frisch von der Schule in die Kleine Schorfheide kam, mit prächtigen Ideen von noch prächtigeren Wäldern. Doch dort sollte er das  genau das Gegenteil von dem machen, was er gerade gelernt hatte: Auf Befehl musste er damals ein hervorragendes Waldbild abholzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte zwischen Kannenburger Schleuse und Tangersdorf ein Übungsschießplatz für die sowjetischen Panzer hergerichtet werden.

Relief der Sowjetarmee saniert

Nach der Wende wurden dort die Kasernen abgerissen. 655 Hektar des Areals gingen an die Stiftung Brandenburgische Naturlandschaften. Sie ließ es teilweise von Munition beräumen und will die Brach- und Heidefläche der Wildnis zurückgeben. Baumarten wie Kiefern, Birken und Espen machen sich bereits wieder breit. Bald werden Buchen und Eichen folgen. Das letzte Relikt aus der militärischen Vergangenheit des Schießplatzes, ein Relief mit einem Motiv der ehemaligen Sowjetarmee, ließ die Stiftung mit Hilfe des Energieversorgers EMB sanieren.

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